| HEILPFLANZEN |
Quercus robur - Stieleiche (Eiche) |
Quercus robur (syn. Quercus femina, Q. fructipendula, Q. germanica, Q. malacophylla, Q. pedunculata)

Stieleiche (syn. Sommereiche). |
| Die Eiche ist in ganz Europa, im Kaukasus und in Kleinasien verbreitet. Das Holz der Eiche ist kostbar, darum wird der Baum immer seltener. |
| Bis zu 50 m hoher Laubbaum, dessen charakteristische kurzgestielte Eichenblätter, lange Blütenstängel und die typische Früchte (Eicheln) unverkennbar sind. Die ähnliche Traubeneiche (Quercus petraea) hat stängellose Blütenstände. Früher wurde Eichenrinde in Europa häufig zum Gerben in der Lederindustrie verwendet. Eichenholz wird noch heute zur industriellen Gewinnung von Gerbstoffen genutzt (insbesondere in der Wein- und Branntweinindustrie). |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Quercus cortex - (syn. Cortex Quercus); Eichenrinde (syn. Spiegelrinde), die getrocknete Rinde der jungen Zweige und Stockausschläge von Quercus petraea und Quercus robur.

2. Quercus folium - (syn. Folia Quercus); Eichenblätter, die getrockneten Blätter.

3. Quercus semen - (Glandes Quercus excorticatae, Semen Quercus); Eicheln, die von der Samenschale befreiten Samenkerne. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Quercus cortex : - Gerbstoffe vom Catechin-Typ (8 bis 20 %, abhängig vom Alter und Erntezeitpunkt), aufgebaut aus oligomeren Proanthocyanidinen mit (+)-Catechin, (-)-Epicatechin und (+)-Gallocatechin als dominierende Grundbausteine. Weitere Bestandteile sind Ellagitannine und komplexe Tannine (wie Castalagin, Roburin) sowie Quercitol, Triterpene und β-Sitosterol.

2. Quercus folium - Gerbstoffe (6-11 %), Polyphenole (ca. 7 %), Flavonoide, Triterpene, Cyclitole.

3. Quercus semen - Gerbstoffe (7 %), ferner unter anderem Quercitol und Mesoinositol.
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| Gerbstoffe hemmen oder denaturieren Proteine wie Enzyme und Rezeptoren unspezifisch; es ist deshalb plausibel, die antimikrobiellen, antiviralen,anthelmintischen, entzündungshemmenden und blutstillenden Eigenschaften den Gerbstoffen zu zuschreiben. |
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1. Quercus cortex - Äusserlich bei entzündlichen Hauterkrankungen, Schleimhautentzündungen im Mund und Rachenbereich, Entzündungen im Anal- und Genitalbereich sowie in Form von Bädern bei nässenden Dermatosen, innerlich gelegentlich bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen.

Gegenanzeigen: Äusserlich bei großflächigen Hautschäden sowie als Sitzbäder bei fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz (Stadium III und IV) oder Hypertonie (Stadium IV). Prinzipiell sollte die Anwendung bei Durchfall ohne ärztliche Behandlung nicht länger als 3 bis 4 Tage und die übrigen Anwendungsgebiete nicht länger als 2 bis 3 Wochen betragen. Dosierung: Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis ½ Teelöffel (ca. 1,5g) feingeschnittene oder grob gepulverte Droge. Als Tagesdosis werden 3g Droge empfohlen. Für Spülungen verwendet man 20g Droge/1 l Wasser und als Badezusatz 5g Droge/1 l Wasser.

2. Quercus folium - In der Volksheilkunde innerlich bei Blutungen, Bluthusten sowie Durchfällen, Harninkontinenz und Scheidenausfluss. Äußerlich wird die Droge bei eitrigen Bindehautentzündungen, bei Scheidenausfluss und Gebärmutterentzündungen eingesetzt.

3. Quercus semen - Volkstümlich bei Magen- und Darmbeschwerden. |
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1. Quercus, äthanol. Decoctum HAB 1, die getrocknete Rinde junger Zweige und Stockausschläge von Qercus robus und Quercus petraea.

Anwendungsgebiet: in der anthroposophischen Therapierichtung. |
Quercus ist der Name der Eiche bei den Römern. Die deutsche Bezeichnung Eiche, mittelhochdeutsch eich, ist gemeingermanisch. Eichen standen bei allen Völkern, im Altertum besonders bei den Persern und Israeliten, in hohem Ansehen. Dioskurides verordnete Eichenrinde, die er wie folgt charakterisierte: "Die ganze Eiche hat adstringierende und austrocknende Kraft; am meisten adstringiert aber von ihr die hautartige Substanz zwischen Rinde und Stamm. Die Abkochung wird denen gegeben, die am Magen, an Dysenterie und Blutspeien leiden.". |
| Letzte Änderung: 18.10.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Fagales
Fagaceae
Quercus
Stiel-Eiche
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Wiss. Bez. |
Quercus robur |
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Bei innerlicher Anwendung kann die Resorption von Alkaloiden und von anderen basischen Arzneimitteln behindert werden. Sollte der Durchfall länger als 3-4 Tage anhalten, ist ein Arzt zu konsultieren. |
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Während Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne Anraten des Arztes innerlich anwenden! |
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