HEILPFLANZEN
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula (syn. Frangula alnus, F. frangula, F. vulgaris, Rhamnus korolkowii, R. nemoralis, R. pentapetala, R. sanguino);

Faulbaum (syn. Amselbaum, Brechwegdorn, Glatter Wegdorn, Grindholz, Pulverholz, Spillbaum, Zapfenholz, Zweckenholz),
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum
VORKOMMEN
Dornenloser, 3–5 m hoher Strauch oder kleiner Baum Europas, aber auch verbreitet in West- und Kleinasien sowie Nordamerika.
MERKMALE
Der Strauch hat keine Dornen und ist 3-5 m hoch. Es ist ein Strauch mit brüchigen Zwei­gen (Prangere bedeutet brechen auf Lateinisch) und unangenehmem Geruch, daher der Name Faulbaum. Die breiten Blätter haben auffällig gebogene Blattnerven; die kleinen grünlichen Blüten entwickeln sich zu kleinen schwarzen Früchten. Nicht mit Echtem Kreuzdorn (Rhamnus catharticus) verwechseln! Zur Blütezeit wird der Faulbaum sehr gerne von einer vielzahl von Bienen besucht.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Frangulae cortex (syn. Cortex Frangulae, Cortex Rhamni frangulae);

Faulbaumrinde (Gelbholzrinde, Pulverholzrinde). Frische Rinde muss gealtert werden (einjährige Lagerung oder Hitzebehandlung).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
In der frischen Rinde liegen die Wirkstoffe als Anthron- oder Dianthronglykoside vor (6%; Frangularosid und Glucofrangularosid). Bei Lagerung oder Hitzebehandlung werden diese zu Anthrachinonglykosiden oxidiert, hauptsächlich zu Glucofrangulin A (Di-Glykosid mit Glucose und Rhamnose), Glucofrangulin B (Di-Glykosid mit Glucose und Apiose), Frangulin A und B (Monoglykoside, nur mit Apiose) und Frangulaemodin-8-O-glucosid. Auch freies Emodin, Physcion und Chrysophanol kommen vor.
Frangulin
PHARMAKOLOGIE
Die Anthracenglykoside wirken als „Pro-Drugs” und werden teilweise im Dickdarm in die laxativen Anthrone und Anthranole umgewandelt.
ANWENDUNG
Die Droge dient direkt als Abführmittel; häufiger ist jedoch der Einsatz von pulverisierter Rinde oder Extrakten in Fertigprodukten. In Kombinationspräparaten wird Faulbaum­rinde gemeinsam mit krampflösenden und Quellstoffdrogen verwendet.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Zur Zubereitung von Tee oder Abkochungen setzt man geschnittene oder pulverisierte Rinde oder Rindenextrakte ein. Typischerweise werden etwa 2 g geschnittene Rinde mit 150 ml kochendem Wasser aufgegossen. Maximale Tagesdosis: 20-30 mg Gesamt-Hydroxy­anthracene.
HOMÖOPATHIE
Rhamnus frangula HAB 1, die frische Rinde der Stämme und Zweige.

Anwendungsgebiet: Bei Verdauungsschwäche mit einer Neigung zu Durchfällen.
SONSTIGES
Die Droge wird seit dem Mittelalter als Abführmittel genutzt.
Letzte Änderung: 10.12..2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum
Rhamnus frangula - Faulbaum

  Ordnung
Familie
Gattung
Rosales
Rhamnaceae
Frangula
  Wiss. Bez. Frangula alnus

Der Name Faulbaum geht auf den leichten Fäulnisgeruch der Rinde zurück.

Das Holz des Faulbaums ergibt eine hochwertige Holzkohle mit geringem Ascheanteil. Diese war besonders in der Vergangenheit begehrt zur Her­stellung von Schwarzpulver. Auf diese Nutzung geht auch der Trivial­name Pulverholz für die Art zurück.

Stimulierende Abführmittel sollten niemals länger als ein oder zwei Wochen ohne ärztliche Beratung eingenommen werden. Sie dürfen nicht während der Schwanger­schaft (Risiko der Fehlgeburt) oder der Stillzeit eingesetzt werden. Bei chro­nischem Gebrauch Kalium­ver­lust: Verstärkte Wirkung von Herz­glyko­siden, Antiarrhythmika.

Traditionelle Medizin
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