| HEILPFLANZEN |
Salvia officinalis - Echter Salbei |
Salvia officinalis (syn. Salvia chromatica et papillosa, S. cretica, S. grandiflora, S. major et minor, S. tomentosa);

Echter Salbei (syn. Dalmatiner-Salbei, Edler Salbei, Fischsalbei, Garten-Salbei, Königs-Salbei, Rauchsalbei, Sabikraut, Scharlachkraut, Scharlei, Tugendsalbe). |
| Gesamter mediterraner Raum, bes. Spanien, Südfrankreich und südliche Balkanhalbinsel. Gewerblicher Anbau vorwiegend in Osteuropa, Asien, USA und Südafrika. Der Salbei ist bei uns eine beliebte Gartenpflanze. |
| Bis zu 60 cm hoher Strauch mit graufilzigen Blättern und blauvioletten Blüten. Nahe verwandt und ähnlich genutzt werden Griechischer Salbei (Salvia fruticosa = Salvia triloba) und Spanischer Salbei (Salvia lavandulifolia; Stammpflanze von Spanischem Salbeiöl). |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Salviae folium (syn. Folia salviae, Folium salviae, Herba salviae, Salviae officinalis folium); Salbeiblätter, die getrockneten Laubblätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Das äther. Öl (bis zu 3,6%) enthält viel a-Thujon (meist Hauptwirkstoff) und b-Thujon (gemeinsam bis zu 60%), ferner kleinere Mengen an Campher, 1,8-Cineol und anderen Monoterpenen.

Ferner: Phenolcarbonsäuren (6%) wie Rosmarinsäure (Labiatengerbstoff), verschiedene Flavonoide, Diterpene wie Carnosol (= Picrosalvin, Bitterwert 14 000) und Rosmanol, zusammen mit Triterpenen (Oleanolsäure, Ursolsäure und Derivate). Das ätherische Öl aus Salviae fruticosa enthält nur wenig Thujon (bis zu 7%), ist hingegen bei Salviae lavandulifolia praktisch thujonfrei.
 Überdurchschnittlich vielSpurenelemente vor allem Eisen (700-800 ppm), Magnesium (4,2-4,6 ppm) und Zink (145 ppm).

Die antiphlogistische Wirkung ist primär der Ursolsäure zu zuschreiben (besser wirksam als Indometacin), für die antibakterielle und antivirale Wirkung ist wohl das gesamte ätherische Öl verantwortlich. 
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| Die beobachteten krampflösenden, schweisshemmenden, antimikrobiellen und antiviralen Wirkungen konnten experimentell bestätigt werden. Da Thujon ein Nervengift ist, wird es für die Neurotoxizität des ätherischen Öls verantwortlich gemacht. Deshalb wird die innerliche Anwendung von Salviae officinalis nur in geringer Dosierung empfohlen. |
| Entzündungen von Zahnfleisch, Mundschleimhaut und Rachen; wirkt verdauungsfördernd bei verdorbenem Magen, Blähungen und Durchfall; gilt ferner als effektives schweisshemmendes Mittel bei Nachtschweiss und übermässiger Perspiration. Salbei wurde auch als Antidiabetikum genutzt, ist jedoch am bekanntesten als Küchengewürz für Fleischgerichte. |
Salvia officinalis HAB 1; Salbei, die frischen Blätter.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Zentralnervensystems, Störung der Schweisssekretion. |
| Der Gattungsname Salvia leitet sich vom lateinischen salvare (heilen) ab. Die deutsche Bezeichnung Salbei (althochdeutsch salbeia) ist letztlich ein Lehnwort des lateinischen salvia. Salbei hat bereits im frühen Altertum eine wichtige Rolle als Heilpflanze gespielt. Die Hippokratiker, Dioskurides, aber auch Plinius rühmen die blutstillenden, harntreibenden und karminativen Eigenschaften der Droge. Auch im Capitulare de villis Karls des Grossen wird Salbei erwähnt. Die spätere Anwendung zur Minderung übermässiger Schweisssekretion wird bereits von Hufeland (1762-1836) empfohlen. |
| Letzte Änderung: 16.02.2009 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Illustration von F. E. Köhler (1887) |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Lamiales
Lamiaceae
Nepetoideae
Salvia
Echter Salbei
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Wiss. Bez. |
Salvia officinalis |
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Das Bundesgesundheitsamt empfiehlt Salbeiblätter bei Entzündungen von Mund- Zahnfleisch- und Rachenschleimhaut, Prothesendruckstellen, sowie innerlich zur Unterstützung bei der Behandlung von Magen- und Darmkatarrhen und zur Verminderung erhöhter Schweiß- und Speichensekretion. |
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Salbei gehört zu den Pflanzen, die man nicht über längere Zeit in hoher Dosis einnehmen sollte. Beim Stillen sollte man keinen Salbeitee oder sonstige Produkte zu sich nehmen, da sonst der Milchfluss versiegen kann, außer man möchte abstillen. |
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