HEILPFLANZEN
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
VORKOMMEN
Heimisch in Südwestasien (Türkei), jedoch seit langer Zeit in Europa eingebürgert, auch seit vielen Jahrhunderten in den gemässigten und tropischen Klimazonen von Nord­amerika und Afrika. Sie ist eine der wichtigsten Weide- und Grünfutterpflanzen. Bei uns immer wieder im Garten als Zierpflanze anzutreffen.
MERKMALE
Mehrjährige Pflanze mit dreiteiligen Blättern und Trauben kleiner Blüten, die gelblich, bläulich oder violett gefärbt sind, und charakteristisch gewundenen Hülsen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Herba Medicago sativae; Luzernenkraut (syn. Alfalfakraut, Schneckenkleekraut), das getrocknete Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
CanavanineBlätter und Samen enthalten sehr viele chemische Verbindungen, wie organische Säuren, freie Aminosäuren, nichtproteinogene Aminosäuren (insbesondere Canavanin), Stachydrin, Cumarine (Medicagol), Isoflavonoide (Cumestrol, Genistein), Saponine (Glykoside von Hederagenin, Medicagensäure und Sojasapogenole), Steroide (haupt­sächlich (3-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol und andere).
PHARMAKOLOGIE
Tierversuche deuten darauf hin, dass die Saponine die Darmresorption von Cholesterol verhindern, damit den Cholesterolspiegel im Blut senken und einer Arteriosklerose vorbeugen. In einer Patientenstudie zeigte sich, dass 40 g Luzernesamen dreimal täglich genommen, die Cholesterolwerte im Blutserum von Patienten mit hohen Lipoprotein­werten normalisierten. Hohe Mangankonzentrationen (45,5 mg/kg) erniedrigen angeblich die Cholesterolwerte bei einigen Patienten. Cumestrol und Genistein besitzen nachge­wiesene östrogene Wirkung.
ANWENDUNG
Luzerne ist eher als Grünfutter und Nahrungspflanze denn als Arzneipflanze bekannt. Die Keimsprossen dienen als Gesundheitsnahrung; das getrocknete Kraut eignet sich für Rekonvaleszenten als Nahrungsergänzungsmittel und generelles Tonikum, da es reich an Mineralstoffen und Vitaminen ist. Angeblich hilft es, hohe Cholesterolspiegel zu senken.
HOMÖOPATHIE
Medicago sativa HAB; das frische, blühende Kraut.
Anwendungsgebiet: verzögerte Rekonvaleszenz.
SONSTIGES
Die antike Bezeichnung der Pflanze war medica, da angeblich Medien ihre Heimat sein sollte. Der Name Medicago wurde Ende des 16. Jh. von Dalechamp geprägt. Die Be­zeich­nung Luzerne stammt aus dem französischen luisant (glänzend), bezogen auf die glänzenden Samen, und Schneckenklee wegen der Form der Früchte, die wie ein Schneckenhaus gewunden sind. Nach Plinius soll die Luzerne zur Zeit der Perserkriege (um 470 v.Chr.) aus Persien nach Griechenland gekommen sein. Später gelangte sie durch die Araber nach Nordafrika und Spanien.
Letzte Änderung: 12.03.2010 / © W. Arnold
 
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Fabales
Fabaceae
Faboideae
Medicago
Luzerne
  Wiss. Bez. Medicago sativa

Es gibt Berichte, dass der Verzehr von hohen Luzernemengen Sym­ptome eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) oder eine reversible Pancytopenie hervorrufen kann. Übermässiger Verzehr der Samen ist deshalb nicht für Per­sonen mit früherer SLE geeignet.

Die Luzerne wird weltweit als Vieh-­Futter, aber auch als Lebensmittel (Sprossen) angebaut.