| HEILPFLANZEN |
Tanacetum parthenium - Mutterkraut |
Tanacetum parthenium (syn. Anthemis colala, Chrysanthemum parthenium, Leucanthemum odoratum, L. parthenium, Matricaria capensis, M. eximia, M. latifolium, M. odorata, M. parthenium, M. parthenioides, Pyrethrum parthenium)

Mutterkraut (syn. Bertram, Falsche Kamille, Feverfew, Fieberkraut, Goldfederich, Jungfernkraut, Knopfkamille, Mägdeblumenkraut, Matram, Matronenkraut, Metra, Metram, Mettram, Mutterkamille, Römische Kamille, Sonnenauge).
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| Heimisch in Vorderasien und am Balkan, in fast ganz Europa verbreitet. Die Droge stammt aus Kulturen in Spanien, England und Mitteleuropa. Das Mutterkraut ist eine beliebte Gartenpflanze. |
| Mehrjährige, etwa 50 cm hohe Pflanze mit aufrechten Trieben, aromatischen, tief fiederteiligen Blättern und Blütenköpfchen, die auf langen Stängeln in einer Doldenrispe stehen. Die Zungenblüten sind weiss, die Röhrenblüten gelb. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Chrysanthemi parthenii folium (syn. Folia Chrysanthemi parthenii); Mutterkrautblätter bzw. Chrysanthemi parthenii herba (syn. Parthenii herba, Herba Parthenii); Mutterkraut. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Mutterkraut enthält eine grosse Zahl an Sesquiterpenlactonen vom Germacranolid-, Guaianolid- und Eudesmanolidtyp mit Parthenolid als Hauptinhaltsstoff. Für den starken, fast unangenehmen Geruch ist ein ätherisches Öl verantwortlich, das Campher, Chrysanthenylacetat, Camphen, Germacren D, p-Cymen, Terpinen-4-ol, Borneol und weitere Verbindungen enthält. Im weiteren sind Flavonoide, insbesondere Apigenin- und Luteolinderivate vorhanden.
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| Parthenolid und die anderen Sesquiterpenlactone besitzen im Lactonring eine reaktive exocyclische Methylengruppe, die kovalente Bindungen mit den Thiolgruppen von Proteinen bilden kann. Mutterkrautextrakte hemmen die Plättchenaggregation und die Prostaglandin- und Leukotrienbildung; sie sind entzündungshemmend, krampflösend, antimikrobiell und zytotoxisch. In klinischen Studien wurde eine verminderte Häufigkeit von Migräneattacken bei Patienten festgestellt, die pro Tag etwa 100 mg Mutterkraut einnahmen (entspricht 0,5 mg Parthenolid). Tierversuche liessen vermuten, dass die Droge zur Arthritisbehandlung geeignet sei, eine klinische Studie zeigte jedoch keinerlei signifikanten Nutzen. |
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| Zur Vorbeugung gegen Migräne ist in letzter Zeit das Mutterkraut wieder im Gespräch, nachdem eine randomisierte Doppelblind-Studie mit 270 Migränepatienten und einer Placebo-Kontollgruppe die Wirksamkeit in bestimmten Fällen unter Beweis gestellt hat. Die Behandlung gegen Migräne ist besonders in Grossbritannien sehr verbreitet. Als wirksamkeits (mit) bestimmende Komponente gilt das Parthenolid. Parthenolid ist ein Serotoninantagonist (Serotonin ist bedeutsam für die Pathogenese der Migräne). Ein ab-schliessendes Urteil über die Eignung von Mutterkraut zur Migräneprophylaxe scheint derzeit noch nicht möglich. Das ätherische Öl besitzt ausgeprägte antimikrobielle Effekte. Volksmedizinisch wird das Mutterkraut auch bei Dysmenorrhoe, Wehenschwäche und drohender Fehlgeburt (Name Mutterkraut), Fieber, Zahnschmerzen und als Tonikum und Stomachikum verwendet. |
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| Diese alte Heilpflanze, die man auch unter der botanischen Bezeichnung Chrysanthemum parthenium findet, wurde schon in der griechischen Antike zur Erleichterung der Geburt und bei Frauenleiden angewandt. Sie wirkt krampflösend und fiebersenkend. Als Zierpflanze mit gefüllten Köpfchen kultiviert man sie häufig in Bauerngärten. Gelegentlich wächst das Mutterkraut verwildert in der Nähe von Siedlungen. Es hat einen starken, aromatischen, aber nicht gerade angenehmen Geruch, der von seinem Gehalt an bestimmten ätherischen Ölen herrührt. |
| Letzte Änderung: 15.04.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Asterales
Asteraceae
Tanacetum
Mutterkraut |
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Wiss. Bez. |
Tanacetum parthenium |
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Mutterkraut ist als Fertigpräparat erhältlich (Arkocaps® Mutterkraut). |
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Die Droge kann beträchtliche Nebenwirkungen haben, wie Mundgeschwüre, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Hautausschläge. |
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