| HEILPFLANZEN |
Piper nigrum - Pfeffer |
| Piper nigrum (syn. Muldera multinervis, M. wightiana, Piper aromaticum, P. trioicum); |
| Die ursprüngliche Heimat dieser Pflanze ist Indien, speziell die Malabarküste. Im Zuge der Indisierung Südostasiens verbreitete sich der Pfefferanbau vor ca. 1000 Jahren in das heutige Indonesien und Malaysia. Die grössten Anbauländer von Pfeffer sind Vietnam, Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia. |
 |
| Immergrüne Kletterpflanze (bis zu 5 m) mit herzahnlichen Blättern, kleinen Blüten und beerenartigen, bei der Reife roten Früchten. Weitere Piper-Arten sind von medizinischem Interesse: Die Blätter des Betelpfeffers (Piper betle) aus Malaysia werden zusammen mit etwas Löschkalk um die Betelnuss (Samen der Arecapalme, Areca catechu) gewickelt; dieser Betelbissen wird gekaut und wirkt zentral sedierend. Cubebenpfeffer, das heisst die Früchte von Piper cubeba aus Indonesien, wirken verdauungsfördernd und expektorierend; das ätherische Öl wird in der Aromatherapie genutzt. Die Blätter von Matiko (Piper angustifolium =Piper elongatum) aus Südamerika werden zur Diurese, zum Desinfizieren der Harnwege und gegen Durchfall verwendet, ferner äusserlich bei Hautproblemen und Hämorrhoiden. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Grüner Pfeffer : die unreifen, ganzen frischen Früchte in konservierter Form.

Weisser Pfeffer (Piperis albi fructus): die vollreifen Früchte, deren äusseren Fruchtwandschichten vor dem Trocknen entfernt wurden.

SchwarzerPfeffer (Piper nigri fructus): die fast reifen, vollständigen und getrockneten Früchte.
|
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Ätherisches Öl (bis zu 3,5%) und 5-10% scharfe Säureamide (Pseudoalkaloide). Der Hauptwirkstoff ist Piperin, ferner zahlreiche strukturverwandte Alkaloide. Das scharf riechende Öl enthält hauptsächlich Sabinen, Pinen, Phellandren, Linalool und Limonen. Langer Pfeffer (Piper longum) hat ähnliche Inhaltsstoffe. |
Schwarzer Pfeffer spielt in der Ayurveda-Medizin eine wichtige Rolle: zur Stimulierung des Verdauungssystems, Anwendung bei Übelkeit, allgemeinen Verdauungsstörungen und Appetitmangel. In der Volksheilkunde wird die Droge auch bei Bronchitis eingesetzt. In Form von Salben dient sie als Hautreizmittel bei Neuralgien sowie bei Befall mit Krätze.
Atherisches Öl: äusserlich bei Zahn- und Rheumaschmerzen, ferner gegen Ektoparasiten. |
| Piperin besitzt ZNS-dämpfende und antikonvulsive Wirkung. Pfeffer ist antimikrobiell und kann das Verdauungssystem (gallenflussfördernd) und das Kreislaufsystem stimulieren. Piperin besitzt ausserdem insektizide Eigenschaften. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Innerlich: Tagesdosis 0,3–0,6 g der Fruchtdroge, maximal 1,5 g. |
Piper nigrum HAB 34; die unreifen, getrockneten Früchte.
Anwendungsgebiet: Schleimhautreizung, Milchfluss. |
| Pfeffer war schon seit dem Altertum in Europa bekannt und findet sich unter den Arzneimitteln des Hippokrates. Die im Altertum aus Indien eingeführten Mengen waren sehr beträchtlich. So gehörten z.B. 3000 Pfund Pfeffer zum Lösegeld, das Alarich, König der Ostgoten, bei der Belagerung Roms 408 n.Chr. erhielt. Im Mittelalter wurde Pfeffer sehr hoch geschätzt, und der Handel ging fast ausschliesslich vom Orient über Venedig ins übrige Europa. Das änderte sich erst, als der Seeweg nach Indien entdeckt wurde und die Portugiesen 1503 die erste Gewürzsendung nach Lissabon brachten. |
| Letzte Änderung: 24.04.2011 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Ordnung
Familie
Gattung |
Piperales
Piperaceae
Piper
|
| |
Wiss. Bez. |
Piper nigrum |
 |
 |
Der scharfe Geschmack, des Pfeffers wird nicht über die Geschmacksknospen der Zunge (süss, sauer, bitter, salzig) sondern als Hitze- oder Schmerzreiz über Schmerzrezeptoren wahrgenommen. Dadurch kommt es zur Erweiterung der Gefässe, einer besseren Durchblutung der Gewebe und verstärktem Schwitzen. |
 |
 |
Traditionelle Medizin
|
|