| HEILPFLANZEN |
Persicaria (Polygonum) bistorta - Schlangen-Knöterich |
Persicaria bistorta (syn. Polygonum bistorta, Bistorta major, Persicaria amoenum, P. ellipticum)

Wiesen-Knöterich (syn. Natter-Knöterich, Natterwurz, Schafzunge, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz |
| Diese Pflanzenart ist nahezu zirkumpolar verbreitet. In Europa fehlt diese Art weitgehend in Skandinavien. Im Süden ist sie nur in Gebirgen vertreten. Standorte sind feuchte Humusböden, die reich an Stickstoff- und Mineralverbindungen sind. Man findet sie vor allem in Feuchtwiesen der Niederungen bis zur alpinen Stufe. Er gehört zu den Zeigerpflanzen für Nässe. |
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| Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit kriechenden Rhizomen, länglichen Blättern und kleinen rosa Blüten in langen walzenförmigen Blütenständen; die Art wächst auf Feuchtwiesen. Schlangen-Knöterich wird häufig noch unter dem Synonym Polygonum bistorta geführt. Persicaria-Arten werden in verschiedenen Teilen der Welt in der traditionellen Medizin und als Nahrungspflanzen genutzt, z. B. Persicaria chinense, Persicaria hydropiper und Persicaria odorata. Letztere, auch als rau ram bekannt, ist von besonderem Interesse. Die Blätter spielen eine wichtige Rolle in der vietnamesischen und chinesischen Küche und liefern ein ätherisches Öl, das für die Nahrungsmittel- und Parfumindustrie entwickelt wird. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Bistortae rhizoma (syn. Radix Polygoni bistortae, Rhizoma bistortae); Knöterichwurzel (syn. Drachenwurz, Krebswurz, Natternwurzel, Otterwurz, Schlangenwurzel), das getrocknete Rhizom mit Wurzeln. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Gerbstoffe (oligomere Proanthocyanidine, Gallotannine und Catechingerbstoffe) gelten als die wichtigsten Inhaltsstoffe und liegen in den Rhizomen in sehr hoher Konzentration (15-36%) vor. Die ganze Pflanze akkumuliert ausserdem Kieselsäure. Die für die Polygonaceae typischen Anthrachinone fehlen in Persicaria fast völlig.
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| Die volksmedizinsche Anwendung bevorzugt Teezubereitungen. Abkochungen und Aufgüsse innerlich unter anderem bei Durchfällen und inneren Blutungen. Der Schlangenknöterich wird lokal lokal unter anderem als Gurgel- und Spülmittel bei allen Entzündungen im Mund- und Rachenraum, äusserlich bei Geschwüren sowie Wundbehandlungen mit Umschlägen und Teilbädern verwendet. Hager empfiehlt die Droge besonders zur Behandlung von Durchfällen bei Kindern. In einigen Fällen wurden die Droge bzw. Drogenzubereitungen bei verschiedenen Tumorarten angewendet. Die Wirksamkeit der Droge und ihrer Zubereitungen bei Tumoren ist nicht belegt. Zur Wirksamkeit bei Haut- und Schleimhauterkrankungen liegen keine nachvollziehbaren Wirksamkeitsbelege vor.
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| Gerbstoffe besitzen bekanntlich adstringierende Eigenschaften (sie kontrahieren Gewebe und Adern und verringern Blutungen). Gerbstoffe interagieren unspezifisch mit bakteriellen Proteinen, stören damit die Vermehrung der Mikroorganismen und „entgiften” folglich das Verdauungssystem bei Infekten und Durchfall. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 1-2 g als Aufguss, zwei- bis dreimal täglich. Aufguss und Abkochung können auch äusserlich angewandt werden. |
| Der Schlangen-Knöterich wird auch als Wildgemüse verwendet. Die stärkereichen Wurzeln, die auch Vitamin C enthalten, kann man von September in den Winter in feine Scheiben geschnitten über Nacht in Wasser einlegen und dann mit Blattgemüse oder als Bratling verarbeitet essen. Von April bis August kann man die Blätter als Grundlage für Blattsalat, Spinat oder Blattgemüsegerichte verwenden. |
| Letzte Änderung: 14.04.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Caryophyllales
Polygonaceae
Bistorta
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Wiss. Bez. |
Bistorta officinalis |
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Die Wirkung des Schlangenknöterichs, besonders die seiner Wurzel, ist oft mit derjenigen der peruanischen Ratanhiawurzel oder der Wurzel des Blutwurzes verglichen worden; auch diese beiden Pflanzen enthalten grosse Mengen an Gerbstoffen. |
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Das verdickte, schlangenförmige Rhizom galt früher als Heilmittel und wurde im Sinne der Signaturenlehre bei Schlangenbissen eingesetzt. Auf diesen Zusammenhang verweist auch der Name. |
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Grössere Gerbstoffmengen werden von magenempfindlichen Menschen schlecht vertragen. In einem solchen Fall sollte auf die Anwendung der Droge verzichtet werden. |
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Traditionelle Medizin
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