| HEILPFLANZEN |
Solanum dulcamara - Bittersüsser Nachtschatten |
| Solanum dulcamara (syn. Dulcamara flexuosa, Solanum laxum, S. lyratum, S. scandens). Bittersüsser Nachtschatten (syn. Alpranke, Bittersüss, Hinschkraut, Mausholz, Natterholz, Pissranke, Rote Hundsbeere, Süssholz), |
| Der Bittersüsse Nachtschatten ist in weiten Teilen Europas, Asiens und in Nordafrika verbreitet. Er wächst meist an feuchten Stellen wie Ufern, Gräben, Waldschlägen oder Röhrichten, doch auch an mässig trockenen Stellen wie nährstoff- und stickstoffreichen Lehm- und Tonböden ist er zu finden. Anbau in beschränktem Masse; Handelsware aus Wildsammlungen im zeitigen Frühjahr oder Spätherbst, vor bzw. nach dem Blattfall. |
| Verholzte, mehrjährige Kletterpflanze (kann bis zu 5 m lang werden) mit einfachen oder gelappten Blättern, dunkelvioletten Blüten mit goldgelben Staubbeuteln und eiförmigen roten Beerenfrüchten. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Dulcamarae stipes (syn. Caule dulcamarae, Dulcamara, Dulcamarae stipites, Stipites Dulcamarae); Bittersüssstengel (syn. Bitterstiele, Waldnachtschattenstiele). Die Droge ist giftig! |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Hauptwirkstoffe sind Steroidalkaloide und Steroidsaponine. Die Hauptalkaloide sind - je nach Pflanzenrasse - Glykoside von Soladulcidin, Tomatidenol oder Solasodin. Die Saponine sind Yamoginosid A und B (Bisdesmoside eines Furostanols, Protoyamogenin) oder Soladulcoside (Monodesmosid des Spirostan-26-on). Die Alkaloide sind In den oberirdischen Teilen zu 0,3 bis 3,0 % und in den Wurzeln zu etwa 1,4 % enthalten. Im Stengel wurden nur 0,07 bis 0,4 % Steroidalkaloidglykoside und 0,18 % Steroidsaponine gefunden Die Alkaloide der Früchte werden bei der Reife abgebaut oder in Saponine umgewandelt. Die reifen Früchte sind fast alkaloidfrei. Das Alkaloidspektrum ist sehr rassenspezifisch. Ferner kommen Gerbstoffe als Wirkstoffe vor.
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| Oral zur unterstützenden Therapie bei chronischem Ekzem und Hautjucken; traditionell unter anderem bei Katarrh der oberen Luftwege, Bronchitis, Asthma und rheumatischen Beschwerden. Äusserlich: bei verschiedenen Hautbeschwerden (vorwiegend Ekzem und Hautjucken) sowie hei Rheuma. |
| Die Droge besitzt anticholinergische und antiphlogistische Eigenschaften. Sie wirkt ferner adstringierend, und gegen Bakterien und Pilze. Die Saponine können die beobachteten sekretolytischen und antimikrobiellen Effekte bewirken. In einer klinischen Studie wurde eindeutig eine symptomatische Erleichterung bei Ekzemen und Juckreiz nachgewiesen. Als gesichert gelten heute immunsuppressive, cortisonähnliche, entzündungshemmende und juckreizmindernde Wirkungen der Präparate. Dementsprechend werden sie (innerlich und äusserlich) zur unterstützenden Therapie bei chronischen Hautleiden eingesetzt wie bei Ekzemen oder Neurodermitis. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
Innerlich: Tee mit bis zu 1 g getrockneter Droge auf 1 Liter Wasser, dreimal täglich.
Aüsserlich: Aufguss oder Abkochung mit 1-2 g auf 1 Tasse Wasser.
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Solanum dulcamara HAB 1; Bittersüsser Nachtschatten, die jungen Triebe und Blätter vor der Blüte.
Anwendungsgebiet:
Erkrankungen der unteren Atemwege, der Haut, der Nieren, der ableitenden Harnwege sowie des Stütz- und Bewegungsapparates. |
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| Solanum dulcamara wurde bereits von Dioskurides gemischt mit Wein als Schlafmittel verwendet, die Germanen nutzten die Pflanze gemeinsam mit Solanum nigrum als Narkotikum zur Behandlung des "Nachtschadens", einer durch nächtliche Alpdämone ausgelösten Krankheit. Der Bittersüsse Nachtschatten galt ausserdem als "Alfenkraut", man legte es Kindern gegen Verzauberung in die Wiege und hängte es dem Vieh gegen die "Hunsch" oder Engbrüstigkeit um den Hals. Im Mittelalter wurden seine Beeren als Amulett oder Talisman gegen üble Nachrede um den Hals getragen. Solanum dulcamara und Solanum nigrum gehörten zu den Bestandteilen von Hexensalben und -getränken. Im 16. und 17. Jh. wurde Solanum nigrum in Europa als Gemüsepflanze angebaut, wahrscheinlich standen damals alkaloidarme oder -freie Sippen zur Verfügung. |
| Letzte Änderung: 05.08.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Solanales
Solanaceae
Solanum
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Wiss. Bez. |
Solanum dulcamara |
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Bei Verwendung der nach Arzneibuch geprüfte Ware, wie sie in der Apotheke erhältlich ist und Beachtung der Dosierungsempfehlungen sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt. |
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In der traditionellen Medizin werden weitere Solanum-Arten genutzt, darunter die Kartoffel (Solanum tuberosum; Karroffelpresssaft bei Magengeschwüren), die Aubergine (Solanum melongena; äusserlich bei Hautproblemen), Kantakari (Solanum xanthocarpum; Samen als Expektorans), Solanum aculeastrum und weitere Arten (grüne Früchte als örtliches Betäubungsmittel bei Zahnschmerzen). |
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Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden. |
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Traditionelle Medizin
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Kommission E: positive Bewertung |
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Positive klinische Studien |
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