HEILPFLANZEN
Scrophularia nodosa - Knotige Braunwurz
Braunwurz (syn. Knotenwurz)
Scrophularia nodosa - Braunwurz
Scrophularia nodosa - Braunwurz
Scrophularia nodosa - Braunwurz
VORKOMMEN
Europa, Asien und Nordamerika; Drogen-material aus Wildsammlungen.
MERKMALE
Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 100 Zentimeter erreicht. Ihren Namen hat die Knotige Braunwurz wegen ihrer knotig oder knollig verdickten Wurzel bekommen. Der wissenschaftliche Name verweist auf die traditionelle Nutzung der Pflanze als Mittel gegen Skrofulose, eine Lymphknoten-Tuber­kulose. Nach der Signaturenlehre ähneln die knotigen Rhizome geschwollenen Lymph­knoten und zeigen damit an, dass die Pflanze vielleicht gegen Schwellungen und geschwollene Drüsen wirkt.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Scrophulariae herba - (syn. Herba Scrophulariae); Braunwurzkraut (syn. Knotenwurz­kraut), das getrocknete Kraut.

2. Radix Scrophulariae - Braunwurz (syn. Knotenwurz), die getrocknete Wurzel.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Mehrere Iridoidglykoside, wie Harpagosid, Harpagid, Procumbid, Aucubin, ferner Catal­polglykosid, Flavonoide und Saponine. Das Iridoidspektrum entspricht dem der Teufels­kralle (siehe Harpagophytum), der Harpagosidgehalt ist jedoch viel geringer.
PHARMAKOLOGIE
Die Iridoidglykoside bzw. ihre Metabolite gelten als entzündungshemmend (insbeson­dere bei äusserlicher Anwendung), da sie anscheinend die Prostaglandinbildung hemmen (diese sind Mediatoren von Entzündungen). Iridoidglykoside sind ausserdem Bitterstoffe, so dass die allgemein tonisierende und verdauungsfördernde Anwendung plausibel ist.
ANWENDUNG
Vorwiegend äusserlich zur Behandlung von chronischen Hautproblemen, wie Ekzemen und Schuppenflechte; in geringerem Masse bei Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, Windeldennatitis, Geschwüren und Schwellungen. Ferner innerliche Anwendung als bitteres Tonikum, schwach harntreibendes und antirheumatisches Mittel. Angeblich ver­stärkt Braunwurz die Herzkontraktion.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
2-8 g Droge als Aufguss bzw. die entsprechende Menge als Tinktur oder Extrakt.
HOMÖOPATHIE
1. Scrophularia nodosa - HAB 1; Braunwurz, die frischen, kurz vor Beginn der Blüte ge­sammelten, oberirdischen Pflanzenteile.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen des lymphatischen Systems, der Haut und des Magen-Darm-Traktes, wie Schwächezustände, Drüsenverhärtungen, Enddarmentzündung, Milchschorf.

2. Scrophularia nodosa spag. Krauss HAB 1; die ganzen, frischen, vor Beginn der Blüte gesammelten Pflanzen.
Anwendungsgebiet: in der spagyrischen Therapierichtung bei Stoffwechselstörungen und Lymphdrüsenentzündungen.
SONSTIGES
Der Gattungsname Scrophularia, abgeleitet von scrophula (lat., Halsdrüsengeschwulst), ist ein Hinweis auf die Verwendung der Pflanze gegen Skrofulose; nodosa (lat.) bedeutet knotig. Die deutsche Bezeichnung Braunwurz kennzeichnet die Farbe der Blüten und des Wurzelstockes. Im Altertum wird Scrophularia bereits von Dioskurides erwähnt, und auch die Kräuterbücher des Mittelalters heben ihre Verwendung bei Geschwüren hervor.
Letzte Änderung: 24.02.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Scrophularia nodosa - Braunwurz
Scrophularia nodosa - Braunwurz

  Ordnung
Familie
Gattung
Lamiales
Scrophulariaceae
Scrophularia
  Wiss. Bez. Scrophularia nodosa

Auch der verwandte, in Nordamerika heimische Schlangenkopf (Chelone glabra) enthält Catalpolderivate. Er wird gegen Gallensteine, Verdau­ungs­störungen und als Entwur­mungs­mittel eingesetzt.

Die Pflanze macht weniger durch ihr Aussehen als vielmehr durch ihren unangenehmen Geruch auf sich aufmerksam. Vor allem Wespen lieben den Braunwurz sehr.

Patienten mit Herzproblemen und Diabetes, Frauen in der Schwanger­schaft und Stillzeit sollten die Droge nicht innerlich anwenden.

Traditionelle Medizin