HEILPFLANZEN
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
Potentilla anserina (syn. Argentina anserina, A. vulgaris, Dactylophyllum anserina, Fragaria anserina, Potentilla argentina);

Gänsefingerkraut (syn. Gänserich, Ganskraut, Krampfkraut, Silberkraut),
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
VORKOMMEN
Asien, Europa und Nordamerika; Drogenmaterial überwiegend aus Wildsammlungen in Osteuropa.
MERKMALE
Mehrjährige, niederliegende Pflanze, die sich über Ausläufer vermehrt. Kennzeichnend sind die vielpaarig gefiederten Grundblätter, die deutlich gezähnt und unterseits silbrig behaart sind. Die gelben Blüten stehen auf langen Stängeln. Gänsefingerkraut ist eine von zwei traditionellen Arzneipflanzen der Gattung Potentilla (siehe Potentilla erecta).
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Anserinae herba (syn. Herba Anserinae, Herba Potentillae argentinae, Potentillae anserinae herba); Fingerkraut (syn. Gänsefingerkraut, Krampfkraut, Silberkraut), die kurz vor oder während der Blüte gesammelten und getrockneten, ganzen oder zerkleinerten Blätter und Blüten.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Die Blätter enthalten mindestens 5-10% Gerbstoffe; ihnen werden die adstringierenden Eigenschaften zugeschrieben. Die Gerbstoffe gehören zum Typ der Ellagitannine und liegen sowohl als Mono-als auch als Dimere vor. Auch Flavonoide (Kämpferol, Myricetin, Quercetin), Proanthocyanidine und Phenolcarbonsäuren haben vermutlich Anteil an den medizinischen Eigenschaften der Pflanze.
PHARMAKOLOGIE
Gänsefingerkraut wird vor allem wegen seiner adstringierenden Eigenschaften verwen­det; diese hängen offensichtlich mit dem hohen Gerbstoffgehalt zusammen. Gerbstoffe mit ihren zahlreichen Hydroxylgruppen interagieren mit Proteinen: Sie ändern die Kon­formation von Enzymen, Rezeptoren und Transportern und führen häufig zu einer Inakti­vierung. Dies würde die beobachteten antimikrobiellen, entzündungshemmenden und blutstillenden Aktivitäten erklären. Wie Tierversuche zeigten, wirkt die Droge auf den Tonus und die Kontraktionshäufigkeit der Gebärmuttermuskulatur, wodurch die traditio­nelle Anwendung bei schmerzhafter Monatsblutung plausibel erscheint.
ANWENDUNG
Vorwiegend zur Behandlung von unspezifischem Durchfall und Schleim­haut­ent­zünd­ungen des Mund- und Rachenraumes; ferner bei leichteren Menstruationsstörungen. Die Droge wird traditionell gegen Krämpfe und Koliken empfohlen. Wegen der adstrin­gieren­den Eigenschaften soll sie gegen blutende Hämorrhoiden, wunde Stellen und Ekzeme wirken.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Aufguss: 2 g Droge, bis zu dreimal täglich; der Aufguss kann ferner äusserlich auf die Haut aufgetragen oder als Gurgellösung bei Mund- und Racheninfekten eingesetzt werden.
HOMÖOPATHIE
Potentilla anserina HAB 1; Gänsefingerkraut, die zur Blütezeit geernteten, frischen, ober­irdischen Pflanzenteile.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der weiblichen Gesch­lechts­organe sowie bei spastischer Diathese.
SONSTIGES
Der Gattungsname Potentilla leitet sich vom lateinischen potens (mächtig) ab, Bezug nehmend auf die grosse Heilkraft, die man der Pflanze zumass. Der Artname anserina, vom lateinischen anser (Gans), bezieht sich auf die Verwendung als Gänsefutter. Bereits Dioskurides verwandte die Pflanze, unter anderen bei Diarrhoe.
Letzte Änderung: 16.03.2012 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut
Potentilla anserina - Gänsefingerkraut

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Rosales
Rosaceae
Rosoideae
Potentilla
Gänsefingerkraut
  Wiss. Bez. Potentilla anserina

Gegen Zahnfleischentzündung wird in der Volksheilkunde die Wurzel des Gänsefingerkrautes gekaut.
Das Gänsefingerkraut ist in zahl­reichen Fertigpräparaten enthalten, z.B. Coop Frauentee.

Durchfallerkrankungen bei Säug­lingen und Kleinkindern sollten immer sofort von einem Arzt behandelt werden. Durchfall kann bei Säug­lingen sehr schnell zu Austrocknung führen und ist dann lebens­bedroh­lich. Dauert bei Erwachsenen eine Durchfallerkrankung mehrere Tage an, so ist auch hier ein Arztbesuch unumgänglich.

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