| HEILPFLANZEN |
Melaleuca alternifolia - Teebaum |
| Melaleuca alternifolia (syn. Melaleuca linariifolia var. alternifolia); |
| Diese australische Art hat ihre Heimat in New South Wales und Queensland. Dort wächst der Australische Teebaum entlang von Flüssen und in Sümpfen. Vermutlich früher eine traditionelle Medizin der Aborigines. |
| Der Australische Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 7 Meter erreicht. Er hat eine papierähnlicher Rinde, linealische Blätter und weiße Blüten in einem flaschenbürstenähnlichen Blütenstand. Die langen auffälligen Staubblätter stehen in Bündeln zu je 5 Stück. Man darf den Teebaum nicht mit dem Teestrauch (Camelila sinensis) verwechseln, aus dem schwarzer Tee gewonnen wird. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Ätherisches Öl (Melaleucae aetheroleum), durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern gewonnen (Teebaumöl). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Im ätherischen Öl sind mehr als 60 Terpene nachgewiesen worden; bei qualitativ hochwertigem Öl sollte 1-Terpinen-4-ol mindestens 30% des Gesamtterpengehalts ausmachen. Weitere Inhaltsstoffe: α- und γ-Terpinen (etwa 40%) und 1,8-Cineol (= Eucalyptol; höchstens 15% in gutem Öl).

In Gegenwart von Luft, Sonnenlicht und Wärme altert das Teebaumöl. Dabei nimmt der Gehalt an α-Terpinen, γ-Terpinen und α-Terpineol durch oxidativen Abbau dramatisch ab. Gleichzeitig steigt der Anteil von p-Cymen im ätherischen Öl von ca. 2 bis 4 % auf über 30 % an. Im gealterten Teebaumöl fallen schließlich Terpinen-4-olperoxid und 1,2,4-Trihydroxymethan aus.
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| Die Interaktion der Monoterpene mit Biomembranen und Membranproteinen erklärt die Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren. Einige klinische Studien haben positive Ergebnisse bei der Behandlung von Akne und Pilzinfektionen gezeigt. |
| Allgemein als Bestandteil von Salben und Cremes zur Behandlung von Insektenstichen, Wunden, Abschürfungen, Akne, Hautinfektionen und Pilzinfektionen (auch Fusspilz und Soor). In der Aromatherapie beliebt, da keine Schleimhautreizung erfolgt und direkte Auftragung auf die Haut möglich ist. Verdünntes Öl wird gelegentlich innerlich als Mundspülung bei Schleimhautentzündungen, wie Mandel-, Rachen-, Nebenhöhlenentzündung, und zur Behandlung von Atemwegskatarrh eingesetzt. Das ätherisches Öl wird als Konservierungsmittel von Kosmetika genutzt. |
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| Der englische Trivialname von Melaleuca alternifolia, „Tea Tree“, entstand 1770. James Cook, damals noch Lieutnant der British Royal Navy, landete mit seiner „HMS Endeavour“ in Botany Bay an der Ostküste Australiens. Cook fand in den Sumpfregionen dichte Gehölze von Bäumen mit aromatisch duftenden Blättern. Bei der Expedition war auch ein Botaniker, Sir Joseph Banks, mit dabei, der Blätter dieser Bäume sammelte und sie zu weiteren Untersuchungen mit nach England nahm. Lieutnant Cook nannte sie Teebäume oder Teepflanzen, weil ihre Blätter, wenn sie gekocht wurden, einen angenehm würzigen und erfrischenden Tee ergaben. Zwischen 1920 und 1930 setzten sich Forscher wissenschaftlich mit dem Teebaumöl auseinander. Damals waren Forscher auf der Suche nach möglichst untoxischen Produkten bei gleichzeitig hohen antiseptischen und heilenden Wirkungen. Zu Beginn der 1940er Jahre war das Öl in Australien als Lokalantiseptikum sehr beliebt. Mit der Entdeckung des Penicillins und anderer synthetisch hergestellter und kommerziell vertriebenen Medikamente geriet das Teebaumöl, das im 2. Weltkrieg ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Ausrüstung englischer und australischer Soldaten war, etwas in Vergessenheit. |
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| Letzte Änderung: 30.08.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Myrtales
Myrtaceae
Melaleuca
Australischer Teebaum
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Wiss. Bez. |
Melaleuca alternifolia |
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Als kritisch wird das Risiko der Entwicklung von Kontaktallergien angesehen, Auslöser sind dabei unterschiedliche Anteile des Öls (d-Limonen und α-Terpinen) und deren Oxidationsprodukte Ascaridol und 1,2,4-Trihydroxymenthan. Je älter das Öl ist, desto größer wird das Risiko. |
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Innerliche Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht. |
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