HEILPFLANZEN
Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten
Solanum nigrum (syn. Solanum alpinum, S. americanum, S. anacamptocarpum, S. fistu­losum, S. grossedentatum, S. hortense, S. incertum, S. judaicum, S. melanocerasum, S. morella, S. nodiflorum, S. oleraceum, S. plebeium, S. retroflexum, S. rhinocerotis, S. rubrum, S. rumphii, S. stenopetalum, S. suffruticosum, S. triangulare, S. uliginosum, S. viscidissimum, S. vulgare, S. vulgatum);

Schwarzer Nachtschatten (syn. Giftbeere, Hundsbeere, Mondscheinkraut, Saukraut, Sautod),
Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten
Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten
Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten
VORKOMMEN
Der Schwarze Nachtschatten ist eine fast weltweit verbreitet Art, die häufig als Ruderal­pflanze zu finden ist. Aufgrund des hohen Gehalts an Alkaloiden, vor allem in den unrei­fen Beeren, wird die Pflanze häufig als Giftpflanze kategorisiert, jedoch werden reife Beeren und die Blätter in einigen Teilen der Welt als Gemüse genutzt.
MERKMALE
Der Schwarze Nachtschatten ist eine einjährige, krautige Pflanze, die meist bis zu 70 cm hoch werden kann und niederliegend bis aufrecht wächst. Die Oberfläche aller Pflan­zen­teile kann schwach bis filzig behaart sein, die Trichome sind einfache, mehrzellige Haare mit drüsigen oder nichtdrüsigen Köpfen. Die Stängel verholzen auch an der Basis nicht, sind nicht oder nur wenig kantig, oftmals schwärzlich überlaufen. Die auffallend dunkelgrün gefärbten Laubblätter sind zwischen 2,5 und 7,0 cm lang und zwischen 2,0 und 4,5 cm – selten auch bis 6,0 cm - breit. Sie sind eiförmig, eiförmig-lanzettlich, ei­förmig-rhombisch oder lanzettlich geformt, der Blattrand ist ganzrandig bis geschwun­gen gezähnt. Sie stehen an 2 bis 5 cm langen, drehrunden Blattstielen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Solani nigri herba (syn. Herba Solani nigri); Schwarzes Nachtschattenkraut, das zur Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Alle Teile des Schwarzen Nachtschatten enthalten die den Glycoalkaloiden zuge­rech­neten Steroidalkaloide Solanin, Solasonin, Solamargin und Chaconin . Die Konzent­ra­tion dieser Stoffe schwankt sehr stark und ist wahrscheinlich abhängig vom Klima und Bodentyp, in dem die Pflanze wächst, zudem nimmt die Konzentration mit zunehm­en­dem Alter der Pflanze ab. Dadurch lässt sich erklären, dass es zahlreiche Belege gibt, die entweder die Pflanze als Giftpflanze kategorisieren oder aber einen Einsatz als Nahrungsmittel beschreiben.
Solanin, Solasodin

Das Solasodin ist ein Steroidalkaloid der Spirosolan-Gruppe und ist ein Ausgangsstoff für die industrielle Gewinnung von Steroidhormonen.
ANWENDUNG
Medizinische Anwendungen des Schwarzen Nachtschatten sind aus vielen Kulturen be­kannt. Das während der Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut wird in der Volks­heil­kunde als Medizin gegen Magen- und Blasenkrämpfe und Keuchhusten eingesetzt, eine äusserliche Anwendung wird bei Ekzemen, nässenden Flechten, Juckreiz, Hämor­rhoiden, Schrunden, Prellungen und Abszessen empfohlen.
PHARMAKOLOGIE
Durch das Vorkommen von Solanin und anderen Alkaloiden, vor allem in den unreifen Früchten, werden immer wieder Vergiftungen beschrieben. Bei Kleinkindern ist zum Teil auch der eigentlich geringe Solaningehalt reifer Früchte ausreichend, um Vergiftungs­erschei­nungen hervorzurufen. Die Symptome können dabei Erbrechen, Durchfall, Atem­beschwerden, erhöhte Herzfrequenz und Nierenreizung sein.
HOMÖOPATHIE
Solanum nigrum HAB 1; Schwarzer Nachtschatten, die frische, blühende, ganze Pflanze. Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Zentralnervensystems.
SONSTIGES
Solanum dulcamara wurde bereits von Dioskurides gemischt mit Wein als Schlafmittel verwendet, die Germanen nutzten die Pflanze gemeinsam mit Solanum nigrum als Narkotikum zur Behandlung des "Nachtschadens", einer durch nächtliche Alpdämone ausgelösten Krankheit. Der Bittersüsse Nachtschatten galt ausserdem als "Alfenkraut", man legte es Kindern gegen Verzauberung in die Wiege und hängte es dem Vieh gegen die "Hunsch" oder Engbrüstigkeit um den Hals. Im Mittelalter wurden seine Beeren als Amulett oder Talisman gegen üble Nachrede um den Hals getragen. Solanum dulca­mara und Solanum nigrum gehörten zu den Bestandteilen von Hexensalben und -getränken. Im 16. und 17. Jh. wurde Solanum nigrum in Europa als Gemüsepflanze angebaut, wahr­scheinlich standen damals alkaloidarme oder -freie Sippen zur Verfügung.
Letzte Änderung: 05.08.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Solanum nigrum - Schwarzer Nachtschatten


  Ordnung
Familie
Gattung
Solanales
Solanaceae
Solanum
  Wiss. Bez. Solanum nigrum


Da zum Teil Hühner nach dem Fres­sen von giftigen, unreifen Beeren verenden, hat sich für die Art auch der Name Hühnertod eingebürgert. Vergiftungen von Weidetieren kön­nen zum Teil auch auf den hohen Nitratgehalt der Pflanzen zurück­ge­führt werden. Ist dies der Fall, schmeckt die Milch betroffener Tiere bitter.


In Litauen wird der Aufguss von Beeren und Kraut als Sedativum bei starken Schmerzen verwendet, in Ungarn bei Blindheit und Rheuma.


Aufgrund des hohen Gehalts an Alkaloiden, vor allem in den unreifen Beeren, wird die Pflanze häufig als Giftpflanze kategorisiert, jedoch werden reife Beeren und die Blätter in einigen Teilen der Welt als Gemüse genutzt.


Traditionelle Medizin