HEILPFLANZEN
Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest
Stachys officinalis (syn. Stachys betonica, Betonica officinalis)

Betonie (syn. Echter Ziest, Gemeine Betonie, Heilziest, Flohblume)
Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest
Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest
Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest
VORKOMMEN
Heimisch in fast ganz Europa, Asien. Häufig als Heil- und Zierpflanze angebaut.
MERKMALE
Mehrjährige, bis zu 70 cm hohe Pflanze mit 4-kantigen Stängeln, behaarten, ovalen Blättern und kleinen, röhrenförmigen rotvioletten Blüten in Scheinquirlen. Bekannt sind auch der Sumpfziest (Stachys palustris) und der Aufrechte Ziest (Stachys recta), beide werden gelegentlich in der traditionellen Medizin genutzt; ferner der Wollige Ziest (Stachys byzantina), eine verbreitete Gartenpflanze. Der Knollenziest (Stachys affinis) besitzt essbare Wurzelknollen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Betonicae herba (syn. Herba Betonicae, Herba Betoniae); Betonienkraut, das getrocknete Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Die chemische Zusammensetzung des Heilziests ist nur unvollständig untersucht. Die Pflanze enthält Alkaloide wie Stachydrin, Turicin und Betonicin, ferner Gerbstoffe (15%) und nicht spezifizierte Bitterstoffe. Die oberirdischen Pflanzenteile enthalten mehrere Phenylethylglykoside, darunter Acetosid, zwei Epimere von Campneosid II, Forsythosid B, Leucosceptosid B und die Betonyoside A-F.
Stachydrin, Betonicin
PHARMAKOLOGIE
Vermutlich sind Gerbstoffe für die Wirkung gegen Durchfall, Mikroorganismen und Ent­zündungen verantwortlich; die beruhigenden Eigenschaften werden hingegen den Alka­loiden zugeschrieben. Es ist nicht klar, ob die Phenylethylderivate zur medizinischen Wirkung der Droge beitragen.
ANWENDUNG
Betonienkraut wird seit der Antike als Allheilmittel genutzt; traditionell gilt es als bei fast jeder Krankheit wirksam. In Mitteleuropa wird es vorwiegend zur Behandlung von Durch­fall, Verdauungsstörungen und Katarrh der oberen Luftwege eingesetzt; man verwendet es auch zum Gurgeln bei Mundgeschwüren und Zahnfleischentzündung. Heutzutage wird es hauptsächlich gegen Kopf- und Nervenschmerzen verwendet. Die Droge gilt als gutes bitteres Tonikum zur Verdauungsförderung und um Stress und Spannungen zu lindern. In der Homöopathie verwendet man die frische blühende Pflanze.
HOMÖOPATHIE
Stachys officinalis HAB 1; Ziest, die frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Pflanzenteile.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Galle, Leber und der Bauchspeicheldrüse.
SONSTIGES
Der Gattungsname Stachys (Ähre) bezieht sich auf die Art des Blütenstandes. Als uralte Heilpflanze stand Stachys officinalis bereits im ägyptischen, griechischen und römischen Altertum in hohem Ansehen. In der von Antonius Musa, dem Leibarzt von Kaiser Augu­stus, verfassten Schrift "De herba betonica" wird die Pflanze als Allheilmittel dargestellt. Und nach Plinius gab man einem Kranken, von dem man nicht genau wusste, was ihm fehlte, stets Betonie.
Letzte Änderung: 20.11..2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest
Stachys officinalis - Betonie, Echter Ziest


  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Lamiales
Lamiaceae
Stachys
Echter Ziest
  Wiss. Bez. Stachys officinalis


Stachys officinalis ist eine uralte Heil­pflanze und erfreute sich im ägyptischen, griechischen und römischen Altertum grosser Beliebt­heit.