| HEILPFLANZEN | Scopolia carniolica - Glockenbilsenkraut |
| Glockenbilsenkraut (syn. Skopoliakraut, Krainer Tollkraut) |
Botanische Familie: Solanaceae |
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| Scopolia carniolica var. concolor |
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| VORKOMMEN |
| Südosteuropa, Karpaten, Ostalpen, Ukraine, Kaukasusgebiet. |
| MERKMALE |
| Das aufrechte Kraut wird 30 - 60 cm hoch. Die Blätter sind trübgrün, ganzrandig, kahl, gestielt und haben eine umgekehrt eiförmig Gestalt. Die einzelnen, achselständigen Blüten werden 1 - 2 cm groß und stehen gestielt nickend. Sie haben eine glockenförmige Gestalt, sind im Inneren olivfarbene getönt und haben aussen eine rötliche Färbung. Sie können auch braun, grün oder gelb gefärbt sein. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Scopoliae carniolicae folium (syn. Folia Scopoliae carniolicae); Scopoliablätter. Scopoliae radix (syn. Radix Scopoliae, Radix Scopoliae carniolicae, Rhizoma Scopoliae, Rhizoma Scopoliae carniolicae); Glockenbilsenkrautwurzel. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Scopoliae carniolicae folium Alkaloide (0,2-0,4 %), wie Scopolamin, Hyoscyamin, Atropin. Scopoliae radix Alkaloide (0,4-0,8 %), wie Hyoscyamin (ca. 0,4 %), Atropin (ca. 0,03 %), ferner Scopolamin, Atroscin, Cuskhygrin, Tropin; ausserdem Scopoletin, Scopolin, Cholin und Betain. ![]() |
| PHARMAKOLOGIE |
| Tropanalkaloide aus Skopoliawurzel besitzen parasympatholytische Eigenschaften und führen zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur. Deshalb werden die Alkaloide bei der Behandlung von Bauchkrämpfen verwendet. |
| ANWENDUNG |
| Scopoliae carniolicae folium zur Spasmolyse im Gastrointestinaltrakt, der Gallenwege, der Harnblase und der Bronchiolen. Scopoliae radix zur Spasmolyse im Gastrointestinaltrakt, der Gallenwege, der Harnblase und der Bronchiolen ähnlich wie Atropa belladonna. In der Volksheilkunde auch bei Rheuma und Gicht, Koliken, Zahnschmerzen sowie als Aphrodisiakum und als Abtreibungsmittel verwendet. |
| ANMERKUNG |
| Hohe Dosen sind giftig und führen zu Nebenwirkungen (erhöhte Körpertemperatur, beschleunigte Herztätigkeit, Halluzinationen); Scopolia darf deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. |
| HOMÖOPATHIE |
| Scopolia carniolica (syn. Hyoscyamus Scopolia) HAB 34, das frische, blühende Kraut. Anwendungsgebiet: Geisteskrankheiten. |
| SONSTIGES |
| Die Gattung wurde nach dem Naturkundler Antonio Scopoli (1723-1788) benannt, der als erster die Flora Sloweniens studiert und beschrieben hat. Im Mittelalter wurde die Droge in dieser Region zur Bereitung von Hexensalben, als Rauschmittel und Aphrodisiakum eingesetzt. In Ostpreussen, Litauen und auf dem Balkan wurde das Tollkraut wie die Alraune (Mandragora officinarum) gesammelt und für magische Zwecke genutzt. |
| Letzte Änderung: 11.01.2009 / © W. Arnold |