| HEILPFLANZEN |
Pimpinella anisum - Anis |
Pimpinella anisum (syn. Anisum vulgare, A. officinarum, Apium anisum, Carum anisum, Pimpinella anisum cultum, Selinum anisum, Sison anisum, Tragium anisum);

Anis (syn. Änes, Aneis). |
| Östliches Mittelmeergebiet und Westasien; in weiten Teilen der Welt angebaut. Hauptanbaugebiet ist Südrussland. |
| Einjährige, bis 50 cm hohe Pflanze mit variablen Blättern auf zarten Stängeln. Rundliche, ungeteilte Grundblätter wechseln mit stark geschlitzten, weiter oben stehenden Blättern. Zahlreiche kleine weisse Blüten stehen in einer typischen Dolde, es bilden sich graugrüne, etwa 2 mm grosse Früchte. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Anisi aetheroleum (syn. Oleum Anisi); Anisöl, das äther. Öl aus den reifen Früchten.

2. Anisi fructus (syn. Anisium, Anisum, Fructus Anisi, Fructus Anisi vulgaris, Semen Absinthii dulce, Semen Anisi); Anis (syn. Anisfrüchte, Süsser Kümmel), die getrockneten Früchte. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die Früchte liefern bis zu 5% ätherisches Öl mit trans-Anethol als Hauptinhaltsstoff (bis zu 90%), der für Geschmack und Geruch verantwortlich ist. Weitere Bestandteile: Estragol (= Methylchavicol, bis zu 4%), Anisketon, Anisaldehyd und Anissäure. Lagerung bei Raumtemperatur und im Licht kann zur Bildung geringer Mengen von 4,4' -Dimethoxystilben, einem Ostrogen, führen.

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| Anethol besitzt dokumentierte expektorierende, krampflösende und antimikrobielle Aktivitäten. Die karminative Wirkung ist nicht so stark wie z. B. hei Kümmel- und Fenchelöl. Die deutliche expektorierende Wirkung beruht darauf, dass Anethol die Zilienbewegung des Bronchialepithels stimuliert. |
| Früchte und Öl sind ein traditionelles Mittel bei Atemwegskatarrh (Erkältungen und Grippe, Husten, Bronchitis), ferner bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden (Verdauungsstörungen, Blähungen, Koliken). In hoher Dosis wirkt das Öl antiseptisch und krampflösend; es wurde auch als stimulierende Einreibung und gegen Ektoparasiten genutzt. Viele Hustenmittel und andere Arzneizubereitungen enthalten Anisextrakt oder Anisöl, nicht nur wegen der hustenstillenden, expektorierenden Eigenschaften, sondern auch zur Geschmacksverbesserung. |
1. Pimpinella anisum (syn. Anisum) HAB 34, die getrockneten, reifen Früchte. Anwendungsgebiet: Nackenschmerzen, Hexenschuss.

2. Pimpinella anisum, äthanol. Decoctum HAB 1; Anis, die getrockneten, reifen Früchte. Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung. |
| Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte, bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke. Am 30. November (Andreastag) sollte er besonders zauberkräftig sein. In Böhmen hiess dieser Tag Anischtag. |
| Letzte Änderung: 17.11..2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung |
Apiales
Apiaceae
Apioideae
Pimpinella
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Wiss. Bez. |
Pimpinella anisum |
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Anis ist ein beliebtes Gewürz, das durch sein typisches Aroma in Nahrungsmitteln und alkoholischen Getränken leicht erkannt wird (z. B. Absinth, Anisschnaps, Anisette, Pernod, Pastis und Sambuca). |
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Anis wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der Duftindustrie verwendet. Ausgrabungen auf Santorin ergaben, dass die Verwendung von Anis im 16. Jahrhundert v. Chr. allgemein üblich war, |
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Das ätherische Öl nicht unverdünnt einnehmen! |
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Traditionelle Medizin, Pharma
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Kommission E: positive Bewertung |
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