HEILPFLANZEN
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis (syn. Melilotus arvensis, M. melilotus-officinalis, Trifolium melilotus officinalis);

Echter Steinklee (syn. Ackerhonigklee, Honigklee, Kleiner gelber Steinklee),
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
VORKOMMEN
Europa, Asien, Nordafrika; als Ruderalpflanze fast weltweit eingebürgert.  Schöne, grazile Gartenpflanze.
MERKMALE
Aufrechte Pflanze mit dreiteiligen, gezähnten Blättern und kleinen gelben Blüten. In der Phytotherapie werden auch Melilotus alba, Melilotus altissima und Melilotus indica genutzt.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Meliloti herba (syn. Herba Meliloti, Herba Meliloti citrini, Summitates Meliloti); Melilotus-officinalis-Kraut (syn. Melotenkraut, Malottenkraut, Steinklee), die getrockneten oder frischen Blätter und blühenden Zweige.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Der Hauptwirkstoff (bis zu 1%) ist Cumarin, das enzymatisch aus Melilotosid (dem Gluco­sid der 2'-Hydroxyzimtsäure) bei Trocknung oder Verwundung des Pflanzengewebes ge­bildet wird. Ferner: Melilotin (3,4-Dihydrocumarin), verschiedene Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Ferulasäure), Monoterpene, Triterpensaponine (Sojasapogenol) und Fla­vonoide. Durch Pilzinfektion können zusätzlich Phytoalexine gebildet werden. Das be­kan­nte Antikoagulans Dicumarol entsteht bei ungenügender Trocknung aus Hydroxy­zimtsäure - es fehlt in frischen oder sorgfältig getrockneten Pflanzen.
PHARMAKOLOGIE
Cumarin wirkt gegen Ödeme und den Austritt von Flüssigkeiten aus Geweben, es stei­gert die Flussrate im Venen- und Lymphsystem und vermindert die Kapillardurchläs­sigkeit. Es besitzt keinerlei gerinnungshemmende Eigenschaften. In Tierversuchen zeigte sich eine gesteigerte Wundheilungsrate. Bei hoher und langfristiger Dosierung (200-500 mg/kg Körpergewicht) kann Cumarin bei Ratten Tumorbildung auslösen.
ANWENDUNG
Steinklee-Extrakt: zur symptomatischen Behandlung von Venen- und lymphatischer Insuffizienz, bei Kapillarbrüchigkeit, wie Krampfadern, Hautjucken, Wadenkrämpfen und akuten Hämorrhoidenanfällen. Es gibt Fertigpräparate zur Behandlung von leichteren Schlaf- und Magendarmstörungen.
HOMÖOPATHIE
1. Melilotus officinalis HAB 1; Steinklee, die frischen, zur Blütezeit gesammelten ober­irdischen Teile ohne verholzte Stengel.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen des Zentralnervensystems (Kopfschmerzen), des venösen Gefäßsystems (Krampfadern) sowie bei Gerinnungsstörungen.

2. Melilotus officinalis spag. Zimpel HAB 1; die frischen, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile ohne verholzte Stengel.
Anwendungsgebiet: in der spagyrischen Therapierichtung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
SONSTIGES
Der Gattungsname ist griechischer Herkunft und leitet sich von meli (Honig) und lotos (Klee) ab und bezieht sich auf die honigreichen Blüten und die kleeähnlichen Blätter der Pflanze. Die Pflanze wurde bereits von Theophrast und den Hippokratern erwähnt und gerühmt.
Letzte Änderung: 02.10.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee
Melilotus officinalis - Echter Steinklee


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Fabales
Fabaceae
Faboideae
Melilotus
Gelber Steinklee
  Wiss. Bez. Melilotus officinalis


Der Steinklee kann äusserlich bei Sportverletzungen, Prellungen oder Verstauchungen verwendet werden.


Die Anwendung ist in der Schwan­ger­schaft kontraindiziert und bei gleichzeitiger Behandlung mit gerin­nungshemmenden Mitteln ist Vor­sicht geboten. Patienten mit einer Leber­krankheit in der Krankheits­geschichte sollen Steinkleekraut nicht einneh­men.