| HEILPFLANZEN |
Sanicula europaea - Sanikel |
Sanicula europaea (syn. Astrantia diapensia, Caucalis capitata, C. sanicula, Sanicula officinalis, S. officinarum, S. trilobata, S. vulgaris);

Sanikel (syn. Bruchkraut, Heil aller Schäden, Heildolde, Sangel, Saunickel, Saunigel, Schärnikel, Waldklette, Waldknecke, Waldsanikel, Wundsanikel, Zaniggeli) |
| Die Wald-Sanikel kommt in Europa vom Mittelmeergebiet bis Skandinavien, Nordafrika, Kleinasien, Kaukasus, Iran und Sibirien vor. Sanicula europaea wächst einzeln an beschatteten, frischen bis mässig trockenen, kalkreichen, basischen Stellen, meist auf Lehm-, seltener auch auf Schluffböden, bevorzugt in Buchen- und Hainbuchenwäldern, seltener auch in Auenwäldern. |
| Die Art ist eine mehrjährige krautige Pflanze (Hemikryptophyt). Sie wird etwa 20 bis 60 cm hoch. Die Blätter sind grundständig, dunkelgrün und am Rand gesägt. Die Zähne besitzen eine grannenartige Spitze. Der Stängel besitzt nur wenige Blätter oder er ist ganz blattlos. Sowohl die Dolde als auch die Döldchen sind mit Hochblättern versehen. Die Döldchen sind von mehr oder weniger halbkugeliger Gestalt. Die Blüten sind weiss (selten rosa). Die Früchte sind etwa 4 bis 5 mm lang, braunschwarz und dicht mit hakig gekrümmten Stacheln besetzt. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Saniculae herba (syn. Herba Saniculae, Folia Saniculae);
Sanikelkraut (syn. Bruchkraut), die zur Blütezeit gesammelten und gut getrockneten grundständigen Blätter |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Mehr als 10% monodesmosidische Triterpensaponine (Ester von Saniculosid A-D ), ferner Flavonoide (Rutin, Astragalin), organische Säuren (0,6% Chlorogensäure, 1,7% Rosmarinsäure, 0,1% Vitamin C) und Schleimstoffe. Angeblich sind auch Gerbstoffe, Allantoin und Spuren von ätherischem Öl enthalten.
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| Sanikelkraut wird, wenn überhaupt, vorwiegend bei Katarrh der oberen Luftwege eingesetzt. Traditionell wurde es gegen Halsschmerzen, Durchfall, verdorbenen Magen, Blähungen und starke Blutungen verwendet. Man nutzte es zum Gurgeln bei Halsschmerzen, Mundinfektionen und Zahnfleischentzündung. Die Blätter wurden früher gerne als Kompresse bei Wunden, Prellungen, Verbrennungen, Hautinfektionen und Hämorrhoiden eingesetzt. Sanikel ist in der Volksmedizin Mitteleuropas noch gebräuchlich, insbesondere in Teemischungen gegen Blähungen und Durchfall. Die Wurzel wird ähnlich wie die Blätter verwendet, sie gilt zusätzlich als gutes adstringierendes Mittel. |
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| Die antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung wurde experimentell bestätigt. Die expektorierenden Eigenschaften beruhen vermutlich auf den Saponinen; die adstringierenden und blutstillenden Eigenschaften werden den Gerbstoffen zugeschrieben. Die wundheilende Wirkung von Allantoin ist bekannt, ein Vorkommen in Sanikel muss jedoch noch bestätigt werden. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Teebereitung: 1 Teelöffel zerkleinerte Droge mit 1 Tasse Wasser heiss aufgiessen, 10 min ziehen lassen, danach durch ein Teesieb abseihen. Mehrmals täglich 1 Tasse trinken. Tagesdosis: 4-6 g Droge. |
Sanicula europaea HAB 34; Heildolde, das frische, blühende Kraut.
Anwendungsgebiet: Störungen des Gerinnungssystems sowie Magen-Darm-Erkrankungen, wie Durchfallerkrankungen. |
| Der Name sanicula leitet sich vom sanare (lat., heilen) ab und bringt die hohe Wertschätzung, die die Droge bereits in den früheren Jahrhunderten genoss, zum Ausdruck. Auch die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. hoben die gute Wirkung von Sanikelzubereitungen bei Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, chronischem Brustkrampf, Hämaturie und Darmblutungen hervor. |
| Letzte Änderung: 14.11.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Apiales
Apiaceae
Sanicula
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Wiss. Bez. |
Sanicula europaea |
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In der Volksmedizin wird auch Sanicula marilandica aus Nordamerika genutzt. |
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Traditionelle Medizin
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