HEILPFLANZEN

Pfeffer - Piper nigrum

Piper nigrum (syn. Muldera multinervis, M. wightiana, Piper aromaticum, P. trioicum);
Piper nigrum - Pfeffer
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VORKOMMEN

Die ursprüngliche Heimat dieser Pflanze ist Indien, speziell die Malabarküste. Im Zuge der Ausbreitung der indischen Kultur nach Südostasien gelangte der Pfefferanbau vor ca. 1000 Jahren in das heutige Indonesien und Malaysia.
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MERKMALE

Die Pfefferpflanze ist eine ausdauernde, verholzende Kletterpflanze, die an Bäumen emporwächst und rund zehn Meter hoch werden kann. In der Kultur hält man die Pflanze üblicherweise auf einer Höhe von 3 bis 4 Metern.
Die kleinen, unauffälligen Blüten stehen in ca. 10 Zentimeter langen Ähren mit 50 bis 150 Einzelblüten, die bei kultiviertem Pfeffer, anders als bei Wildsorten, zum grössten Teil (bis zu 90 Prozent) zwittrig sind.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Piperis nigri fructus (syn. Fructus Piperis nigri, Piper nigrum); Schwarzer Pfeffer, die vor der Reife gesammelten und getrockneten, beerenartigen Früchte.

Gewinnung: Man streift die Früchte von den Spindeln ab und trocknet sie dann. Die Trocknung der noch grünen, ungeschälten Steinfrüchte erfolgt in der Sonne, am Feuer oder auf geheizten Unterlagen, wobei sie sich durch die vorhandenen Phenole und Phenolcarbonsäuren schwarz färben.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Ätherisches Öl:
Bis zu 2,6 % ätherisches Öl mit komplexer Zusammensetzung. Das Öl enthält ca. 90 % Terpenkohlenwasserstoffe und ca. 10 % sauerstoffhaltige Terpene. Hauptkomponenten sind Sabinen (bis 25 %), Limonen (bis 20 %), Caryophyllen (bis 15 %), β-Pinen (bis 12 %), α-Pinen (bis 12 %), Δ-Caren (ca. 5 %), β-Bisabolen (bis 3 %), p-Cymen, Myrcen, α-Phellandren, Terpinen-4-ol und α-Thujen.

Sesquiterpenkohlenwasserstoffe:
α- und β-Cubeben und zahlreiche andere Komponenten.

PiperinSäureamide:
5 bis 10 % scharf schmeckende Säureamide mit Piperin als Hauptkomponente. Nebenamide sind Piperylin und die Piperoleine A bis C.

Phenolcarbonsäuren:
Ein 3,4-Dihydroxyphenylethanolglykosid und dessen Aglykon. Diese Verbindungen bewirken die enzymatisch katalysierte Schwarzfärbung (Oxidation) der frischen Früchte.

Weitere Verbindungen:
10 % fettes Öl und ca. 45 % säurelabile Polysaccharide.
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ANWENDUNG

Schwarzer Pfeffer wird ausschliesslich in der Volksheilkunde verwendet.:

Innerlich: Als verdauungsfördemdes Mittel bei Magenbeschwerden. In der indischen Medizin als Expectorans bei Bronchitis.
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Äusserlich: In Salben Hautreizmittel bei Neuralgien.
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Die Wirksamkeit der Anwendungen bei Magenbeschwerden erscheint wegen des Gewürzcharakters (Scharfstoffe) der Droge plausibel. Klinische Studien oder wissenschaftliche Bewertungen liegen nicht vor.

In Mitteleuropa wird Pfeffer nur selten verwendet. Grosse Bedeutung hat die Droge in der Ayurveda-Medizin.
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PHARMAKOLOGIE

Piperin besitzt eine ZNS-dämpfende und antikonvulsive Wirkung, Piperin und andere Säureamide (insbesondere Pipercid und Retrofractamid A) besitzen insektizide Eigenschaften. Trotz der intensiven Nutzung von Pfeffer als Gewürz liegen nur wenige Arbeiten vor, in denen die genannten Wirkungen nachgewiesen wurden.
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Piperin regt, wie alle scharfen Stoffe, den Stoffwechsel sowie die Sekretion (Speichel, Verdauungssäfte) an und wirkt antimikrobiell. Gelegentlich wird es deshalb zur Unterstützung einer Fastenkur eingenommen. Es gibt Hinweise darauf, dass Piperin als Bioenhancer die Bioverfügbarkeit von anderen Stoffen erhöhen kann (Vermeidung des First-Pass-Effekts, erhöhte Resorption im Magen-Darm-Bereich). Aus diesem Grund wird es zunehmend im Bodybuilding und Kraftsport als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Auch die Pharmaindustrie forscht deshalb an Piperin.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Als verdauungsförderndes Mittel werden 0,3 bis 0,5 g eingenommen. Die maximale Tagesdosis beträgt 1,5 g.
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Der Pfeffer ist auch Bestanteil von Melisana Klosterfreu Melissengeist®, neben u.a. Alant, Enzian, Bitterorange, Engelwurz, Muskatnuss, Ingwer, Galgant und Melisse.
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HOMÖOPATHIE

Piper nigrum HAB 34; die unreifen, getrockneten Früchte.
Anwendungsgebiet: Schleimhautreizung, Milchfluss.
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SONSTIGES

Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum), der seit über zweitausend Jahren in Südindien angebaut wird, wurde seit jeher auf der ganzen Welt geschätzt. Trotz seines zeitweise enorm hohen Preises war der Pfeffer bereits bei den Römern sehr beliebt.
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Letzte Änderung: 29.08.2015 / © W. Arnold
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.

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Spacer Wikipedia

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Piper nigrum - Pfeffer

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  Ordnung
Familie
Gattung
Piperales
Piperaceae
Piper
  Wiss. Bez. Piper nigrum

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Spacer Piperin kann die Resorption anderer Arzneistoffe um mehr als das Doppelte steigern.