| HEILPFLANZEN |
Pimpinella major, Pimpinella saxifraga - Bibernelle |
Pimpinella major (L.) (syn. Apium pimpinella, A. tragoselinum, Carum magnum, Pimpinella angustifilia, P. dumetorum, P. glabra, P. magna, P. media, P. saxifraga major, Selinum pimpinelloides, Tragium maius, Tragoselinum magnum);

Grosse Bibernelle (syn. Bibernell, Bockskraut, Pimpernell, Weisse Bibernell, Weisse Pimpinell).

Pimpinella saxifraga L. (syn. Pimpinella alpestris, P. dissecta, P. laconica, P. nigra);

Kleine Bibernelle (syn. Bibernell, Bocks-Peterlein, Bockspetersilie, Pfefferwurz, Pimpinel, Pimpinelle, Stein-Bibernelle, Steinbrech-Bibernelle, Weisse deutsche Theriakwurz),

|
| Europa und Westasien, in Nordamerika eingebürgert. Das Drogenmaterial stammt aus Wildsammlungen. |
| Mehrjährige, bis 1 m hohe Pflanze mit gefiederten Blättern, weissen Blüten in zusammengesetzen Dolden und kleinen unbehaarten Früchten; sehr ähnlich ist die Kleine Bibernelle (P. saxifraga). P peregrina aus dem östlichen Mittelmeergebiet, die beiden Arten gleicht, gilt als Verfälschung von Pimpinella radix. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Vorwiegend die getrockneten Rhizome und Wurzeln von P. major und P. saxifraga (Pimpinellae radix); traditionell auch die oberirdischen Teile der Pflanze. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die unterirdischen Pflanzenteile enthalten ein ätherisches Öl (bis zu 0,7%) mit den Tiglinsäureestern oder 2-Methvlbuttersäureestern von Epoxypseudoisoeugenol als Hauptinhaltsstoffen, ferner mehreren Trinor-Sesquiterpenen (C12), wie Geijeren und Pregeijeren, sowie Sesquiterpenen (b-Bisabolen und 1,4-Dimethylazulen) . Es wurden mehrere Furanocumarine (bis zu 2%), gemeinsam mit Sitosterol, Phenolcarbonsäuren und Spuren von Polyacetylenen, nachgewiesen. |
| Rhizome und Wurzeln werden vor allem bei Katarrh und Infekten der oberen Atemwege eingesetzt. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums kann man mit Aufgüssen oder Tinkturen gurgeln. Pulverisierte Droge oder Extrakt sind häufig Bestandteil von Bronchialmitteln. Bibernellkraut wird traditionell genutzt: innerlich bei Lungen- und Harnwegsbeschwerden, ferner zur Verdauungsförderung; äusserlich Krampfadern und schlecht heilenden Wunden - die Wirksamkeit ist jedoch bisher aber für keine dieser Indikationen belegt. |
| Wahrscheinlich geht die hustenreizstillende und expektorierende Wirkung auf das in der Droge vorhandene ätherische Öl und die Saponine zurück. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Tagesdosis: 6-12 g getrocknetes Rhizom und Wurzel, in Form von Tee oder Bibernelltinktur. Mit Honig gesüsster Aufguss oder Tinktur dient als Hustenmittel (Einnahme mehrmals täglich). |
Pimpinella alba HAB 34, die frischen, im Mai gesammelten Wurzeln.
Anwendungsgebiet: Wirbelsäulenbeschwerden, Fieberzustände. |
| Ab dem 16. Jahrhundert wird die Bibernelle in allen Kräuterbüchern erwähnt. 1626 wurde sie im «Kreutterbuch» des Matthiolus gegen Phthisis, Fieber, Stoss, lokal bei Sehschwäche und bei Milchmangel erwähnt. Im Volksmund wurde der Name Bibernell auch als Schimpf- und Spottname verwendet. Davon zeugen der elsässische Spottname «Mamsell Bimpernell» und das Schweizer «Pimpernell» als verächtliche Bezeichnung für eine dicke Weibsperson. Der Name saxifraga ist abgeleitet von saxifragus, was «felsbrechend», «in Felsritzen wachsend» oder «Steinbrech» bedeutet. |
| Letzte Änderung: 20.07.2011 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Ordnung
Familie
Gattung |
Apiales
Apiaceae
Bibernellen
|
| |
Wiss. Bez. |
Pimpinella |
 |
 |
In der Likörindustrie wird die Wurzel auch zur Aromatisierung von Magenbittern eingesetzt. |
 |
 |
Die Grosse und auch die Kleine Bibernelle sind praktisch die einzigen in Europa heimischen Vertreter der artenreichen Apiazeaegattung Pimpinella. Alle anderen Vertreter sind in Asien beheimatet. |
 |
 |
Traditionelle Medizin
|
 |
Kommission E: positive Bewertung (nur Wurzeln) |
|