| HEILPFLANZEN |
Symphytum officinale - Gemeiner Beinwell |
| Echter Beinwell, Schwarzwurz, Wallwurz, Beinheil, Comfrey, Beinwurz, Bienenkraut, Hasenlaub, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Wundallheil. |
| Das weite Verbreitungsgebiet des Echten Beinwell in Eurasien reicht in West/Ost-Richtung von Spanien bis ist westliche Sibirien sowie China und in Nord/Süd-Richtung vom Vereinigten Königreich bis Italien sowie Rumänien. Der Echte Beinwell zeigt stickstoffhaltige Böden an. Als Standort werden sonnige bis halbschattige, feuchte, nährstoffreiche Böden, besonders Lehmböden, Gräben oder feuchte Wegränder bevorzugt, sowie feuchte Wiesen, Ufer, Auenwälder und Moorwiesen bis in Höhenlagen von 1000 Meter. Der Beinwell ist eine beliebte Gartenpflanze; Handelsware stammt aus gewerbsmässigem Anbau. |
| Mehrjährige, bis zu 1 m hohe Pflanze mit fleischigem Rhizom, behaarten Blättern und röhrenförmigen, blauvioletten, rosa oder weisslichen Blüten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Vorwiegend das getrocknete Rhizom und die Wurzeln (Beinwellwurzel - Symphyti radix, Consolidae radix), gelegentlich auch die oberirdischen Pflanzenteile (Symphyti herba). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Ca. 0,6-0,8% Allantoin; Pyrrolizidin-Alkaloide: ca. 0,04-0,6%, Intermedin, Acetylintermedin, Lycopsamin, Acetyllycopsamin, Symphytin, alle in der Droge zum Teil auch als N-Oxide vorliegend; ca. 4-6% Gerbstoffe; reichlich Schleime (Fructane); Stärke; Criterpene (Isobauerenol), monodesmosidische sowie bisdesmosidische Triterpensaponine mit Hederagenin als Aglykon und ein monodesmosidisches Oleanolsäureglykosid; Sterole; Phenolcarbonsäuren (unter anderem Salicylsäure, Kaffeesäure) und Rosmarinsäure; ein antiphlogistisch wirkendes Glykopeptid (Molmasse ca. 9000 Da) aus 16 Aminosäuren und Galactose, Glucose, Fructose und Arabinose als Zuckerkomponenten; ca. 1-3% Asparagin; Aminosäuren (unter anderem γ-Aminobuttersäure).
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Die wundheilende Aktivität wird insbesondere dem Allantoin zugeschrieben (es fördert bekanntlich die Granulation und Gewebsregenerierung) wie auch den Schleimstoffen (reizlindernde Wirkung). Rosmarinsäure besitzt entzündungshemmende Aktivität. Pyrrolizidinalkaloide wirken blutstillend, aber gleichzeitig lebertoxisch, karzinogen und mutagen. |
| Heute äusserlich zur Behandlung von Entzündungen, Prellungen, Verstauchungen, Muskel- und Sehnenzerrungen; ferner bei Arthritis, Drüsenschwellungen, schlecht heilenden Wunden und Furunkeln. Wurzeln und Blätter wurden innerlich traditionell bei Lungenbeschwerden, Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür und Blutungen verwendet. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Umschläge und Salben zur äusserlichen Anwendung werden aus frischer Beinwellwurzel hergestellt. Alternativ kann eine Abkochung aus 1 Teil getrockneter Wurzel auf 10 Teile Wasser eingesetzt werden. Die innerliche Anwendung ist wegen der potenziellen Leberschäden heute obsolet. |
1. Symphytum HAB 34, die frische, vor Beginn der Blüte gesammelte Wurzel.
Anwendungsgebiet: stumpfe Verletzungen, Venenentzündung, Knochenbrüche.

2. Symphytum ad usum externum HAB 34, die frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiet: als Essenz zum äusserlichen Gebrauch. |
| Der Gattungsname Symphytum geht auf das griechische symphyein (zusammenwachsen) zurück und weist damit auf die hohe Wertschätzung der Droge vor allem bei Knochenbrüchen hin. Auch die deutschen Bezeichnungen Beinwell oder Wallwurz ("Wallen" = zusammenheilen von Knochen) wurde aus diesem Grunde geprägt. Bereits bei Dioskurides wird das "Symphytum" als Mittel bei inneren Abszessen, äusserlich als Umschlag bei frischen Wunden sowie Knochenbrüchen beschrieben. |
| Letzte Änderung: 07.11.2009 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |

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Klasse
Familie
Gattung
Art |
Rosopsida
Boraginaceae
Symphytum
Echter Beinwell
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Wiss. Bez. |
Symphytum officinale |
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Die Anwendung darf nur auf intakter Haut erfolgen; die Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. |
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Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt. |
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Zerkleinerte Droge, Extrakte, Frischpflanzenpresssaft für halbfeste Zubereitungen und Kataplasmen zur äusseren Anwendung sollen nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr angewendet werden. |
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Beinwell darf nicht innerlich angewendet werden, da die PA-Metabolite die DNA alkylieren und deshalb karzinogen wirken können (nicht als Gemüse geeignet!). Obgleich äusserlich aufgetragene Alkaloide nur beschränkt resorbiert werden, sollte die PA-Menge 10 Mikrogramm pro Tag nicht überschreiten, und man sollte Beinwell nicht bei verletzter Haut anwenden. |
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Traditionelle Medizin, Pharma
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Kommission E: positive Bewertung (nur äusserlich) |
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