Muskatellersalbei - Salvia sclarea

Salvia sclarea (syn. Salvia bracteata, Sclarea vulgaris);
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Muskateller Kraut (syn. Muskateller Salbei, Muskat-Salbei, Scharlei).

Muskatellersalbei

Salvia sclarea - Muskateller Salbei

Muskateller Salbei - Salvia sclarea

VORKOMMEN

Der Muskatellersalbei kommt in Mittel- und Ost-Europa und West-Asien vor. Er besiedelt Felshänge, Wälder, Felder und Wegränder bis in Höhenlagen von 2000 Meter. Der Muskatellersalbei ist eine schöne Zierpflanze im Staudenbeet. Die Blüten des Muskatellersalbeis sind eine verhältnismässig gute Bienenweide.

MERKMALE

Der Muskatellersalbei ist eine zwei- oder mehrjährige, 40–80 cm hoche, filzig behaarte aufrechte Staude. Die Blätter sind breit-eiförmig, stumpf, am Grunde mehr oder wenig herzförmig, runzelig, unregelmässig stumpf gezähnt und lang gestielt. Die Spreite ist bis 15 cm lang. Die Blüten sind in mehreren meist dicht übereinander stehenden quirligen Teilblütenständen in den Achseln von breit-eiförmigen, den Kelch weit überragenden, weinrot oder lila überlaufenen Hochblättern angeordnet. Die Krone ist 2–3 cm lang, die Oberlippe ist lila bis rosa gefärbt, Unterlippe ist gelblich.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Salviae scareae herba: (syn. Herba Gallitrichi, Herba Hormini sativi, Herba Salviae sclareae); Muskatellerkraut, Muskateller Salbei, die zur Blütezeit geernteten oberirdischen Pflanzenteile.

2. Oleum Salviae sclareae: (syn. Salviae sclareae aetheroleum); Salvia-sclarea-Öl (syn. Muskateller Salbeiöl), das ätherische Öl aus den Triebspitzen und Blütenständen.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

1. Salviae scareae herba: Ätherisches Öl (Zusammensetzung siehe unten) mit einem Gehalt zwischen 0,1 und 1,1 %. Im weiteren Hydroxyzimtsäuren, insbesondere werden etwa 3 % Rosmarinsäure und 4,6 % Gesamt-Hydroxyzimtsäuren gefunden.

2. Oleum Salviae sclareae: Hauptkomponenten sind 45 bis 75 % Linalylacetat und 9 bis 25 % Linalool. Weitere Bestandteile sind Germacren D (bis 5 %), β-Caryophyllen (bis 2,5 %), α-Terpineol (bis 4,5 %) und jeweils bis zu 2,5 % Geraniol, Nerol und die zugehörigen Acetate. In Anteilen <1 % liegen Camphen, Limonen, Myrcen, cis-/trans-Ocimen, α-/β-Pinen und eine Vielzahl geruchlich wichtiger Spurenkomponenten, vor allem geradkettige oder verzweigte Paraffin-Aldehyde und -Alkohole, vor. Das relativ schwer wasserdampfflüchtige Sclareol wird in Handelsölen nur zu ungefähr 2 % gefunden.

Sclareol - Inhaltsstoff des Muskatellersalbeis

PHARMAKOLOGIE

Die Wirkung vom Muskateller-Salbei kommt der des Echten Salbeis gleich, obwohl die ätherischen Öle unterschiedlich zusammengesetzt sind. Das ätherische Öl des Muskatellersalbeis gilt als weniger toxisch.

ANWENDUNG

1. Salviae scareae herba: Innere Anwendung: bei verschiedenartigen Verdauungsbeschwerden, bei Menstruationsbeschwerden, allgemeinen Schwächezuständen, Katarrh, Kopfschmerzen, Krämpfen und Nierenbeschwerden;
Äussere Anwendung: bei entzündlichen Wunden.
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Die Wirksamkeit dieser Anwendungen ist nicht belegt.

2. Oleum Salviae sclareae: Vor allem in der Kosmetik als Seifenparfüm und Bestandteil moderner Parfüms; in der Lebensmittelindustrie in Würzmischungen.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Das Decoct aus 50 g Muskatellerkraut und 1 L Wasser, 1 bis 2 min gekocht, bei Gingivitis und anderen entzündlichen Wunden als Mundspülung und zur Wundreinigung. Das Muskatellerkraut mit Essig oder Honig vermengt lokal bei Nagelbetteiterungen.
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Teebereitung für die innere Anwendung: 4 bis 5 Esslöffel Muskatellerkraut mit 0,5 L Wasser einige Minuten kochen. Nach dem Abkühlen abfiltrieren.

STATUS

MUSKATELLERSALBEI IM GARTEN

Der Muskatellersalbei hat es gerne sonnig, warm und windgeschützt. Magere, lockere und gut durchlässige und eher kalkhaltige Böden sind ideal. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Im Kübel ab etwa 10 Litern Volumen kann der Muskatellersalbei gut auf einer sonnendurchfluteten Terrasse gehalten werden, hier muss er aber regelmässig gegossen werden. Als zweijährige oder ausdauernde Pflanze ist der Muskatellersalbei winterhart. Der Muskatellersalbei kann nur durch Samen vermehrt werden. Jungpflanzen sind in jeder guten Kräutergärtnerei zu haben. Geeignete Begleiter sind Lavendel, Königskerzen, Steinklee und Nachtkerzen.

Muskatellersalbei

SONSTIGES

Der Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen salvare (heilen) ab. Die deutsche Bezeichnung Salbei ist letztlich ein Lehnwort des lateinischen salvia. Salbei hat schon im Altertum eine wichtige Rolle als Heilpflanze gespielt. Die Hippokratiker, Dioskurides, aber auch Plinius rühmen die blutstillenden, harntreibenden und karminativen Eigenschaften der Heilpflanze.

Letzte Änderung: 04.07.2017 / © W. Arnold