HEILPFLANZEN
Pelargonium sidoides - Umckaloabo, Kap-Pelargonie
Pelargonium sidoides - Umckaloabo, Kap-Pelargonie
VORKOMMEN
In Südafrika (alle unten erwähnten Arten). Pelargonium sidoides wird in in Südafrika an­ge­baut. Pelargoniumöl wird auf der Insel Réunion produziert, mittlerweile jedoch auch in anderen Teilen der Welt.
MERKMALE
Kleine mehrjährige Pflanze mit knollenförmigen Wurzeln, rundlichen, leicht seidigen Blättern und kleinen dunkelbraunen Blüten. Das nahe verwandte und früher verwendete Pelargonium reniforme hat rosafarbene Blüten. Verschiedene strauchige Pelargonium­-Arten werden wegen ihres ätherischen Öls angebaut und besitzen gewisse thera­peu­tische Bedeutung. Bekannt sind die „Rosen-Pelargonien”, z. B. die Sorte Rose, die von Pelargonium capitatum und Pelargonium radens abstammt. Aus ihnen wird Pelargonium­öl, insbesondere das Réunion-ÖI gewonnen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Die Arzneidroge ist die rote Pelargoniumwurzel (Pelargonii radix). Die Pflanze wird in Südafrika in Treibhäusern angebaut und in Deutschland verarbeitet.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
UmckalinDie Hauptwirkstoffe sind Cumarine (vorwiegend 7-Hydroxy-5,6-dimethoxycumarin, auch als Umckalin bekannt, sowie mindestens 7 andere Cumarine), Gallussäure und Gallus­säuremethylester, Gerbstoffe (oligomere Proanthocyanidine), Flavan-3-ole (z. B. Cate­chin) und Flavonoide (z. B. Quercetin). Pelargoniumöle enthalten verschiedene Monoter­pene wie Geraniol, (+)-Isomenthon, Citronellol und Phenylethylalkohol (verantwortlich für den Rosenduft) .
PHARMAKOLOGIE
Die Gerbstoffe in den Wurzeln besitzen eine starke Wirkung gegen Bakterien und Viren; diese Substanzen liefern gemeinsam mit den Cumarinen eine rationale Basis für die immunstimulierende Aktivität der Droge. Pelargoniumöl ist antibakteriell, Citronellol ist ein bekanntes Insektenabwehrmittel.
Die Ergebnisse klinischer Untersuchungen sind umstritten und es bedarf einer weiteren Klärung über Wirksamkeit und Verträglichkeit von Umckaloabo. Möglicherweise können die Symptome einer unkomplizierten Bronchitis gebessert werden, wenn der Extrakt innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen angewendet wird. Die übliche Behandlungsdauer liegt bei 7 Tagen.
ANWENDUNG
Wurzelextrakte sind Bestandteil von Fertigarzneimitteln gegen akute und chronische Infekte von Nase, Ohr und Bronchien; angeblich besonderes gute Wirksamkeit bei Bronchitis von Kindern sowie als unterstützende Behandlung bei Tuberkulose und chronischer Bronchitis. Pelargoniumöl wird in der Parfumindustrie und Aromatherapie genutzt (als Ersatz für Rosenöl aus Rosa damascena).
HANDELSNAMEN UND DARREICHUNGSFORMEN
Das in Deutschland und Österreich apothekenpflichtige Arzneimittel ist unter dem Namen Umckaloabo® der Firma Spitzner, sowie als Kaloba® von der Firma Schwabe im Handel. In der Schweiz ist das Medikament in der Abgabekategorie D unter dem Handels­namen Umckaloabo® erhältlich. Pelargonienwurzelextrakt gibt es in Form von Tropflösung oder Filmtabletten.
"UMCKALOABO"
Das wissenschaftlich am besten untersuchte Fertigarzneimittel ist ein Extrakt aus Pelargonium sidoides, der seit Jahrzehnten in Deutschland und seit einigen Jahren in der Schweiz unter dem Namen „Umckaloabo“ vermarktet wird (Österreich: Kaloba®). Umckaloabo® wurde ursprünglich vom Engländer Charles Henry Stevens lanciert, der um 1900 in Südafrika von einem lokalen Heiler mit einem Pelargoniumpräparat von Tuberkulose befreit wurde. Zurück in Europa verkaufte Stevens das Geheimmittel (Stevens' Cure) mit einigem Erfolg als Tuberkulosemittel. Der Name soll sich aus der Bantusprache isiZulu herleiten. Wahrscheinlicher ist aber, dass Stevens den mysteriös-fremdländisch klingenden Namen für das Marketing seines Produkts erfunden hat (PharmaWiki).
Letzte Änderung: 22.09.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

C. Bachmann: Vielfältige Literatur über die Wirksamkeit von Pelargonium sidoides (PDF, 88 KB)
Schwabe: Akute Bronchitis pflanzlich behandeln (PDF, 747 KB)
UMCKALOABO - Harmloses Phytobiotikum? (PDF, 132 KB)
Arzneimittelhersteller Schwabe stellt Umckaloabo ins richtige Licht (PDF, 152 KB)

Pelargonium sidoides - Umckaloabo, Kap-Pelargonie

  Ordnung
Familie
Gattung
Art
Geraniales
Geraniaceae
Pelargonien
Kapland Pelargonie
  Wiss. Bez. Pelargonium sidoides

Pelargoniumextrakte sollen vor­sichts­halber nicht mit oralen Antikoa­gulantien wie Phenprocoumon (Marcoumar) oder Warfarin (in der Schweiz nicht im Handel) kombiniert werden.
Besteht bei Atemwegsinfekten eine klare Indikation für Antibiotika, so kann Umckaloabo keinesfalls das richtige Antibiotikum ersetzen.

Die Kapland-Pelargonie wird auch Umckaloabo genannt. Wobei es sich bei dem Namen Umckaloabo um den Produktnamen eines zugelassenen Arzneimittels handelt.