| HEILPFLANZEN |
Sanguisorba officinalis - Grosser Wiesenknopf |
Sanguisorba officinalis (syn. Pimpinella officinalis, Poterium officinale, Sanguisorba major, S. polygama);
Grosser Wiesenknopf (syn. Becherblume, Bibernell, Blutknopf, Blutkraut, Gartenbibernelle, Ruhrkraut, Sperberkraut). |
| Der Grosse Wiesenknopf ist eine eurasische Art und kommt von der Atlantikküste in Frankreich bis nach Ostasien (Südchina) vor. In Nordeuropa fehlt die Art fast gänzlich, in Nordamerika eingebürgert. |
| Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit gefiederten Blättern und schlankem Stängel, der rundliche Blütenköpfe mit kleinen dunkelroten Blüten trägt. Der Stängel der Pflanze ist aufrecht, rund, gerillt und kahl. Die Blätter sind gefiedert, mit 3-6 Fiederpaaren. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite blaugrün. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Sanguisorbae rhizoma et radix (syn. Radix Pimpinellae italicae, Radix Sanguisorbae majoris, Rhizoma et Radix Sanguisorbae);
Wiesenknopfwurzel (syn. Falsche italienische Bibernellwurzel, Rote Bibernellwurzel), die im Herbst gesammelten, gewaschenen, getrockneten Rhizome und Wurzeln. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Zahlreiche hydrolysierhare wie auch kondensierte Gerbstoffe, vorwiegend Derivate der Gallus- und Ellagsäure (z. B. 3,3,4-Tri-O-methylellagsäure, Gambiirin A und B, Sanguiin und Eugeniin); ferner Flavonoide (wie Rutosid, Quercetin, Kämpferol), oligomere Proanthocyanidine und verschiedene monodesmosidische Triterpensaponine, z. B. Pomolsäureglykoside (= Sanguisorbin).
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| Gerbstoff- und Saponingehalt der Droge sind in Einklang mit den beobachteten adstringierenden, antimikrobiellen, entzündungshemmenden, blutstillenden und gegen Durchfall gerichteten Effekten. |
| Sanguisorba-Wurzeln wirken gegen akuten Durchfall. Die Droge besitzt ferner blutstillende Eigenschaften und wurde bei chronischer Dickdarmentzündung und Gebärmutterblutung eingesetzt. Ausserlich: gegen Hämorrhoiden, verschiedene Hautleiden (Wunden, Geschwüre, Verbrennungen und Ekzeme) und Schleimhautentzündungen (als Bestandteil von Gurgellösungen und Zahnpasta). Die wichtigste Anwendung (Europa, China) ist traditionell die Blutstillung. |
Sanguisorba officinalis HAB 34; Grosser Wiesenknopf, die frischen, zur Blütezeit geernteten, oberirdischen Pflanzenteile.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, des venösen Gefässsystems und der weiblichen Geschlechtsorgane, wie Gebärmutterblutungen, Krampfaderleiden, Durchfallerkrankungen. |
| Der Gattungsname Sanguisorba ist vom lateinischen sanguis (Blut) und sorbere (saugen) abgeleitet, wobei die Vorstellung, dass die blutroten Blütenköpfe blutstillende Eigenschaften haben sollten, auch durch den Einfluss der Signaturlehre bedingt sein dürfte, obwohl das Kraut tatsächlich adstringierend und blutstillend wirkt. Die knopfförmigen Blütenstände führten schliesslich auch zur Prägung des deutschen Namens Wiesenknopf. |
| Letzte Änderung: 21.02.2009 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Rosales
Rosaceae
Rosoideae
Sanguisorba
Grosser Wiesenknopf
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Wissensch.
Bezeichnung |
Sanguisorba officinalis |
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Die Art ist eine ausgezeichnete Futterpflanze und wird vom Vieh gern gefressen. |
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Der grosse Wiesenknopf ist eine wichtige Schmetterlingspflanze, insbesondere für die Moorbläulinge (Lycaenidae). |
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