HEILPFLANZEN
Tropaeolum majus - Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus (syn. Tropaeolum elatum, T. maius, T. repandifolium, T. schillingii)

Kapuzinerkresse (syn. Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Grosse Kapuzinerkresse, Indische Kapuzinerkresse, Jelängerjelieber, Kapuzinerli, Salatblume, Salatkresse, Spanische Kapuzinerkresse, Türkische Kresse)
Tropaeolum majus - Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus - Kapuzinerkresse
VORKOMMEN
Die Große Kapuzinerkresse ist als Hybride entstanden. Die Elternarten sind unklar, sie stammen aus dem westlichen Südamerika (Brasilien, Peru), wo sie in Auen und anderen feuchten Stellen wachsen. Seit 1684 ist die Kultivierung in Europa dokumentiert. Linné beschrieb sie 1753 in seinem Werk Species Plantarum und gab ihr den noch heute gül­tigen wissenschaftlichen Namen Tropaeolum majus.
MERKMALE
Einjährige, mitunter ausdauernde und oft kriechende oder kletternde, dann 0,3 bis 5 m lang werdende, krautige Pflanze. Hauptwurzel dünn, unterirdische Ausläufer bildend. Blätter grün, langgestielt, unbehaart, exzentrisch an den glatten Stengeln ansetzend, rundlich-schildförmig, 3 bis 5 cm groß, am Stengelansatz tief gelappt. Blüten glocken­för­mig, gelb bis rot, selten weiß, manchmal samtartig, mit einem purpurroten Fleck an der Basis, auf langen, zarten Stielen in den Laubblattachseln entspringend. Tropaeolum majus ist nicht winterhart; in kalten Gebieten stirbt die Pflanze durch den Frost ab.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Tropeoli herba (syn. Herba Tropeoli);
Kapuzinerkressekraut, das frische Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Glucosinolate mit Gluctropaeolin (Benzylglucosinolat) als Hauptkomponente. Nach Spaltung wird bes. Benzylsenföl (Benzylisothiocyanat) oder 4-Hydroxy­benzyl­iso­thio­cya­nat gebildet.

Benzylsenföl

Stengel, Blätter, Blatt- und Blütenstiele von Tropaeolum majus enthalten mehrere Poly­phenole, darunter Chlorogensäure und ein in seiner Struktur nicht endgültig aufge­klär­tes Quercetinglucosid. Weitere Bestandteile sind unter anderem Ascorbinsäure (ca. 300 mg/100 g Frischdroge). In unreifen Früchten der Kapuzienerkresse wurden die Cucur­bita­cine B, D und E nachgewiesen; in reifen Früchten konnten nur noch Cucurbitacin B und E gefunden werden. Die Blüten von T. majus enthalten reichlich Carotinoide.
ANWENDUNG
Innerlich zur unterstützenden Behandlung von Bronchitiden sowie Infekten der ablei­ten­den Harnwege. In den Heimatgebieten Südamerikas volkstümlich auch als Wund­heil­mit­tel sowie gegen Skorbut.
PHARMAKOLOGIE
Senföle werden leicht resorbiert und können kovalente Bindungen mit Proteinen ein­ge­hen. Dies erklärt ihre Wirkung gegen Viren, Pilze und Bakterien sowie gegen Gewebs­neu­bil­dung. Auch die starke Reizmittelwirkung auf Haut und Schleimhäute ist plausibel.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
20-30 g Frischdroge oder 60-150 g frischer Presssaft.
SONSTIGES
Der Gattungsname Tropaeolum ist die Verkleinerungsform vom griechischen trópaion (Siegeszeichen, schildförmiges Blatt). Grund für den Namen gaben die schildförmigen Laubblätter und die helmförmigen Blüten. Der deutsche Name Kapuzinerkresse wurde geprägt, weil die Blüte an die Kopfbedeckung der Kapuziner erinnert. Nach Europa gelangte die aus Peru stammende Pflanze durch Beverning um 1684. In zahlreichen Gartenformen ist sie heute zugleich eine beliebte Zierpflanze.
Letzte Änderung: 24.11.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Tropaeolum majus - Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus - Kapuzinerkresse

  Ordnung
Familie
Gattung
Brassicales
Tropaeolaceae
Tropaeolum
  Wiss. Bez. Tropaeolum majus

Blätter, Knospen, Blüten und Samen sind essbar und erinnern mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack an Brun­nen­kres­se. Knospen und un­reife Samen können als Gewürz verwendet werden, mariniert oder in Essig eingelegt werden sie wie Ka­pern verwendet. Blätter und Blü­ten werden meist als Salat angerichtet.

Personen mit empfindlichen Ma­gen oder Darm sollten vorsichtig do­sieren, die blutreinigende und ent­schla­ckende Pflanze kann unter Um­ständen den Darm und die Nieren reizen.

Traditionelle Medizin
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