HEILPFLANZEN
Petroselinum crispum - Petersilie
Petroselinum crispum (syn. Apium hortense, A. laetum, A. petroselinum, A. romanum, A. vulgare, Carum petroselinum, C. vulgare, Helosciadium oppositofolium, Ligusticum levisticum, Petersilling, Petroselinum hortense, P. macedonicum, P. petroselinum, P. romanum, P. sativum, P. vulgare, Selinum petroselinum, Sium oppositifolium, Wydleria portoricensis);
Petersilie (syn. Bittersilche, Gartenpetersilie, Peterchen, Peterling, Petersilling).
Petroselinum crispum - Petersilie
Petroselinum crispum - Petersilie
VORKOMMEN
Europa, Westasien. Als Gewürz, aber auch als Arzneipflanze in vielen Teilen der Welt angebaut.
MERKMALE
Zweijähriges, bis 1 m hohes Kraut mit fleischiger Wurzel und stark gefiederten, krausen Blättern in grundständiger Rosette. Im 2. Jahr erscheinen die unscheinbaren grüngelben Doldenblüten bzw. Früchte. Die Wildform der Petersilie und einige Kulturformen (z. B. Italienische Petersilie - var. neapolitanum) haben glatte, nicht gekrauste Blätter. Wurzel­petersilie wird als Gemüse verwendet.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Vorwiegend die Blätter (Herba Petroselini) und Wurzeln (Radix Petroselini), seltener die Früchte (Fructus Petroselini).
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Apiol, MyristicinÄtherisches Öl (Früchte: 26%, Kraut: 0,5%) mit hohen Kon­zen­tra­tionen der Phenyl­pro­pane Apiol, Myristicin oder Allyltetramethoxybenzol. Ferner kommen Flavonoide (Apiin) und Spuren von Furano­cumarinen (Bergapten, Oxypeucedanin, Psoralen) vor.
ANWENDUNG
Petersilienblätter und -wurzel werden gegen Beschwerden des Magendarmtrakts und der Harnwege (Behandlung und Vorbeugung von Nierengriess) eingesetzt. Die stärker wirksamen Früchte wurden traditionell bei schmerzhaften Regelblutungen verwendet; sie sind wegen negativer Nebenwirkungen (abtreibungsfördernd) jedoch nicht mehr in Gebrauch. Petersilienblätter können äusserlich als juckreizlindernder Umschlag bei Hautproblemen genutzt werden.
PHARMAKOLOGIE
Myristicin und Apiol besitzen eine endständige, chemisch sehr reaktive Methylengruppe, über die sie an Proteine oder DNA binden können. Die harntreibenden Eigenschaften werden auf die nierenreizende und stimulierende Wirkung von Phenylpropanen und Flavonoiden zurückgeführt. Reines Apiol führt in hoher Dosis zur Abtreibung. Myristicin ist das anregende und halluzinogene Prinzip von Muskatnussöl (Myristica fragrans).
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Tagesdosis: bis zu 6 g getrocknete Blätter oder Wurzel. Tee: 2 g Krautdroge auf 1 Tasse kochendes Wasser, dreimal täglich. Petersilienblätter, -wurzel oder -früchte (häufiger Extrakte) sind oft Bestandteil von Fertigarzneimitteln und Teemischungen (Abführ- und „Schlankheitstees").
HOMÖOPATHIE
Petroselinum crispum HAB 1; Petersilie, die frische, zu Beginn der Blüte gesammelte, ganze Pflanze.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege, Harn­wegs­entzündungen, Reizblase.
SONSTIGES
Der Gattungsname Petroselinum leitet sich vom griechischen petros (Fels, Stein) und séli­non (Silge) ab, Bezug nehmend auf den ursprünglichen Standort. Der deutsche Name ist vom griechisch-lateinischen abgeleitet. Die Petersilie war bereits im Altertum als Heil­pflanze hochgeschätzt und wurde von den Ärzten der Antike vor allem als Diuretikum, menstruationsförderndes und steintreibendes Mittel empfohlen.
Letzte Änderung: 28.12.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Petroselinum crispum - Petersilie

  Ordnung
Familie
Gattung
Apiales
Apiaceae
Petroselinum
  Wiss. Bez. Petroselinum crispum

Um eine Verwechslung mit der gif­tigen, aber ähnlich aussehenden Hundspetersilie zu vermeiden, wur­den Sorten mit krausen Blättern ge­züchtet

Im Mittelalter wurde befürchtet, die Petersilie bringe Unglück. Die lange Keimdauer der Pflanzen wurde als Anlass für die Erklärung genommen, die Petersilie müsse siebenmal zum Teufel fahren, bevor sie keimt.

Nicht in der Schwangerschaft verwenden.

Traditionelle Medizin, Pharma
Kommission E: positive Bewertung für Wurzel und Kraut. Die Früchte werden negativ beurteilt.