| HEILPFLANZEN |
Ruscus aculeatus - Mäusedorn |
| Mäusedorn (syn. Stechmyrte, Stechender Mäusedorn) |
| Der Stechende Mäusedorn ist eine weitverbreitete und typische Art der mediterranen Flora. Sie ist in Südeuropa von Spanien bis Südrussland heimisch, strahlt aber im Westen bis England, im Osten bis Ungarn und Rumänien aus. Ausserhalb von Europa findet er sich in Nordafrika und Vorderasien. Der Stechende Mäusedorn ist aber auch am südlichen Fuss der Alpen, im Wallis, Tessin und Südtirol anzufinden. In Deutschland und Österreich ist er nicht heimisch. |
| Immergrüne mehrjährige, bis zu 90 cm hohe Pflanze mit merkwürdigen blattartigen, derben Kurztrieben, den Phyllokladien, auf denen die kleinen weissgrünen Blüten bzw. die auffälligen roten Beeren stehen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Rusci aculeati rhizoma (syn. Radix Rusci, Rhizoma Rusci, Rhizoma Rusci aculeati); Stechmyrtenrhizom (syn. Mäusedornwurzelstock, Myrtendorn). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Wirksamkeit der Droge wird den Steroidsaponinen zugeschrieben, die bis zu 6`%, des Trockengewichtes ausmachen. Die Hauptsaponine sind Ruscin (monodesmosidischer Spirostanoltyp) und Ruscosid (bidesmosidischer Furostanoltyp), die mit den entsprechenden Aglyka Ruscogenin (1(3-Hydroxydiosgenin) und Neoruscogenin gemeinsam vorkommen. |
| Extrakte werden zur symptomatischen Behandlung von chronischer Veneninsuffizienz (Krampfadern), wie geschwollenen und schweren Beinen, Juckreiz und Schmerzen, eingesetzt. Die Droge soll Beschwerden bei Hämorrhoiden (Juckreiz, Brennen) lindern und ist Bestandteil von Fertigarzneimitteln zur innerlichen und äusserlichen Anwendung. In der Volksheilkunde als Diuretikum und Antiphlogistikum. |
| Es konnte experimentell gezeigt werden, dass Ruscus-Extrakte α-adrenerge Rezeptoren der glatten Muskelzellen in der Gefässwand stimulieren. Dadurch werden erweiterte venöse Gefässe gestützt und gestärkt. Ruscogenin und verwandte Substanzen finden in Salben und Zäpfchen Verwendung, mit deren Hilfe die Schmerzen und Beschwerden bei Krampfadern, lymphatischer Gefässinsuffizienz und akuten Hämorrhoidenattacken symptomatisch gelindert werden. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Der Extrakt aus den Wurzeln ist in einigen innerlich oder äusserlich anzuwendenden Venenmitteln enthalten, die isolierten Ruscogenine in Salben oder Zäpfchen zur Behandlung von Hämorrhoiden. Die empfohlene Tagesdosis beträgt ca. 10 mg Ruscogenine. Mit einer Teezubereitung von Mäusedornwurzelstock wird die wirksame Dosis zur Behandlung der chronisch venösen Insuffizienz nicht erreicht. |
| Der Stechende Mäusedorn war bereits Plinius als Nahrungsmittel bekannt, auch im Tessin wurden die Triebe noch in der Neuzeit gegessen. Aus den Zweigen machte man Besen. Der Stechende Mäusedorn wurde in Deutschland im Winter seiner dekorativen Wirkung wegen gern in Gestecken verwendet, in Südtirol fand er als Grabeinfassung Gebrauch. |
| Letzte Änderung: 30.07.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Asparagales
Asparagaceae
Ruscus
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Wiss. Bez. |
Ruscus aculeatus |
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Auch Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) ist ein traditionelles und wirksames Mittel gegen Hämorrhoiden. Die Aktivität wird den Saponinen zugeschrieben (Glykoside von Hederagenin und Oleanolsäure). |
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Der Name „Mäusedorn” weist auf den alten Brauch hin, als Metzger das aufgehängte Fleisch durch Ruscus-Zweige vor Mäusen schützten. |
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Nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden! |
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