HEILPFLANZEN
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris (syn. Anemone acutipetala, A. bogenhardiana, A. collina, A. janczewskii, A. praecox, A. pulsatilla, A. punica, Pulsatilla amoena, P. bogenhardiana, P. intermedia, P. pulsatilla, P. recta);

Kuhschelle (syn. Ackerschelle, Gemeine Küchenschelle),
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
VORKOMMEN
Der natürliche Lebensraum der Gewöhnlichen Kuhschelle sind lichte Kiefernwälder und Magerrasen, meist in sonniger Hanglage auf kalkreichem Boden. Die Art stellt relativ hohe Temperaturansprüche und fehlt deshalb in sommerkühlen Landschaften. Sie ist ausserdem sehr lichtliebend und verschwindet bei Überdüngung unter dem Konkur­renz­druck anderer Pflanzen sehr schnell.
MERKMALE
Kleine mehrjährige Pflanze mit behaarten Stängeln, fein gefiederten Blättern und gros­sen glockenförmigen, violettblauen Blüten und auffälligen, silberhaarigen Frucht­stän­den. Die Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis) und andere Pulsatilla-Arten sind eine alternative Quelle für Pflanzenmaterial. Die Wurzeln von P. chinensis werden in der TCM unter dem Namen bai tou weng verwendet.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Pulsatilla-Frischpflanze - die frischen, oberirdischen Teile zur Zeit der Blüte.

2. Pulsatillae herba (syn. Herba Pulsatillae) - Kuhschellenkraut, die getrockneten, gegen Ende der Blüte gesammelten oberirdischen Teile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
RanunculinDas frische Kraut enthält Ranunculin, ein Terpen­lac­ton, das beim Trocknen der Pflanze in Protoanemonin umgewandelt wird; diese Substanz kann zum nicht-toxischen Anemonin dimerisieren.
ANWENDUNG
Zubereitungen werden traditionell genutzt: bei Husten, Menstruationsschmerzen, neu­roti­schen Beschwerden und Schlaflosigkeit. Auch Probleme des Magendarmtrakts, der Harnwege und Geschlechtsorgane, Entzündungen von Haut und Schleimhaut, Neural­gien und Migräne werden unter den traditionellen Anwendungen aufgeführt. Küchen­schelle ist eines der gängigsten homöopathischen Mittel und wird bei einer Vielzahl von Beschwerden, wie Depressionen, Kopf- und Magenschmerzen, unregelmässiger Monats­blut­ung und Problemen der Lunge, Nieren, Leber, Harnblase und Haut eingesetzt.
PHARMAKOLOGIE
ProtoanemoninProtoanemonin ist eine reaktive Verbindung mit einer exocyclischen Methylengruppe; diese kann fest an Proteine und DNA binden (antibakteriell und führt zur Blockade des ZNS). Auf der Haut kann Protoanemonin zu schweren allergischen Dermatosen (Jucken, Blasenbildung und Ausschlägen) führen.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Teezubereitung: kleine Mengen der Droge. Häufig werden Extrakte als Bestandteil von Fertigarzneimitteln verwendet.
SONSTIGES
Der Gattungsname Pulsatilla kommt vom lateinischen pulsare (schlagen, läuten), wohl als Hinweis auf die Glockenform der Blüten. Die Pflanze soll bereits von den alten Kelten medizinisch verwandt worden sein und Hippokrates verordnete sie zur Verbesserung der Menstruation sowie zur Unterdrückung hysterischer Angstzustände.
Letzte Änderung: 13.10.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris - Küchenschelle

  Ordnung
Familie
Gattung
Ranunculales
Ranunculaceae
Pulsatilla
  Wiss. Bez. Pulsatilla vulgaris

Die Form der halb geschlossenen Blüte ähnelt einem Glöckchen oder auch einer Kuhschelle. Die Ver­klei­nerungsform „Kühchen“ hat zur Bezeichnung „Küchen“-Schelle geführt. Eine ähnliche Herleitung gilt für den wissenschaftlichen Gat­tungs­namen Pulsatilla, der sich vom lateinischen Wort pulsare für schla­gen, läuten ableitet.

Unter den Arten der Gattung der Kuhschellen ist die Gewöhnliche Kuhschelle die einzige, die häufiger Verwendung in Gärten findet. Die übrigen Arten stellen so spezifische Anforderungen, dass sie im Wes­ent­lichen auf Botanische Gärten be­schränkt bleiben.

Frische Küchenschelle kann starke Hautreizungen auslösen; bei Ver­zehr werden Niere und Harn­wege stark gereizt. Da nicht bekannt ist, wieweit Ranunculin und Proto­ane­mo­nin beim Trocknungsprozess ab­ge­baut wor­den sind, ist auch bei der Ver­wen­dung der Droge Vorsicht geboten.

Traditionelle Medizin