Schlangen-Knöterich - Bistorta officinalis

Persicaria bistorta (syn. Polygonum bistorta, Bistorta major, Persicaria amoenum, P. ellipticum)
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Wiesen-Knöterich (syn. Natter-Knöterich, Natterwurz, Schafzunge, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz).

Wiesenknöterich

Schlangenknöterich

Bistorta officinalis - Schlangenknöterich

VORKOMMEN

Diese Pflanzenart ist nahezu zirkumpolar verbreitet. In Europa fehlt diese Art weitgeh­end in Skandinavien. Im Süden ist sie nur in Gebirgen vertreten. Standorte sind feuchte Humusböden, die reich an Stickstoff- und Mineralverbindungen sind. Man findet sie vor allem in Feuchtwiesen der Niederungen bis zur alpinen Stufe. Er gehört zu den Zeigerpflanzen für Nässe.

MERKMALE

Der Schlangen-Knöterich ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 100 cm erreicht, mit aufrechten, unverzweigten Stängeln. Das kräftige Rhizom ist s-förmig schlangenartig gewunden, davon leitet sich auch der deutsche Trivialname ab. Die Blattspreite der Grundblätter ist oval bis länglich und wird bis 15 cm lang. Die Oberseite der Laubblätter ist dunkelgrün, die Unterseite ist bläulichgrün.
Die rosafarbenen Blüten sind 4 bis 5 mm lang und stehen in dichten zylindrischen Scheinähren, die etwa 2 bis 7 cm lang werden. Die Blüte besitzt acht Staubblätter und drei Griffel. Die Nussfrüchte sind dreikantig. Der Schlangenknöterich blüht von Mai bis Juli. Fruchtreife ist von August bis September.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Bistortae rhizoma (syn. Radix Polygoni bistortae, Rhizoma bistortae); Knöterichwurzel (syn. Drachenwurz, Krebswurz, Natternwurzel, Otterwurz, Schlangenwurzel), das getrocknete Rhizom mit Wurzeln.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Die Droge enthält vor allem Gerbstoffe (bis zu 20 %), aus Catechin- und Tanningerbstoffen bestehend.

PHARMAKOLOGIE

Gerbstoffe besitzen bekanntlich adstringierende Eigenschaften (sie kontrahieren Gewebe und Adern und verringern Blutungen). Gerbstoffe interagieren unspezifisch mit bakteriellen Proteinen, stören damit die Vermehrung der Mikroorganismen und „entgiften” folglich das Verdauungssystem bei Infekten und Durchfall.

ANWENDUNG

Die volksmedizinsche Anwendung bevorzugt Teezubereitungen. Abkochungen und Aufgüsse innerlich unter anderem bei Durchfällen und inneren Blutungen. Der Schlangenknöterich wird lokal unter anderem als Gurgel- und Spülmittel bei allen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, äusserlich bei Geschwüren sowie Wundbehandlungen mit Umschlägen und Teilbädern verwendet. Hager empfiehlt die Droge besonders zur Behandlung von Durchfällen bei Kindern. In einigen Fällen wurden die Droge bzw. Drogenzubereitungen bei verschiedenen Tumorarten angewendet. Die Wirksamkeit der Droge und ihrer Zubereitungen bei Tumoren ist nicht belegt. Zur Wirksamkeit bei Haut- und Schleimhauterkrankungen liegen keine nachvollziehbaren Wirksamkeitsbelege vor.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Tee: 1-2 g als Aufguss, zwei- bis dreimal täglich. Aufguss und Abkochung können auch äusserlich angewandt werden.

STATUS

SCHLANGEN-KNÖTERICH IM GARTEN

Der Schlangen-Knöterich liebt frischen, humosen und gut durchlässigen Untergrund. Der Boden sollte feucht sein, da dies unabdingbar für ein gutes Wachstum dieser Pflanze ist. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, gerne auch am Ufer eines Gartenteichs. Fühlt sich der Schlangen-Knöterich wohl, so breitet er sich gerne stark aus.

Schlangenknöterich

SONSTIGES

Der Schlangen-Knöterich wird auch als Wildgemüse verwendet. Die stärkereichen Wur­zeln, die auch Vitamin C enthalten, kann man von September in den Winter in feine Scheiben geschnitten über Nacht in Wasser einlegen und dann mit Blattgemüse oder als Bratling verarbeitet essen. Von April bis August kann man die Blätter als Grundlage für Blattsalat, Spinat oder Blattgemüsegerichte verwenden.

Letzte Änderung: 01.01.2018 / © W. Arnold