| HEILPFLANZEN | Ononis spinosa - Dorniger Hauhechel |
| Ononis spinosa (syn. Ononis arvensis, O. campestris, O. vulgaris); Dorniger Hauhechel (syn. Eselskraut, Harnkraut, Hauhechel, Ochsenbruch, Stachelkraut, Steinwurzel, Weiberkrieg). |
Botanische Familie:Fabaceae |
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| VORKOMMEN |
| Europa, Westasien und Nordafrika; Handelsdroge aus Wildsammlungen in Südosteuropa. Schöne einheimische, winterharte Wildpflanze für den Garten. |
| MERKMALE |
| Dorniger, bis zu 1 m hoher Halbstrauch mit 3-zählig gefiederten Blättern, rosaroten oder weissen Schmetterlingsblüten und kleinen Samenhülsen. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Ononidis spinosae radix (syn. Ononidis radix, Radix Arestae, Radix Ononidis, Radix Ononidis spinosae); Hauhechelwurzel (syn. Harnkrautwurzel, Haudornwurzel, Hechelkrautwurzel, Ochsenbrechwurzel, Stachelkrautwurzel), die getrockneten Wurzeln und Wurzelstöcke; |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
| Die für die harntreibende Wirkung verantwortlichen
Inhaltsstoffe sind noch nicht identifiziert, es könnte sich jedoch um
das Triterpen a-Onocerin (syn. Onocol)
handeln. Dieses kommt gemeinsam mit Sterolen, insbesondere Sitosterol,
und verschiedenen Phenolcarbonsäuren vor. Wichtig ist ferner das
Vorkommen von Isoflavonen (für die Wurzeln von Fabaceen typische
Verbindungen). Ononin (Formononetin-7-glucosid), Formononetin, Genstein
und Biochanin-A-7-glucosid sind gemeinsam mit ihren 6"-Malonaten die
wichtigsten Isoflavonoide. Ferner sind geringe Mengen an ätherischem Öl
(bis zu 0,2%) mit trans-Anethol, Carvon und Menthol als Hauptkomponenten
in der Droge enthalten.
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| PHARMAKOLOGIE |
| Die harntreibende Wirkung der Wurzel wurde zwar in Tierversuchen gut dokumentiert, doch die Wirkstoffe sind noch unbekannt. Die Isoflavone weisen östrogene Aktivität auf. |
| ANWENDUNG |
| Dornige Hauhechel ist schwach harntreibend und wird seit der Antike genutzt. Traditionell bei Rheuma und Gicht. Heutzutage eher in der Durchspülungstherapie als Diuretikum bei Entzündungen der ableitenden Harnwege sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengriess. |
| ANMERKUNG |
| Die Behandlung muss mit einer reichlichen Flüssigkeitsaufnahme einhergehen. Bei Ödemen, die auf Herz- oder Nierenschwäche beruhen, kann eine Durchspülungstherapie schädlich sein. |
| HOMÖOPATHIE |
| 1. Ononis spinosa HAB 1; Hauhechel, die zur Blütezeit geernteten, frischen oberirdischen Teile (Herba Ononidis). Anwendungsgebiet: Erkrankunges des Herzens (Wassersucht) sowie der Niere und ableitenden Harnwege. 2. Ononis spin Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung. |
| SONSTIGES |
| Die Droge wurde bereits von Dioskurides als harntreibend erwähnt und in Essig gekocht gegen Zahnschmerzen und als Mundspülwasser empfohlen. Auch die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. berichten über Auszüge der Droge bei Steinleiden, Harnverhalten, Gelbsucht und Feigwarzen. |
| Letzte Änderung: 10.04.2008 / © W. Arnold |