HEILPFLANZEN
Mentha x piperita - Pfefferminze

(syn. Mentha piperita)

Mentha x piperita - Pfefferminze
Mentha x piperita - Pfefferminze
Mentha x piperita - Pfefferminze
Mentha x piperita - Pfefferminze
VORKOMMEN
Nicht in freier Natur; Pfefferminze ist eine sterile Hybride zwischen Mentha aquatica und Mentha spicata (zuerst vor mehr als 200 Jahren in Südlondon gewerblich angebaut). Pfefferminzöl wird vorwiegend in den USA produziert (Weltproduktion > 3 000 Tonnen jährlich).
MERKMALE
Die Pfefferminze ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50–100 cm erreicht. Die gestielten, spitzen, gesägten, kahlen Blätter sind ei-länglich. Die Blätter riechen stark eigentümlich, flüchtig balsamisch und schmecken angenehm gewürzhaft, anfangs erwärmend, dann auffallend kühlend. Die an der Basis unterbrochenen schwarzen und bläulichlila gefärbten Blüten sind endständig.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Menthae piperitae aetheroleum (syn. Aetheroleum Menthae piperitae, Oleum Menthae piperitae); Pfefferminzöl (syn. Ätherisches Pfefferminzöl), das aus den blühenden oberirdischen Teilen durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl.

2. Menthae piperitae folium (syn. Folia Menthae piperitae); Pfefferminzblätter (syn. Pfefferminze), die getrockneten Blätter.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Menthol, Menthon1. Menthae piperitae aetheroleum: Terpene, besonders Menthol, Menthon und Menthylacetat (zus. 50-70 %) sowie unter anderem Neomenthol, Isomenthon, Menthofuran, Limonen, Pulegon, α- und β-Pinen, β-Caryophyllen und Germacren.

2. Menthae piperitae folium: ätherisches Öl (0,5-4%) mit den Hauptkomponenten Menthol (35-45%), Menthon (15-20%), Menthylacetat (3-5%), 1,8-Cineol (6-8%), Menthofuran (2-7%, möglichst unter 5%, da es unangenehm riecht)), Isomenthon (2-3%), Neomenthol (2,5-3,5%), β-Caryophyllen (0,5-1,5%) und trans-Sabinen (1%). Gerbstoffe (3,5-4,5%) besonders sogenannte Lamiaceengerbstoffe, Phenolcarbonsäurederivate, unter anderem Kaffeesäure und p-Cumarsäure sowie Triterpene.
PHARMAKOLOGIE
Die meisten der oben aufgezählten Indikationen werden durch Tierversuche und klinische Studien gestützt. Die kühlende Wirkung beruht auf Menthol, das die Kälterezeptoren beeinflusst.
ANWENDUNG
1. Menthae piperitae aetheroleum: Innerlich in Zubereitungen bei krampfartigen Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt und der Gallenwege, Katarrhe der Atemwege, Schleimhautentzündungen im Mund-Rachenbereich, zuweilen auch als Inhalat. Äusserlich in Zubereitungen bei Muskel- und Nervenschmerzen. Ferner als Aromatikum.

Gegenanzeigen: Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung, schwere Leberschäden. Pfefferminzöl darf bei Kleinkindern nicht im Gesichtsbereich aufgetragen werden, da es zu Krämpfen und Atemstillstand führen kann.

2. Menthae piperitae folium: Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenwege. Bestandteil diesbezüglicher Teemischungen. Volkstümlich auch bei Übelkeit und leichtem Brechreiz.
HOMÖOPATHIE
Mentha piperita HAB 34, die frische, blühende Pflanze.

Anwendungsgebiet: unter anderem Erkältungskrankheiten.
SONSTIGES
Der Gattungsname Mentha ist eine Entlehnung vom griechischen minthe. Nach einer von Ovid übermittelten Sage ist die Nymphe Minthe, die Tochter des Kokytes, von Proserpina, der Unterweltsgöttin, in diese Pflanze verwandelt worden. Pfefferminze und andere volkstümliche Namen beziehen sich auf den intensiven Geruch der Pflanze. Obwohl im Mittelalter oft statt der Pfefferminze auch die Krauseminze kultiviert und genutzt wurde, konnte aus Funden in altägyptischen Gräbern gesichert werden, dass unsere Pfefferminze bereits um 1200-600 v.Chr. bekannt war.
Letzte Änderung: 03.03.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia
Pfefferminze - Arzneipflanze des Jahres 2004


Mentha x piperita - Pfefferminze
Mentha x piperita - Pfefferminze


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Lamiales
Lamiaceae
Nepetoideae
Mentha
Pfefferminze
  Wiss. Bez. Mentha x piperita


Da die Pfefferminze erst seit etwa 1700 bekannt ist, fehlt sie in den Kräuterbüchern der Antike und des Mittelalters. Andere Minzen wurden jedoch schon früher verwendet.


Pfefferminz wird auch häufig zur Aromatisierung von Bonbons oder für Schokoladenfüllungen verwen­det. Bekannte Marken von Pfeffer­minz­bonbons sind z. B. Vivil, PEZ und Pfeffi. Eine bekannte Marke von Schokoladentäfelchen mit Pfeffer­minzfüllung ist After Eight.
In arabischen und nordafrikanischen Ländern ist Pfefferminztee ein Nationalgetränk. Pfefferminztee wird auch in ganz Europa häufig als Genussmittel getrunken. Zudem dient die Pfefferminze als Inhaltsstoff für den Cocktail Mojito, der mit Minze, Limette, Soda, Zucker und weissem Rum getrunken wird.