HEILPFLANZEN
Myrrhis odorata - Süssdolde
Myrrhis odorata (syn. Chaerophyllum cicutaria, C. odoratum, Lindera odorata, Scandix odorata, Selinum myrrhis);
Aniskerbel (syn. Myrrhenkerbel, Süssdolde, Welscher Kerbel, Wilder Anis).
Myrrhis odorata - Süssdolde
Myrrhis odorata - Süssdolde
VORKOMMEN
Ursprünglich kommt die Süssdolde besonders in den Voralpen, den Pyrenäen, Apen­nin­en und auf der westlichen Balkanhalbinsel sowie im Kaukasus vor. Sie ist aber sonst in Europa oft verwildert und eingebürgert, sogar in Chile, sodass sich das ursprüngliche Areal nicht genauer ermitteln lässt. Die Art steigt im Gebirge bis etwa 1900 m auf. Sie kommt meist in Fettwiesen, Weiden, Grasgärten, in Hochstaudenfluren, an Waldrändern, auch in Auenwäldern vor mit einer Vorliebe für kalkhaltigen Untergrund.
MERKMALE

Bis 2 m hohe, ausdauernde, nach Anis duftende Pflanze; Stengel rund und röhrig, ober­wärts verzweigt; Blätter wechselständig, Blätter zwei- bis vierfach gefiedert, besonders unterseits behaart; Fieder länglich-lanzettlich mit gekerbt-gesägten Rändern; Die Dolden sind vielstrahlig. Blüten ca. 4 mm im Durchmesser, Zwitterblüten dicht flaumig behaart, Stiele der männlichen Blüten kahl; Doldenstrahlen zur Fruchtzeit aufrecht; Blüten weiss; Frucht 2 bis 2,5 cm lang, kurz geschnäbelt, von der Seite zusammengedrückt, zugespitzt, braun bis schwarz, glänzend, an den Kanten rauh; Teilfrüchte im Querschnitt fünfstrahlig sternförmig; Griffelpolster kegelförmig, Griffel mindestens doppelt so lang mit kopfiger Narbe; Die Pflanze blüht von Mai bis Juli.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Herba Cerefolii hispanica - Spanisches Kerbelkraut (syn. Anisdolde), das getrocknete Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Ätherisches Öl:
trans-AnetholIn allen Pflanzenteilen ätherisches Öl mit jeweils trans-Anethol als Hauptkomponente. In unreifen Früchten 3,9 %, in reifen Früchten 0,8 %, in den Blüten 2,6 %, in Blättern 1,1 % und in Wurzeln 1,5 % ätherisches Öl in schizogenen Ölgängen. Nach neueren Unter­such­ungen enthält das ätherische Öl des Krautes 77 % trans-Anethol, 4,4 % Germacren D, 3,9 % β-Caryophyllen, 3,5 % Limonen, 2,5 % (E,E)-α-Famesen, 2,4 % Myrcen und 1,2 % Methyl­chavicol (= Estragol). Ähnliche Zusammensetzung hat das Öl der unreifen Früchte mit 82,0 % trans-Anethol und das ätherische Wurzelöl mit 69,0 % trans-Anethol. Bei letzterem ist ein Gehalt von 12,3 % trans-Isoosmorhizol, 1,4 % Osmorhizol und 0,7 % Hexadecanol bemerkenswert.

Fettes Öl:
In den Früchten 11,5 bis 14,9 % fettes Öl mit den Fettsäuren Petroselinsäure oder Ölsäure (81,6 %), Linolsäure (12,1 %), Palmitinsäure (3,7 %), Stearinsäure (0,9 %), Linolensäure (0,8 %) und Palmitoleinsäure (0,6 %). Nach Literatur handelt es sich bei der einfach ungesät­tig­ten Fettsäure um A6- Petroselinsäure.

Flavonoide:
Die oberirdischen Teile und die Früchte enthalten die 7-O-ss -D-Glucopyranoside von Api­genin und Luteolin.

Sonstige Inhaltsstoffe:
0,94 % Mannit (keine Angaben des Organs); Fumarsäure.
ANWENDUNG
Als Heilkraut wird sie in der Volksheilkunde als Blutreinigungsmittel verwendet, weiter auch gegen Husten und Magenschwäche.
HOMÖOPATHIE
Myrrhis odorata (syn. Myrrhis) HAB 1; Anisdolde (syn. Myrrhenkerbel), die frischen ober­irdi­schen Teile blühender Pflanzen.
Anwendungsgebiet: Krampfaderbeschwerden, Hämorrhoiden.
SONSTIGES
Die Süssdolde bietet wegen ihrer gros­sen Kälte­toleranz vor allem den Bewohnern Skandi­naviens die Möglichkeit, fast über das ganze Jahr auf ein wohl­riechendes Küchenkraut zurückgreifen zu können. Wegen ihres süssen Geruches ist die Pflanze ein guter Ersatz für Anis, Fenchel oder sogar Lakritze; man kann Süssdoldenblätter auch statt Kerbel zum Garnieren verwenden, obwohl die Pflanze wegen ihres dominanteren Geschmackes hier gewöhnungsbedürftig ist. Wer den Anis-Geschmack schätzt, der wird die Süssdolde gerne mit den "fines herbes" kombinieren. In Skandinavien verwendet man die Pflanze gerne zum Würzen von Kompotten, wobei die Samen und Stengel wegen ihrer natürlichen Süsse auch den Zuckerverbrauch minimieren.
Letzte Änderung: 18.11.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Myrrhis odorata - Süssdolde
Myrrhis odorata - Süssdolde

  Ordnung
Familie
Gattung
Apiales
Apiaceae
Süssdolden
  Wiss. Bez. Myrrhis odorata

Die Blätter sind essbar; sie können vom frühen Frühjahr bis in den Herbst geerntet werden. Die Samen werden als Gewürz verwendet; sie werden im Herbst geerntet, wenn sie hart geworden sind. Alle Teile der Süss­dol­de haben einen anis­ähn­li­chen, süssen Geschmack. Salate, Saucen und Fischgerichte kann man mit den Blättern würzen.

Traditionelle Medizin