| HEILPFLANZEN |
Plantago lanceolata - Spitzwegerich |
Plantago lanceolata L. (syn. Arnoglossum lanceolatum, Plantago flexuosa, P. lanceofolia, P. longistipes, P. sylvatica).

Spitzwegerich (syn. Heilwegerich, Wundwegerich) |
| Weltweit innerhalb der kühl-gemässigten Zonen. |
| Rosettenbildende mehrjährige Pflanze mit lineal-Ianzettlichen, parallelnervigen Blättern. Die zahlreichen weisslichen Blüten stehen zwischen häutigen Tragblättern in einer dichten Ähre. Auch Breitwegerich (P. major) und Mittlerer Wegerich (P. media) werden als Arzneipflanzen genutzt. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Plantaginis lanceolatae folium (syn. Folium Plantaginis, Plantaginis folium); Spitzwegerichblätter, die getrockneten Laubblätter.

Plantaginis lanceolatae herba (syn. Herba Plantaginis angustifoliae, Herba Plantaginis lanceolatae); Spitzwegerichkraut (syn. Plantago-lanceolata-Kraut), das getrocknete Kraut. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Iridoidglykoside (1,9-2,4 %), besonders Aucubin und Catalpol Schleimpolysaccharide (ca. 2 %), überwiegend aus Rhamnogalacturonan mit Arabinogalactan-Seitenkette bestehend, ferner Flavonoide, Kaffeesäureglykoside, Hydroxyzimtsäuren mit Chlorogensäure und Neochlorogensäure sowie Gerbstoffe (ca. 6,5 %) und Kieselsäure.

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| Die Droge wirkt adstringierend, entzündungshemmend und antibakteriell. Die antimikrobielle Wirkung wird dem Aucubin, genauer dem Aglykon, Aucubigenin, zugeschrieben. Aucubin, die anderen Iridoidsglykoside bzw. deren Metabolite hemmen offenbar die Prostaglandinbildung; dies würde die entzündungshemmenden Eigenschaften erklären. Die Drogen haben bronchienerweiternde, blutdrucksenkende, schwach abführende und leberschützende Effekte gezeigt; die zugrundeliegenden pharmakologischen Mechanismen sind nicht belegt. |
| Katarrhe der Luftwege, oft Bestandteil von Bronchialtees, entzündliche Prozesse im Mund-Rachen-Raum. Äusserlich bei Hauterkrankungen. Volkstümlich auch bei Magen- und Leberleiden sowie äusserlich - meist als Frischdroge - bei Verletzungen als Wundheilmittel. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tee: 2–4 g Droge, durchschnittliche Tagesdosis 3-6 g. Frischer Pflanzensaft oder pulverisierte Droge ist Bestandteil von Salben. Extrakte sind in hustenreizstillenden, expektorierenden und bronchospasmolytischen Präparaten enthalten. Breitwegerich wird ähnlich verwendet (2-4 g Droge pro Aufguss, dreimal täglich). |
| Plantago lanceolata HAB 34, die frische Pflanze. |
| Der Gattungsname Plantago ist aus dem lateinischen planta (Fusssohle) entstanden, Bezug nehmend auf die entfernte Ähnlichkeit der Blätter von Plantago major mit dem Abdruck einer Fusssohle. Die Art lanceolata (Lanze, Spiess) bezieht sich auf die Form dieser Blätter. Die deutsche Bezeichnung Wegerich, althochdeutsch wegarih, ist sehr alt. Verbunden mit dem althochdeutschen rih (König) kann sie als Wegbeherrscher oder "um und auf dem Wege lagernd" angesehen werden. Wegericharten standen sowohl bei den Ärzten des klassischen Altertums als auch im Mittelalter in hohem Ansehen und wurden als Drogen sehr vielfältig eingesetzt. |
| Letzte Änderung: 10.06.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Lamiales
Plantaginaceae
Plantago
Spitzwegerich
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Wiss. Bez. |
Plantago lanceolata |
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Zur Behandlung von Entzündungen des Mund- und Rachenraumes werden Mazerate, Fluidextrakte, Sirupe, der Presssaft der frischen Pflanze sowie Pastillen verwendet. |
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In Mangelzeiten nach den beiden Weltkriegen und während der Weltwirtschaftskrise war Salat aus wildwachsendem Spitzwegerich ein beliebter Ersatz für unerschwingliches oder nicht erhältliches Grünzeug. |
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