| HEILPFLANZEN |
Solidago virgaurea - Echte Goldrute |
Solidago virgaurea (syn. Amphiraphis leiocarpa, A. pubescens, Dectis decurrens, Doria virgaurea, Solidago cantonensis, S. decurrens, S. virga-aurea);

Echte Goldrute (Syn. Fuchsschwanz, Gemeine Goldrute, Gewöhnliche Goldrute, Goldwundkraut, Heidnisch Wundkraut, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdekraut, Schosskraut, Waldkraut, Wilde Goldrute, Wundkraut). |
| Gemässigte Klimaregionen von Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika (Solidago virgaurea); Nordamerika, in weiten Teilen Europas eingebürgert (Solidago gigantea und Solidago canadensis). Handelsware (alle 3 Arten, häufig als Gemisch) stammt aus Wildsammlungen, vorwiegend aus Osteuropa. Solidago virgaurea wird in kleinem Massstab angebaut. Die Goldrute ist auch eine schöne Pflanze und fehlt auch in meinem Garten nicht. |
| Mehrjährige, aufrechte bis 1 m hohe Pflanze mit länglichen Blättern und zahlreichen Blütenköpfchen in Rispen. Die leuchtend gelben Blütenköpfchen sind mittelgross mit etwa 6-10 mm langen Zungenblüten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Virgaureae herba (syn. Herba Solidaginis virgaureae, Herba Consolidae sarracenicae, Herba Consolidae aureae, Herba Fortis, Herba Doria, Herba Virgaureae, Solidaginis virgaureae herba);
Echtes Goldrutenkraut (syn. Goldwundkraut, Heidnisch Wundkraut, Edelwundkraut, Goldrautenkraut, Schosskraut), die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile von Solidago virgaurea. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Äther. Öl (0,4-0,5 %) mit γ-Cadinen als Hauptkomponente, Flavonoide (ca. 1,5 %) mit Rutin als Hauptbestandteil; bisdesmosidische, zum Teil im Kohlenhydratteil acylierte Triterpensaponine mit Polygalasäure als Triterpengrundkörper (ca. 0,2-0,5 %); Phenolglykoside, besonders Leiocarposid (bis 1,6 %) und Virgaureosid A, ferner Kaffeesäurederivate, unter anderem Chlorogensäure und 3,5-Dicoffeoylchinasäure, Iridoide sowie Polysaccharide.
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| Die harntreibenden Eigenschaften werden gewöhnlich dem Leiocarposid zugeschrieben; entzündungshemmende, schmerzstillende, schwach krampflösende und gegen Pilze wirkende Aktivitäten könnten auf den Flavonoiden und Saponinen beruhen. |
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| Zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege; zur vorbeugenden Behandlung von Harnsteinen und Nierengriess. Bestandteil zahlreicher entsprechender Phytopharmaka. Virgaurea herba wird wie Solidago canadensis (Kanadische Goldrute) und Solidago gigantea (Grosse Goldrute) angewendet, wobei antiphlogistische, antimycetische und spasmolytische Eigenschaften von Virgaurea herba, bedingt vor allem durch die besondere Struktur der Saponine und der Phenolglykoside, therapeutische Vorteile gegenüber den beiden anderen Solidagodrogen bieten. Sie ist Bestandteil zahlreicher entsprechender Phytopharmaka. In der Volksheilkunde wird die Droge bereits seit dem 13. Jh. in vielfältiger Weise genutzt, bes. als Wundheilmittel, bei rheumatischen Beschwerden, Gicht und Prostataerkrankungen. |
Solidago virgaurea HAB 1; Echte Goldrute, die frischen Blütenstände.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse sowie der Nieren und ableitenden Harnwege. |
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Der Gattungsname Solidago ist lateinischen Ursprungs und von solidus (gesund, fest), unter Bezugnahme auf die Heilwirkung der Pflanze, abgeleitet. Der ebenfalls lateinische Artname setzt sich aus virga (Rute) und aureus (golden) aufgrund von Form und Farbe des Blütenstandes zusammen. Als Wundkraut soll die Goldrute bereits bei den alten Germanen in hohem Ansehen gestanden haben. Die erste nachweisliche Verwendung der Droge als Urologikum geht allerdings erst auf den in Frankreich, Italien und Spanien tätigen Arzt Arnold von Villanova (etwa 1240-1311) zurück. Seine Angaben wurden von den mittelalterlichen Kräuterbüchern aufgegriffen und die günstige Wirkung der Droge zur Behandlung von Blasensteinen und Nierengriess hervorgehoben. Arnaud (1653) nennt die Goldrute als Diuretikum sowie als Mittel zum "Lösen der Steine". In der Württembergischen Pharmakopöe von 1741 wird die Droge als Herba Consolidae Saraceniae und als "Lithontripticum" bezeichnet. Diese Anwendung setzt sich in der Folgezeit bis in die Gegenwart fort. Da die Droge sowohl innerlich als auch äusserlich als heilend galt, wurde sie auch als "Heidnisch Wundkraut" bezeichnet. |
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| Letzte Änderung: 20.08.2009 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Asterales
Asteraceae
Asteroideae
Solidago
Gewöhnliche Goldrute
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Wiss. Bez. |
Solidago virgaurea |
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Bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit darf die Droge nicht zur Durchspülungstherapie verwendet werden. Weitere Anwendungsbeschränkungen oder Gegenanzeigen sind nicht bekannt. |
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Wegen des Gehalts an Flavonoiden lässt sich die Gewöhnliche Goldrute auch zum Färben von Wolle oder Baumwolle verwenden |
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