| HEILPFLANZEN | Saponaria officinalis - Echtes Seifenkraut |
| Echtes Seifenkraut, Gemeines Seifenkraut, Seifenkraut, Seifenwurz, Waschkraut |
|
Bot. Familie: Caryophyllaceae |
![]() |
![]() |
|
|
| >>>
weitere verfügbare Bilder
|
|
|
|
||||||||||||||||||
|
|
| MERKMALE |
|
Mehrjährige, bis 50 cm hohe Pflanze mit beblätterten Stängeln und dünnen Rhizomen. Die frisch-grünen Blätter sind gegenständig, die blassrosa Blüten stehen an den Stängelspitzen. Jede Blüte hat 5 rundliche Kronblätter. |
|
|
| HERKUNFT |
|
Europa und Asien (in Nordamerika eingebürgert). Beliebte Gartenpflanze; kommerzieller Anbau vorwiegend in China, Iran und der Türkei. |
|
|
| VERWENDETE TEILE |
|
Getrocknete Wurzeln und Rhizome (Saponariae rubrae radix), seltener das Kraut. |
|
|
| ANWENDUNG |
|
Traditionell bei Husten, Bronchitis und anderen Erkrankungen
der oberen Atemwege; volksmedizinisch als harntreibendes, antirheumatisches
Mittel und äußerlich bei Hautproblemen wie Ekzemen eingesetzt. Die Droge
(oder ihre Extrakte) sind Bestandteil von einigen wenigen
Fertigarzneimitteln gegen Husten, sie sind jedoch relativ unüblich.
Seifenkraut wurde früher als Waschmittel und Seifenersatz verwendet - beim
Schütteln mit Wasser entwickelt sich ein dichter Schaum. Saponaria ist vom
lateinischen sapo für „Seife” abgeleitet. |
|
|
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| 0,4 g getrocknetes Rhizom pro Tasse (Kraut in etwas höherer Dosis); empfohlene Tagesdosis (Rhizom): 1,5 g. |
|
|
| WIRKSTOFFE |
|
Alle Pflanzenteile enthalten viel Saponine (Triterpenglykoside); diese liegen in Konzentrationen bis zu 8% TG vor. Der Hauptinhaltsstoff ist Quillajasäure, es sind jedoch auch Saponaroside, Saponasid A, und D sowie Gypsogenin nachgewiesen worden. |
|
|
| PHARMAKOLOGIE |
|
Die expektorierende Wirkung beruht vermutlich auf einer
Reizung des Nervus vagus in der Magenschleimhaut und auf einer
reflektorischen Stimulierung des Wassersekretion im Bronchialgewebe.
Saponine wirken möglichweise über einen corticomimetischen Effekt
entzündungshemmend. |
|
|
| ANMERKUNG |
|
Auch die aus dem Seifenrindenbaum (Quillaja saponaria, Fam. Rosaceae) gewonnene Quillaiarinde liefert reichlich Saponine; sie enthält das so genannte Quillaia-Saponin, ein Gemisch aus komplexen acylierten Triterpensaponinen. Die Extrakte sind Bestandteil von Shampoos und Hautpflegeprodukten, da sie Juckreiz lindern und erweichend wirken. Quillaia-Saponin erniedrigt möglicherweise den Cholesterolspiegel im Blut, ist aber vermutlich nicht ungiftig. |
|
|
| SONSTIGES |
|
Die Droge diente früher auf Grund ihres Saponingehaltes als häufig genutztes Waschmittel. Der Gattungsname ist vom lateinischen sapo (Seife) abgeleitet, bedingt durch die seifenähnlichen Eigenschaften der Inhaltsstoffe der Pflanze. Die Anwendung der Droge geht auf arabische Ärzte zurück, die sie gegen Lepra, Flechten und bösartige Geschwüre verordneten. In den Kräuterbüchern des Mittelalters wird bereits die Behandlung von Erkrankungen der Atemwege mit der Wurzeldroge hervorgehoben. |
|
|
| Letzte Änderung: 10.03.2007 / © W. Arnold |
|
|