HEILPFLANZEN
Ribes nigrum - Schwarze Jahannisbeere
Ribes nigrum L. (syn. Ribes olidum);
Ahlbeere (syn. Gichtbeere, Schwarze Johannisbeere, Schwarze Träuble, Wanzenbeere).
Ribes nigrum - Jahannisbeere
Ribes nigrum - Jahannisbeere
Ribes nigrum - Jahannisbeere
 
VORKOMMEN
In Europa, Asien und Nordamerika. Die Schwarze Johannisbeere wächst wild in Erlen­brüchen, feuchten Gebüschen und Auwäldern, auf feuchten bis nassen, nährstoffreichen, moorigen bis tonigen Böden.
MERKMALE
Etwa 2 m hoher Strauch mit 3- bis 5-lappigen, doppelt gesägten Blättern. Die grünlich­weissen Blüten stehen in kurzen Trauben; es entwickeln sich schwarzblaue Beeren mit anhaftendem Kelch. Nahe verwandt ist die Rote Johannisbeere (R. rubrum), die als Obststrauch angebaut wird.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Ribis nigri folium - (syn. Folia Ribis nigri); Schwarze Johannisbeerblätter (syn. Ahlbeer­blätter, Bocksbeerblätter, Gichtbeerblätter, Wanzenbeerblätter), die während oder kurz nach der Blüte gesammelten und getrockneten Laubblätter.

2. Ribis nigri fructus (Baccae Ribiae nigri, Fructus Ribis nigri, Ribia nigra); Schwarze Johannisbeeren (syn. Ahlbeeren, Gichtbeeren), die frische, reife Frucht mit den Stielen und Fruchtspindeln.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
1. Ribis nigri folium - Flavonolglykoside (ca. 0,5 %), unter anderem Astragalin, Isoquer­citrin und Rutosid, ferner Proanthocyanidine (ca. 0,4 %) mit unterschiedlichem Polymer­isationsgrad, Spuren von äther. Öl sowie Ascorbinsäure (100-270 mg/100 g Droge, berechnet auf Frischgewicht).

2. Ribis nigri fructus - Anthocyane (bis zu 2 %, unter anderem Cyanidin-3-glucosid, Cyanidin-3-rutinosid und Delphinidin-3-rutinosid), Flavonolglykoside mit den Haupt­komponenten Isoquercitrin, Myricetin-D-glucopyranosid und Rutosid, ferner Fruchtsäuren (ca. 3,5 %), unter anderem Äpfel-, Citronen- und Isocitronensäure, Vitamin C, Hydroxy­zimtsäurederivate, Invertzucker (6-8 %) und Pektine.
PHARMAKOLOGIE
In Versuchen mit Ratten und Katzen konnten harntreibende und blutdrucksenkende Effekte nachgewiesen werden; die Flavonoide vermindern die Durchlässigkeit der Kapillaren und die Prostaglandinbildung. Die oligomeren Proanthocyanidine und eventuell auch die Anthocyanidine der Früchte wirken wahrscheinlich antimikrobiell und antioxidativ. Diese Eigenschaften könnten die traditionelle medizinische Verwendung der Droge teilweise erklären.
ANWENDUNG
1. Ribis nigri folium - Als Tee zur Erhöhung der Harnmenge bei schmerzhaftem Harn­drang, Gicht und rheumatischen Beschwerden. Mitunter auch bei Leber und Galleleiden.

2. Ribis nigri fructus - Volkstümlich in Zubereitungen, z.B als Sirup oder Gelee bei Erkäl­tungskrankheiten, Heiserkeit und Husten, als Vitamin-C-Quelle, mitunter bei Durchfällen und Magenschmerzen. Getrocknete Beeren werden auch bei Harnbeschwerden gekaut. In der Grippe- und Erkältungszeit können die Früchte als schmackhafte Vitamin-C-Quelle zur Nahrungsergänzung dienen. Bei leichtem Durchfall helfen frische reife Früchte oder Fruchtsaft. Das Samenöl enthält etwa 15% γ-Linolensäure (als Alternative zu Nacht­kerzen­samenöl in Gebrauch).
SONSTIGES
Der Gattungsname Ribes wurde zunächst vom persischen ins arabische ribas oder riwas übernommen und galt dem in den Gebirgen Persiens und dem Hindukusch heimischen Rheum ribes, aus dem die Araber einen Sirup bereiteten, den sie als küh­lendes Arznei­mittel nutzten. Als Ersatz für diesen wurde im Mittelalter ein Sirup aus den Beeren von Arten der Gattung Ribes hergestellt und im 16. Jh. der heutige Gattungsname durch deutsche Botaniker endgültig festgelegt.
Letzte Änderung: 10.08.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Ribes nigrum - Jahannisbeere
Ribes nigrum - Jahannisbeere
Ribes nigrum - Jahannisbeere

  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Saxifragales
Grossulariaceae
Ribes
Schwarze Johannisbeere
  Wiss. Bez. Ribes nigrum

Schwarzjohannisbeerfrüchte werden zu Konfitüren oder alkohol­freien Säften verarbeitet. Bekannt ist insbesondere Creme de cassis, ein Likör, der mit Weisswein oder Cham­pagner gemischt und als Apperitif (Kir) getrunken wird.

Aus den Knospen wird ein wert­volles ätherisches Öl gewonnen.