HEILPFLANZEN

Katzenminze, Steinmelisse - Nepeta cataria

Nepeta cataria L. Echtes Katzenkraut (syn. Katzenminze, Steinmelisse).
Nepeta cataria - Katzenminze, Steinmelisse
Nepeta cataria - Katzenminze, Steinmelisse
Nepeta cataria - Katzenminze, Steinmelisse
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VORKOMMEN

Die Katzenminze ist in Südeuropa, Asien und Afrika heimisch. Die Pflanze ist in Mittel­europa seit Mitte des 18. Jahrhunderts verwildert und kommt heute zerstreut an Hecken, auf Schuttplätzen und Weg- bzw. Strassenrändern vor. Dabei bevorzugt sie mässig trockenen, nährstoffreichen Boden, meist sandiger oder steiniger Lehmboden, und ist sommerwärmeliebend sowie etwas stickstoffliebend. Sie ist nicht salz-, aber trocken­tolerant. Die Katzenminze wird in mehreren Zuchtformen als Beet- und Schnittstaude verwendet. Auch andere Arten der Gattung Nepeta werden gepflanzt.
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MERKMALE

Die Pflanze wird 50–100 cm hoch und verzweigt. Die Blätter sind dreieckig und behaart, die unteren sind 10–30 mm lang gestielt und am Grunde herzförmig. Die Blätter sind 2–5 cm lang und grob gezähnt. Die Blüten sind kurz gestielt, in quirligen, am Ende der Zweige in gehäuften Teilblütenständen angeordnet. Die Krone ist gelblich-weiss oder hellrosa, behaart und ca. 1 cm lang, mit vorn erweiterter Röhre, ausgerandeter Oberlippe und 3lappiger Unterlippe. Der Mittellappen ist kreisrund. Der Kelch ist dicht behaart, 6–8 mm lang und mit 5 lang zugespitzten Zähnen ausgestattet.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Herba Nepetae catariae; Echtes Katzenkraut (syn. Steinmelissenkraut).
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

NepetalactonBis zu 0,2 bis 0,7 % ätherisches Öl, das hauptsächlich aus α- und β-Nepetalacton (zu 10 bis 95 % im Öl), Nepetalsäure (zu 10 bis 85 % im Öl), Epinepetalacton (zu 1–28 % im Öl), Citronellol, Geraniol, α- und β-Citral und in geringeren Mengen auch Campher, Thymol, Carvacrol, Citronellal, Nerol, Humulen, Caryophyllen, Farnesen, Myrcen, Piperiton und Pulegon besteht.

Nepetalacton ist ein Iridoid-Monoterpen und ähnelt den Wirkstoffen des Baldrians.
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PHARMAKOLOGIE

Nepetalacton ist chemisch gesehen ein Iridoid-Monoterpen. Es wurde erstmals 1941 aus Nepeta cataria isoliert und 1954 identifiziert. Die definierte Strukturermittlung erfolgte 1941–1954. Nepetalacton wirkt antiviral und antimikrobiell, außerdem ist es ein Kontaktinsektizid gegen Pflanzenschädlinge und wirkt stark abstoßend auf Flöhe, (Stech-)mücken und Kakerlaken (deshalb kann Nepetalacton bzw. Katzenminze-Öl als effektives Repellent verwendet werden). In Katzenminze kommt Nepetalacton als Konfigurationsisomerengemisch (Cis-trans-Isomerie) vor; das eine Stereoisomer riecht zitronenartig, das andere nach Pfefferminze.
Bei der Maus wirkte Nepetalacton als Opioid auf bestimmte Rezeptor-Subtypen.
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ANWENDUNG

Aus Katzenminze-Blättern kann Tee zubereitet werden ( etwa 8 g auf eine Tasse kochendem Wasser). Die Volksmedizin schreibt ihm Linderung bei Erkältung, Grippe und Magenverstimmung zu, er gilt als fiebersenkend und schweißtreibend, krampflösend, entgiftend, harntreibend und leicht euphorisierend. Ebenso wurde der Tee als Sedativ genutzt. Er soll auch bei chronischer Bronchitis helfen und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften Infektionen vorbeugen. Studien in den 1970er Jahren zeigten, dass er eine beruhigende Wirkung besitzt. Vor dem Essen wirkt er appetitanregend, nach dem Essen verdauungsfördernd. Diese Wirkung wird von dem psychoaktiven Alkaloid Actinidin und den verschiedenen ätherischen Ölen verursacht. Früher wurden die Blätter auch gegen Zahnschmerzen gekaut.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Im Handel erhältlich als Katzenminzenkraut, Zubereitung siehe oben. Es sind kaum Fertigpräparate im Handel erhältlich.
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SONSTIGES

Der Name „Katzenminze“ rührt daher, dass geschlechtsreife Katzen von dem Geruch der Katzenminze (Nepetalacton) angezogen werden (die Gründe dafür sind unklar – eine Wirkung als Aphrodisiakum kann ausgeschlossen werden, da auch kastrierte Katzen auf Nepeta ansprechen). Die Reaktion der Katzen ist genetisch bedingt und nur bei etwa 50 Prozent der Katzen ausgeprägt; Jungtiere und sehr alte Katzen zeigen nur geringe Anziehung. Nicht nur die Hauskatze, auch Großkatzen (Löwe, Tiger) werden angezogen; Ratten soll der Geruch hingegen vertreiben.
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Letzte Änderung: 17.07.2016 / © W. Arnold
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.

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Spacer Wikipedia
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Nepeta cataria - Katzenminze, Steinmelisse
Nepeta cataria - Katzenminze, Steinmelisse
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  Ordnung
Familie
Gattung
Lamiales
Lamiaceae
Nepeta
  Wiss. Bez. Nepeta cataria

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Spacer Die Katzenminze wird in mehreren Zuchtformen als Beet- und Schnittstaude verwendet.