| HEILPFLANZEN |
Trigonella foenum-graecum - Bockshornklee |
Trigonella foenum-graecum (syn. Buceras foenum-graecum, Foenum-graecum officinale, F.-g. sativum, Folliculigera graveolens, Telis foenum-graeca, Trigonella graeca, T. jemenensis);

Bockshornklee (syn. Kuhhornklee, Griechisch-Heu). |
| Über das südliche Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, China und Australien ist der Bockshornklee verbreitet. Hauptanbaugebiete sind Marokko und Indien. Noch heute kommt der Bockshornklee bis ins südliche und mittlere Deutschland wild vor. Kleinere Mengen werden auch für Stilltees und andere Zwecke noch in Deutschland (100ha) und Frankreich (500ha) angebaut. |
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| Der Bockshornklee wächst als einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis zu 80 Zentimeter erreicht. Die gesamte Pflanze hat einen starken Geruch. Es werden eine lange Pfahlwurzel ausgebildet. Die aufrechten, runden Stängel sind verzweigt. Die kleeartigen Laubblätter sind in Blattstiel und geteilter Blattspreite gegliedert. Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Die Blüten stehen einzeln oder in Paaren an kurzen Stielen in den Blattachseln. Die 13 bis 18 mm langen Blütenkronblätter sind cremefarben bis hell gelblich-weiß und am Grunde hellviolett. Es werden bis zu 10 cm lange, schmale, hornförmige Hülsenfrüchte gebildet. In ihnen befinden sich zehn bis 20 Samen. Die harten, länglich-eiförmigen Samen sind braun und weisen eine Länge von 3 bis 5 mm und einen Durchmesser von 2 bis 3 mm auf. Die Früchte reifen von Juli bis September. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Foenugraeci semen (syn. Semen Foeni graeci, Semen Foenugraeci, Semen Trigonellae); Bockshornsamen (syn. Griechische Heusamen, Hornkleesamen, Kuhbohnen, Rehkörner, Ziegensamen), die reifen, getrockneten Samen. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Viel Schleimstoffe (vor allem Galactomannane), Lipide, Proteine (bis zu 30%) und Proteaseinhibitoren. In Bockshomsamen wurden ca. 30 Proteinaseinhibitoren gefunden, die die Aktivität des Chymotrypsins und Trypsins von Mensch und Rind hemmen. Pro g Samen werden 5 bis 9 mg Trypsin bzw. 1 bis 6 mg Chymotrypsin gehemmt. Ferner zahlreiche Steroidsaponine, die häufigsten Aglyka sind Diosgenin und sein Epimer Yamogenin; bitter schmeckende Furostanolglykoside (Trigofoenosid A–G). Kleine Mengen an Alkaloid (Trigonellin) sowie ein Steroidpeptid (Foenugraecin) tragen möglicherweise zur medizinischen Wirkung bei. Enthalten sind auch Spuren von ätherischem Öl mit 3-Hydroxy-4,5-dimethyl-2(5H)-furanon als charakteristischer Geruchskomponente. |
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| Vorwiegend bei Appetitmangel, Magersucht und Gewichtsverlust; als Umschlag bei Hautentzündungen, Furunkeln, Geschwüren und Ekzem. Die traditionellen Indikationen sind vielfältig und reichen von Halsschmerzen, Magengeschwüren und - schmerzen, Typ-Il-Diabetes, Hypercholesterinämie, Impotenz und mangelnder Libido bis hin zur Aufbaunahrung (Samen oder Keimsprosse). Man bereitet in Athiopien z. B. aus den Samen eine künstliche Säuglingsnahrung. Die Droge ist ein charakteristisches Gewürz der indischen und arabischen Küche; das typische Aroma (bedingt durch 3-Hydroxy-4,5-dimethyl-2[5H]-furanon) wird auch Kaffee- und Vanilleextrakten zugesetzt. |
| Die diversen Steroidsaponine bedingen möglicherweise die antidiabetische, lipid- und cholesterolsenkende Wirkung; ferner sind expektorierende, sekretolytische, hautrötende, entzündungshemmende, uterus- und herzstärkende sowie schwach antiseptische Wirkung verzeichnet worden. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 1 Teelöffel (ca. 3 g) Droge, die man mit kochendem Wasser ansetzt und ca. 10 Minuten ziehen lässt. Als Tagesdosis werden 6 g Droge empfohlen. Zur äußerlichen Verwendung werden etwa 50 g gepulverte Droge für 1 l Wasser eingesetzt. Als Kataplasma rührt man 50 g gepulverte Droge zu einem dicken Brei an und verwendet diesen feuchtwarm für Umschläge auf die entzündeten Hautpartien.
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| Trigonella foenum-graecum HAB 1; Bockshorn, die reifen, getrockneten Samen. Anwendungsgebiet: Stoffwechselstörungen. |
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| Die Pflanze ist bereits im alten Ägypten kultiviert worden und spielte in der Landwirtschaft der antiken Völker eine Rolle. Die hippokratischen Ärzte empfahlen die Droge bei Geschwülsten. Von den Arabern übernahm die Schule von Salerno den Gebrauch der Bockshornsamen. Die Verbreitung nördlich der Alpen ist auf das Capitulare de villis Karls des Grossen zurückzuführen, auch die Heilige Hildegard von Bingen nutzte die Droge. Der Gattungsname Trigonella ist aus dem lateinischen trigonum (Dreieck) gebildet und bezieht sich auf die scheinbar dreiblättrige Krone. Foenum graecum (griechisches Heu) war die Bezeichnung für die Pflanze bei den Römern. Der deutsche Name Bockshornklee ist aus der Form der Früchte abgeleitet. Bockshornklee zählt zu den ältesten Arznei- und Kulturpflanzen. Rezepte über deren Nutzung bei Brandwunden sind bereits im Papyrus Ebers im alten Ägypten vorhanden, während die frischen Schösslinge, ebenfalls in Ägypten, als Gemüse genutzt wurden. Sanskritnamen weisen auch auf einen frühen Gebrauch der Pflanze in Indien hin und auch in China sowie in den griechischen, römischen und arabischen Kulturkreisen standen die Samen in hohem Ansehen. |
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| Letzte Änderung: 27.07.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Fabales
Fabaceae
Trigonella
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Wiss. Bez. |
Trigonella foenum-graecum |
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In trockenen Ländern im Nahen Osten, in Nordafrika und in Spanien wird Bockshornklee als Nahrungsmittel oder Futterpflanze angebaut und geröstet, gekocht oder frisch verzehrt Darüber hinaus wird er als Gewürz verwendet und ist beispielsweise wesentlicher Bestandteil von Currypulvermischungen. |
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Progesteron wird in mehreren chemischen Syntheseschritten aus dem natürlichen Ausgangsstoff Diosgenin gewonnen. |
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Kräutertees mit Bockshornkleesamen sollten wie alle anderen Kräutertees mit kochendem Wasser aufgegossen werden und während mindestens fünf Minuten ziehen. Darauf weißt das Bundesinstitut für Risikobewertung im Zusammenhang mit EHEC hin. Allerdings werden dabei die Proteasen zerstört. |
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