| HEILPFLANZEN |
Ononis spinosa - Dorniger Hauhechel |
Ononis spinosa (syn. Ononis arvensis, O. campestris, O. vulgaris);

Dorniger Hauhechel (syn. Eselskraut, Harnkraut, Hauhechel, Ochsenbruch, Stachelkraut, Steinwurzel, Weiberkrieg). |
| Man findet die Dornige Hauhechel häufig auf trockenen Weiden, an Wegböschungen, in brachliegenden Wiesen und auf Dämmen. Der Boden sollte nährstoffarm und kalkhaltig sein. Kommt fast in ganz Europa bis etwa 1500 m Höhe vor, fehlt aber im Tiefland und in den höheren Mittelgebirgen. Handelsdroge stammt aus Wildsammlungen in Südosteuropa. Der dornige Hauhechel ist eine schöne, einheimische und winterharte Wildpflanze für den Garten.
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| Dorniger, bis zu 1 m hoher Halbstrauch mit 3-zählig gefiederten Blättern, rosaroten oder weissen Schmetterlingsblüten und kleinen Samenhülsen. Die Pflanzen blühen von April bis September mit ein bis drei Schmetterlingsblüten, die an Kurztrieben sitzen, welche in den Blattachseln an Stängel- und Zweigenden entspringen. Hierdurch entstehen mässig dichte Blütentrauben. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Ononidis spinosae radix (syn. Ononidis radix, Radix Arestae, Radix Ononidis, Radix Ononidis spinosae);
Hauhechelwurzel (syn. Harnkrautwurzel, Haudornwurzel, Hechelkrautwurzel, Ochsenbrechwurzel, Stachelkrautwurzel), die getrockneten Wurzeln und Wurzelstöcke; |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Die für die harntreibende Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe sind noch nicht eindeutig identifiziert, es könnte sich jedoch um das Triterpen α-Onocerin (syn. Onocol; ein ungewöhnliches dimeres Sesquiterpen mit zwei exocyclischen Methylengruppen) handeln. Dieses kommt gemeinsam mit Sterolen, insbesondere Sitosterol, und verschiedenen Phenolcarbonsäuren vor. Wichtig ist ferner das Vorkommen von Isoflavonen (für die Wurzeln von Fabaceen typische Verbindungen). Ononin (Formononetin-7-glucosid), Formononetin, Genistein und Biochanin-A-7-glucosid sind gemeinsam mit ihren 6"-Malonaten die wichtigsten Isoflavonoide. Es sind geringe Mengen an ätherischem Öl (bis zu 0,2%) mit trans-Anethol, Carvon und Menthol als Hauptkomponenten in der Droge enthalten.

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| Dornige Hauhechel ist schwach harntreibend und wird seit der Antike genutzt. Traditionell bei Rheuma und Gicht (hier ist die Wirksamkeit nicht belegt). Heutzutage eher in der Durchspülungstherapie als Diuretikum bei Entzündungen der ableitenden Harnwege sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengriess.
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| Die harntreibende Wirkung der Wurzel wurde zwar in Tierversuchen gut dokumentiert, doch die Wirkstoffe sind noch weitgehend unbekannt. Die Isoflavone weisen östrogene Aktivität auf. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Die Wurzel des Hauhechels ist Bestandteil von Blasen- und Nierentees. Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 2 Teelöffel (3-4 g) zerkleinerte Droge. Als Tagesdosis werden ca. 12 g Droge empfohlen. |
1. Ononis spinosa HAB 1; Hauhechel, die zur Blütezeit geernteten, frischen oberirdischen Teile (Herba Ononidis).
Anwendungsgebiet: Erkrankunges des Herzens (Wassersucht) sowie der Niere und ableitenden Harnwege.

2. Ononis spinosa , äthanol. Decoctum HAB 1; die getrockneten unterirdischen Pflanzenteile.
Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung. |
| Die Droge wurde bereits von Dioskurides als harntreibend erwähnt und in Essig gekocht gegen Zahnschmerzen und als Mundspülwasser empfohlen. Auch die Kräuterbücher des 16. und 17. Jh. berichten über Auszüge der Droge bei Steinleiden, Harnverhalten, Gelbsucht und Feigwarzen. |
| Letzte Änderung: 24.07.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Fabales
Fabaceae
Ononis
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Wiss. Bez. |
Ononis spinosa |
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Die Dornige Hauhechel wird gelegentlich mit der Kriechenden Hauhechel (Ononis repens) und der Acker-Hauhechel (Ononis arvensis) zur Artengruppe Ononis spinosa agg. zusammengefasst. Die Zuordnung einzelner Exemplare zu den einzelnen Arten ist zuweilen fast unmöglich, da es Übergangsformen zwischen ihnen gibt. |
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Die Anwendungsdauer von Tees sollte auf wenige Tage begrenzt werden, da die Wirkung der Hauhechelwurzel schnell nachlässt. Nach einer Pause von mehreren Tagen kann die Anwendung fortgesetzt werden. |
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Die Behandlung muss mit einer reichlichen Flüssigkeitsaufnahme einhergehen. Bei Ödemen, die auf Herz- oder Nierenschwäche beruhen, kann eine Durchspülungstherapie schädlich sein. |
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