HEILPFLANZEN
Teucrium chamaedrys - Echter Gamander
Teucrium chamaedrys (syn. Chamaedrys officinalis, Teucrium officinale);

Echter Gamander (syn. Bathengel, Edelgamander, Frauenbiss, Gamanderlein, Gewöhn­licher Gamander)
Teucrium chamaedrys - Echter Gamander
Teucrium chamaedrys - Echter Gamander
Teucrium chamaedrys - Echter Gamander
VORKOMMEN
Mittelmeergebiet, südliches Mitteleuropa bis Westasien (T. chamaedrys). Der Echte Ga­mander wächst zerstreut und meist gesellig in sonnigen Kalk-Magerrasen sowie in lich­ten Eichen- und Kiefernwäldern. Er liebt basenreichen, extrem stickstoffarmen Boden und ist ein Trockniszeiger und eine Wärme liebende Lichtpflanze.Gelegentlich wird der Gamander als Gartenpflanze angebaut, die Droge stammt vorwiegend aus Wild­sam­mlun­gen.
MERKMALE
Der Echte-Gamander ist ein etwa 20 cm hoher Halbstrauch mit Ausläufern. Der Stängel ist 10 bis 30 cm hoch und im unteren Teil verholzt. Die mehrjährige Pflanze hat kleine gegenständige Blätter und rosaviolette Blüten, die gehäuft an den Triebspitzen stehen. Volksmedizinisch sind weitere Teucrium-Arten genutzt worden: In Europa ist vor allem der Salbeigamander (T. scorodonia) bekannt, andere traditionelle Arzneipflanzen sind Katzengamander (T. marum), Berggamander (T. montanum), Kopfgamander (T. polium) sowie Knoblauch- oder Wassergamander (T. scordium). Teucrium africanum und T. trifidum sind in Afrika als Mittel gegen Ruhr und Hämorrhoiden gebräuchlich.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Teucrii chamaedryos herba (syn. Herba Chamaedrys, Mari veri herba);
Edelgamanderkraut, das zur Blütezeit gesammelte Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Die Droge enthält Diterpenlactone vom ent-Clerodantyp, darunter Dihydroteugin, Teucrin A bis G, Teuflin, Teuflidin und Isoteuflidin; ferner Triterpene, ätherisches Öl, Flavonoide und komplexe Phenylpropanglykoside (Teucrioside). Auch die anderen Teucrium-Arten sind reich an Diterpenlactonen und Iridoidglykosiden (Harpagid, 8-O-Acetylharpagid).
Teucriosid, Teucrin, Dihydroteugin
ANWENDUNG
In Frankreich und Italien traditionell als Tonikum, ferner als harntreibendes und gegen Durchfall wirkendes Mittel, auch zur Mundspülung. Die Droge hilft ausserdem bei Ab­ma­gerungskuren. Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist wis­sen­schaftlich nicht belegt. Die Droge wird heutzutage kaum mehr verwendet, da mehrere Fälle von Leberschäden bekannt geworden sind. Salbeigamander (T. scorodonia) wurde früher gegen Bronchitis angewendet.
PHARMAKOLOGIE
Die Pharmakologie der verschiedenen Verbindungen ist nicht untersucht. Die Terpen­lac­tone sind bitter schmeckende Substanzen, die möglicherweise auch für die stimu­lie­rende und anti Katarrh-Wirkung verantwortlich sind. Es ist unbekannt, wodurch die beo­bach­teten Fälle von akuter Hepatitis ausgelöst wurden.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Früher wirden Aufgüsse oder Abkochungen eingesetzt; Angaben zur sicheren Dosis und Anwendung fehlen.
SONSTIGES
Der Gattungsname Teucrium ist vom griechischen teukrion abgeleitet. Nach der Sage soll der Name mit dem trojanischen König Teukros in Verbindung stehen, der angeblich zuerst die Wirkung der Pflanze auf die Milz erkannt hat.
Letzte Änderung: 06.01.2012 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Teucrium chamaedrys - Echter Gamander
Teucrium chamaedrys - Echter Gamander

  Ordnung
Familie
Gattung
Lamiales
Lamiaceae
Teucrium
  Wiss. Bez. Teucrium chamaedrys

In Deutschland unterscheidet man 2 Unterarten: Den Breitblättrigen Edel-Gamander (Teucrium chama­edrys ssp. chamaedrys) und den Schmal­blät­trigen Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys ssp. germa­nicum).

Gamander kann zu Leberschäden führen; Gamanderhaltige Zube­reit­ungen sind in Frankreich offiziell verboten worden.

Traditionelle Medizin