HEILPFLANZEN
Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale (syn. Taraxacum dens leonis, T. vulgare, Leodonton officinale, L. taraxacum);

Gemeiner Löwenzahn (syn. Ackerzichorie, Butterblume, Kettenblume, Kuhblume, Maiblume, Pfaffendistel, Pfaffenöhrlein, Pferdeblume, Pusteblume, Ringelblume, Wiesenlattich).
Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale - Löwenzahn
VORKOMMEN
Ausdauernde, sehr vielgestaltige Pflanze, die auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch und auch in Nord- und Südamerika zu finden ist. Der Anbau erfolgt auf dem Balkan, Ungarn und Polen.
MERKMALE
Mehrjährige Rosettenpflanze mit tief eingeschnittenen, gezähnten Blättern und fleischi­ger Pfahlwurzel. Die gelben Blütenköpfe stehen einzeln auf hohlen Stängeln. Die klein­en braunen Früchte werden mit Hilfe ihres „Fallschirms” durch den Wind verbreitet. Alle Pflanzenteile scheiden bei Verletzung einen bitteren Milchsaft aus. „Löwenzahn” stellt einen formenreichen Artkomplex mit ständiger Sippenbildung dar, so dass die Bestim­mung schwierig ist. Der englische Trivialname dandelion ist eine Verballhornung des französischen dent de lion (Löwenzahn) - ein Hinweis auf die scharfen Zähne an den Blättern.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Taraxaci folium (syn. Folium Taraxaci, Herba Taraxaci, Taraxaci herba); Löwenzahnblätter (syn. Löwenzahnkraut).

2. Taraxaci radix (syn. Radix lentis leonis, Radix Taraxaci); Löwenzahnwurzel (syn. Kuhblumenwurzel, Seicherwurzel).

3. Taraxaci radix cum herba (syn. Herba Taraxaci cum radice, Radix Taraxaci cum herba); Löwenzahnwurzel mit Kraut (syn. Löwenzahn, Löwenzahn-Ganzpflanze, Pissblume).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpenlactone (Tetrahydroridentin B, Taraxacolid-b-D-glucosid und andere), ein Phenolcarbonsäurederivat (Taraxacosid) und Triterpene (Taraxasterol und Derivate); ferner hohe Kaliumkonzentrationen (bis zu 4,5%) und Inulin (bis zu 40% im Herbst).
Taraxacosid
PHARMAKOLOGIE
Die harntreibende Wirkung (im französischen „Pissenlit” und im luxemburgischen „Bett­seechers” angedeutet) ist allgemein bekannt. Für die diuretische Wirkung ist fast aus­schliess­lich der ungewöhnlich hohe Kaliumgehalt verantwortlich zu machen. Die gallen­flussfördernde Eigenschaft geht vermutlich auf die bitteren Sesqui- und Triterpene zurück.
ANWENDUNG
Hauptsächlich als harntreibendes Mittel eingesetzt, jedoch auch als appetitanregendes bitteres Tonikum, das angeblich bei Magen-, Leber- und Gallenblasenbeschwerden, wie auch bei Rheumaleiden hilft. Äusserliche Anwendung bei Ekzemen und anderen Haut­beschwerden. Löwenzahntee kann wegen seines hohen Inulingehalts für Diabetes­patienten geeignet sein.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
4-10 g Droge als Aufguss oder Tinktur dreimal täglich.
HOMÖOPATHIE
1. Taraxacum officinale HAB 1; Löwenzahn, die ganze, frische, blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: Lebererkrankungen und Verdauungsbeschwerden.

2. Taraxacum officinale Rh HAB 1; die ganze, frische, blühende Pflanze. Anwendungsgebiet: In der anthroposophischen Therapierichtung.
SONSTIGES
Von griechischen und arabischen Ärzten wurde die Droge bereits im Altertum als Heil­mittel genutzt und dürfte mit der in alten Schriften als Aphake angegebenen Droge identisch sein. Die Bezeichnung Löwenzahn kehrt in sehr verschiedenen Sprachen wieder und bezieht sich auf die Blattform. Der Gattungsname Taraxacum ist arabischen Ursprungs und von Tharakhchakon abgeleitet.
Letzte Änderung: 29.04.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia
Kräterei.ch (Löwenzahn - Taraxacum officinale, PDF, 419 KB)

Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale - Löwenzahn
Taraxacum officinale - Löwenzahn

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Asterales
Asteraceae
Cichorioideae
Taraxacum
Löwenzahn
  Wiss. Bez. Taraxacum officinale

Häufiger Kontakt mit dem Milchsaft kann zu Kontaktdermatitis führen.
Wer Gallensteine hat, sollte Löwen­zahntee und -salat nur nach Ab­sprache mit dem Arzt „geniessen“.

Die gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeck­enden, honigähnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich. Die jungen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter können als Salat verarbeitet werden.

Tradit. Medizin, Pharma, ESCOP
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