| HEILPFLANZEN |
Oenothera biennis - Gemeine Nachtkerze |
Oenothera biennis (syn. Oenothera communis, O. graveolens, Onagra biennis, O. vulgaris);

Gemeine Nachtkerze (syn. Eierblume, Gelbe Rapunzel, Gelber Nachtschatten, Härekraut, Nachtschlüsselblume, Rübenwurzel, Schinkenkraut, Stolzer Heinrich, Weinblume). |
| Die Gemeine Nachtkerze ist eine ursprünglich in Nordamerika beheimatete Pflanze. Sie ist in vielen Teilen der Welt als Ruderalpflanze verbreitet; wichtig ist der gewerbliche Anbau zur Gewinnung von Nachtkerzenöl. Die Samenproduktion liegt weltweit bei ca. 4000 Tonnen. |
| Zweijährige Pflanze mit flacher Laubrosette im ersten Jahr und bis zu 1,4 m hohem Blütenstand im zweiten Jahr. Die grossen Blüten öffnen sich abends und werden von Nachtfaltern bestäubt. Die länglichen Samenkapseln enthalten zahlreiche Samen (bis zu 150 000 Samen pro Pflanze). |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Oenothera biennis herba (syn. Herba Oenotherae biennis), das getrocknete Kraut.

2. Oenotherae oleum (syn. Oenothera biennis oleum, Oleum Oenotherae, Oleum Oenotherae biennis), Nachtkerzenöl (syn. Rhapontikaöl), das aus den Samen gewonnene fette Öl, dessen Triglycerole 65 bis 80 % Linolsäure und als Besonderheit 8 bis 14 % γ-Linolensäure aufweisen. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Oenothera biennis herba: Gerbstoffe, Phytosterole, Harze und Zucker.

2. Oenotherae oleum: siehe oben.
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| Gamma-Linolensäure (GLS) ist eine essenzielle Fettsäure (d. h. für die normalen Körperfunktionen des Menschen unentbehrlich), denn sie ist eine Vorstufe von Dihomo-γ-Linolensäure und Arachidonsäure, von denen sich wiederum die Prostaglandine und Leukotriene ableiten. Diese Gewebshormone beeinflussen den Cholesterolspiegel, die Dilatation der Blutgefässe und Entzündungsreaktionen. Das für die Umwandlung von Linolsäure in γ-Linolensäure verantwortliche Enzym fehlt anscheinend einem Teil der Bevölkerung (10-20%), insbesondere Menschen mit Neurodermitis. Die Wirksamkeit von GLS bei der Behandlung von Ekzemen wurde durch mehrere klinische Studien belegt. |
1. Oenothera biennis herba: in der Volksheilkunde als Antidiarrhoikum und "Blutreinigungsmittel".

2. Oenotherae oleum: in Kapselform als Fertigarzneimittel zur Arterioskleroseprophylaxe sowie beim atopischen Ekzem (Neurodermitis). |
| Oenothera biennis HAB 34, die zu Beginn der Blütezeit gesammelte, frische Pflanze. Anwendungsgebiet: Unter anderem Durchfall. |
| Der Gattungsname Oenothera leitet sich vom griechischen oinotheris (Blume mit Weingeruch der Wurzel) ab; während biennis (zweijährig) auf die Zweijährigkeit der Pflanze hinweist. Die Bezeichnung Nachtkerze bezieht sich auf die beginnende Öffnung der Blüten am Abend und deren Bestäubung durch Nachtfalter. |
| Letzte Änderung: 23.03.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Myrtales
Onagraceae
Onagroideae
Oenothera
Gemeine Nachtkerze
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Wiss. Bez. |
Oenothera biennis |
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Grössere Konzentrationen von GLS wurden auch im Samenöl von Borretsch und Schwarzer Johannisbeere nachgewiesen. |
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Im 17. Jahrhundert gelangte die Nachtkerze als Salatpflanze nach Mitteleuropa. |
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Pharma
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Klinische Studien: positv |
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