Stechwinde - Smilax aristolochiaefolia

Smilax aristolochiaefolia Mill. (syn. Smilax medica, S. milleri, S. ornata);
Osterluzeiblättrige Stechwinde.

Stechwinde

VORKOMMEN

Die Osterluzeiblättrige Stechwinde ist in Mexiko und an den Ostabhängen der Cordilleren beheimatet.

MERKMALE

Die Osterluzeiblättrige Stechwinde ist ein kletternder Strauch mit kräftigen, kantigen und stacheligen Stengeln. Die Blätter der sterilen Zweige sind handgross und herz-, ei- oder fast pfeilförmig. Die Blattspreite ist unterseits, aber nicht am Rande stachelig. Die Blütenzweige oberhalb des grundständigen Niederblattes sind meist mit Laubblättern besetzt. Die Blüten sind in Dolden meist in den Achseln von Laubblättern angeordnet. Die Frucht ist eine rote, 1 cm dicke, kugelige Beere.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Sarsaparillae radix (syn. Radix Sarsaparillae, Radix Sarsae, Radix Smilacis);
Sarsaparilla (syn. Sarsaparillwurzel, Stechwindenwurzel, Veracruz-Sarsaparille), die getrockneten Wurzeln.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Die Wurzeln und Rhizomteile enthalten ein Steroidsaponingemisch (bis zu 3 %). In den Wurzeln und Rhizomen der Stechwinde wurde als genuine Komponente das bisdesmosidische Furostanolglykosid Sarsaparillosid nachgewiesen. Aus diesem entsteht nach Abspaltung der Glucose der Seitenkette und Cyclisierung das monodesmosidische Spirostanol Parillin, sowie als Nebenglykoside Desglucoparillin und Desglucodesrhamnoparillin.
Als Aglyka des Steroidsaponin-Komplexes wurden unter anderem Diosgenin, Sarsasapogenin und Smilagenin nachgewiesen.

Srsaparillosid - Inhaltsstoff der Stechwinde

PHARMAKOLOGIE

Die enthaltenen Saponine sind für unerwünschte Wirkungen wie Magen- und Nierenreizungen verantwortlich.

ANWENDUNG

Angaben der Kommission E:

  • Anwendungsgebiete: Zubereitungen aus Sarsaparillewurzeln werden bei Hauterkrankungen, Psoriasis und deren Folgeerscheinungen, rheumatischen Erkrankungen, Nierenerkrankungen sowie als Diuretikum und Diaphoretikum verwendet. Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.
  • Risiken: Sarsaparille-Zubereitungen führen nach Einnahme zu Magenreizung und temporären Nierenschäden. Die Resorption von gleichzeitig verabreichten Stoffen, zum Beispiel von Digitalisglykoside oder von Wismut, wird erhöht. Die Elimination anderer Stoffe (z.B. Hypnotika) wird beschleunigt. Hierdurch kann es unkontrolliert zu Wirkungsverstärkung oder Wirkungsabschwächung gleichzeitig eingenommener Arzneistoffe kommen.
  • Beurteilung: Da die Wirksamkeit bei Psoriasis nicht belegt ist, kann eine therapeutische Anwendung angesichts der Risiken nicht vertreten werden.
Volkstümliche Anwendungen:
Hauptsächlich zur Steigerung der Harn-und Schweissbildung. Früher wurde die Droge bei Syphilis verwendet. Im weiteren bei Psoriasis chronischen Hautausschlägen, Furunkulose, Rheumatismus und anderen Krankheiten mit entzündlichem Verlauf. Ferner zur Steigerung des Geschlechtstriebes.
Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Die Anwendung ist heut weitgehend obsolet.

STATUS

HOMÖOPATHIE

Sarsaparilla HAB 34, die getrocknete Wurzel.
Anwendungsgebiet: Juckende Hautausschläge, Entzündungen und Reizungen der Harnorgane, Rheumatismus.

SONSTIGES

Die Stechwinden (Smilax), auch Sarsaparille oder Sassaparille genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Stechwindengewächse (Smilacaceae). Die etwa 300 Arten sind fast weltweit verbreitet.
Die Gattung Smilax wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Smilax wurde in der griechischen Antike für eine immergrüne Eichenart verwendet.

Letzte Änderung: 30.12.2017 / © W. Arnold