| HEILPFLANZEN |
Vaccinium myrtillus - Heidelbeere |
Vaccinium myrtillus (syn. Myrtillus niger, M. sylvatica, Vaccinium angulosum, V. montanum);

Blaubeere (syn. Bickbeere, Heidelbeere, Krackbeere, Mostbeere, Schwarzbeere, Taubeere). |
| Kühle gemässigte Klimaregionen (Europa, Asien, Nordamerika), auf sauren Böden. Beeren und Blätter werden am Wildstandort gesammelt. |
| Bis 80 cm hoher Kleinstrauch mit kleinen gezähnten Blättern, glockigen weisslichen Blüten und kleinen, kugeligen blauschwarzen Beeren. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Myrtilli folium - (syn. Folia Myrtilli); Heidelbeerblätter (syn. Bickbeerblätter, Blaubeerblätter), die getrockneten Laubblätter.

2. Myrtilli fructus - (syn. Fructus Myrtilli, Baccae Myrtilli, Baccae Myrtillorum); Heidelbeeren, die reifen, getrockneten Früchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Myrtilli folium - Gerbstoffe und deren biogenetische Vorstufen, unter anderem Catechin, Epicatechin, Epigallocatechin und Gallocatechin, Proanthocyanidine mit Catechin-Epicatechin-Dimer B-1 und Epicatechin-Dimer B-2 als Hauptkomponenten, ferner Flavonole, besonders Quercetinglykoside, Iridoide, u.a. Asperulosid und Monotropein, sowie Phenolcarbonsäurederivate, besonders Chlorogensäure, Triterpene sowie in sehr geringer Menge Chinolizidinalkaloide, unter anderem Myrtin und Epimyrtin.

2. Myrtilli fructus - Catechingerbstoffe und deren biogenetische Vorstufen (5-12 %), Proanthocyanidine mit Epicatechin-Dimer B-2 als dominierender Komponente, Anthocyanoside (0,5 %), Flavonoide, die meist als Quercetinglykoside vorliegen, Iridoide (nur in unreifen Früchten), Triterpene, u.a. Ursolsäure, Phenolcarbonsäuren mit Chlorogensäure als Hauptkomponente sowie die Vitamine C, B1, B2, Pantothensäure und Nicotinamid (in frischen Früchten).
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| Die Droge senkt den Lipid- und Glucosespiegel im Blut. Ferner wurden antimikrobielle, antivirale, schweisshemmende und anti-exsudative Effekte festgestellt; die Kapillardurchlässigkeit und die Wundheilung wurden verbessert, wie auch die Thrombozytenaggregation gehemmt. Diese Eigenschaften können teilweise durch die nachgewiesenen Sekundärstoffe erklärt werden. |
1. Myrtilli folium - Volkstümlich bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Erkrankungen der ableitenden Harnorgane, rheumatischen Beschwerden, Hautleiden, Hämorrhoidalerkrankungen sowie zur Unterstützung der Behandlung von Diabetes mellitus Typ II.

2. Myrtilli fructus - Zur unterstützenden Therapie unspezifischer Durchfallerkrankungen, besonders bei Schulkindern. Äusserlich als Abkochung zur lokalen Therapie leichter Entzündungen im Mund-Rachenraum. |
| Vaccinium myrtillus HAB 1; Heidelbeeren, die frischen, reifen Früchte. |
| Die Verwendung der Heidelbeeren als Heilmittel geht auf das 12. Jh. zurück (Hildegard von Bingen), frühere Angaben über die Verwendung bei Dioskurides sind nicht gesichert. Vor allem als Mittel gegen Durchfälle wurden die Früchte vielseitig in der Volksheilkunde eingesetzt und waren auch bei Bauchtyphus in Gebrauch. Der Gattungsname ist lateinischen Ursprungs und geht zurück auf baccinium (Beerenstrauch, von bacca, Beere) wegen der Beerenfrucht. |
| Letzte Änderung: 10.05.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Ericales
Ericaceae
Vaccinium
Heidelbeere (Blaubeere)
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Wiss. Bez. |
Vaccinium myrtillus |
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Rauschbeere (V. uliginosum) hat ähnliche Inhaltsstoffe; traditionell wie Heidelbeere eingesetzt. Preiselbeere (V. vitis-idaea) enthält viel Gerbstoffe, Proanthocyanidine und Arbutin. Preiselbeerblätter sind ein traditionelles diuretisches Harndesinfiziens gegen Harnwegsinfekte. |
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Außer ihrer medizinischen Verwendung werden die Beeren eingemacht oder frisch als wohlschmeckendes Beerenobst genossen. |
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