HEILPFLANZEN
Nerium oleander - Oleander
Nerium oleander (syn. Nerium laurifolium);
Oleander (syn. Rosenlorbeer).
Nerium oleander - Oleander
Nerium oleander - Oleander
VORKOMMEN
Oleander hat ein grosses Verbreitungsgebiet in einem Streifen von Marokko und Südspa­nien über das ganze Mittelmeergebiet, den Nahen und Mittleren Osten und Indien bis China. Der Oleander wird häufig als Kübelpflanze in Mitteleuropa kultiviert.
MERKMALE
Der Oleander ist eine immergrüner verholzender Strauch oder kleiner Baum (bis zu 5 m) mit länglichen, ledrigen Blättern und duftenden, meistens rosafarbenen Blüten; es gibt jedoch Gartensorten in vielen Farben und mit gefüllten Blüten.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Oleandri folium (syn. Folia Nerii, Folia Nerii Oleandri, Folia Oleandri); Oleanderblätter (syn. Rosenlorbeerblätter), die getrockneten Laubblätter.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
OleandrinDie Blätter enthalten eine grosse Menge verschie­dener Herzglykoside mit den Aglyka Digitoxigenin, Gitoxigenin, Oleandrigenin, Adynerigenin, Neria­genin, Oleagennin und Uzarigenin. Ferner sind Flavonoidglykoside (Neriin, Rutin), Pregnan­glyko­side, pentacyclische Triterpene, Saponine, Gerb­stoffe und ätherische Ole vorhanden.
ANWENDUNG
Eingestelltes Oleanderpulver (Oleandri pulvis normatus) kann bei Herzmuskelschwäche, Altersherz und dekompensierter Herzinsuffizienz eingesetzt werden, in seiner Wirk­sam­keit ist es etwa zwischen Digitalis-purpurea-Zubereitungen (Digitalis-Arten) und Stro­phan­thin einzuordnen. Da klinisch-pharmakologische Daten zur Wirkung der Droge weit­gehend fehlen, wird ihre Anwendung nicht mehr empfohlen.
PHARMAKOLOGIE
Cardenolide hemmen die Na+/ K+ ATPase und erhöhen dadurch indirekt die Ca++ Konzentration in den Herzmuskelzellen. Deshalb stärkt Oleandrin (vermutlich auch die anderen Nerium-Cardenolide) die Kontraktion des Herzmuskels und verlangsamen den Herzschlag. Vermutlich ist seine Wirkung schwächer als die von Digitoxin und Ouabain. Cardenolide besitzen ausserdem harntreibende Eigenschaften.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Da standardisierte Arzneimittel nur schwer herzustellen sind, gilt eine Anwendung in der Selbstmedikation als unsicher. Wirkstoffprofil und Wirkstoffmenge unterliegen je nach Pflanze und Standort starken Schwankungen. Früher wurde Oleanderblattpulver (Olean­dri pulvis normatus) auf eine 0,5% Oleandrin entsprechende Aktivität standardisiert (mit Meerschweinchen).
HOMÖOPATHIE
Nerium oleander HAB 1, die frischen, vor Beginn der Blüte gesammelten Blätter. Anwendungsgebiete: bei Herzerkrankungen, Verdauungsstörungen, nässenden Ekzemen, Lähmigkeit und Rheumatismus.
SONSTIGES
Oleander gehört zu den alten Heilpflanzen. Der Gattungsname Nerium vom griechischen nerion ist bei Dioskurides der Name von Nerium odorum. Die Bezeichnung Oleander wird vom lateinischen olea (Ölbaum) Bezug nehmend auf dessen ähnliche Blätter, abge­leitet. Oleanderblätter wurden bereits in der frühen arabischen Medizin als Heilmittel eingesetzt. In den Schriften des Dioskurides und Plinius ist die Droge ebenso enthalten wie auch in den Kräuterbüchern des 17. Jh., die eine Anwendung als Gegengift bei Schlangenbissen empfahlen und gleichzeitig auf die Giftigkeit der Pflanze hinwiesen. Der Gattungsname Nerium wird vom griechischen nerion (nass) abgeleitet, Bezug neh­mend auf die feuchtigkeitsbedürftige Pflanze.
Letzte Änderung: 07.08.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Nerium oleander - Oleander

  Ordnung
Familie
Gattung
Gentianales
Apocynaceae
Nerium
  Wiss. Bez. Nerium oleander

Thevetia peruviana (Gelber Schellen­baum) ist eine verwandte, in Süd­amerika heimische Pflanze, die zahl­reiche Herzglykoside enthält (vor allem Thevetin A und B), und früher als stimulierendes Herzmittel verkauft wurde. Die Samen (Thevetiae se­men) enthalten etwa 10% Carde­nolide.

Oleanderblätter sind wegen ihres Gehaltes an herzwirksamen Glyko­siden als stark giftig anzusehen!

Traditionelle Medizin