HEILPFLANZEN
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
Marrubium vulgare (syn. Marrubium album, M. germanicum, M. lanatum, Prasium marrubium);

Gemeiner Andorn (syn. Mauer-Andorn, Weisser Andorn, Weisser Dorant
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
VORKOMMEN
Heimisch vom Mittelmeer bis Zentralasien, eingebürgert in Mittel- und Nordeuropa, ein­geschleppt in Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien. An Wegen und Mauern, auf Schutt und Ödland, auf mässig trockenen nährstoffreichen Ton- und Lehmböden, wärmeliebend.
MERKMALE
Mehrjährige, etwa 0,5 m hohe Pflanze mit 4-kantigen Stängeln, dicht behaarten, auffäl­lig geäderten Blättern und kleinen, weissen 2-lippigen Blüten, die in kugeligen Schein­quirlen in den Blattachseln stehen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Marrubii herba (syn. Herba Marrubii, Herba Marrubii albi, Herba Marrubii vulgaris, Herba Prasii); Andornkraut (syn. Weisses Andornkraut), die Blätter und blühenden Spitzen.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
MarrubinDer wichtigste Wirkstoff ist Marrubiin (bis zu 1%, vornehm­lich in den Blättern ), ein Diterpenlacton der Labdanreihe. Vermutlich ist in der Pflanze tatsächlich eine Vorstufe, Pre­marrubiin (ca. 0.13 %), vorhanden, die in Marrubiin und weiter in Marrubiinsäure umgewandelt wird. Weitere Diter­pene sind Marrubenol, Peregrinol und Vulgarol. Flavonoide (Glykoside von Apigenin, Luteolin und Quercetin), Gerbstof­fe und Phenolcarbonsäuren, Betonicin, Cholin und kleine Mengen an ätherischem Öl (ca. 0.05%, mit Camphen, Limonen, Sabinen und andere Mono- und Sesquiterpene) sind vorhanden.
PHARMAKOLOGIE
Die Anregung der Galleproduktion wird Marrubiin oder Marrubiinsäure zugeschrieben. Marrubiin gilt als wichtigstes expektorierendes Prinzip, da es vermutlich die Wasser­sekre­tion in der Bronchialmukosa anregt. Das ätherische Öl trägt zusätzlich zur krampf­lösenden, expektorierenden und gefässerweiternden Wirkung bei.
ANWENDUNG
Vorwiegend bei Verdauungsstörungen (Appetitmangel, Blähungen, Gallenleiden) sowie bei trockenem Husten (akute oder chronische Bronchitis). Traditionell wurde die Droge auch bei Menstruationsbeschwerden angewendet; sie wurde ferner äusserlich bei Ent­zündungen der Haut und Schleimhäute genutzt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Empfohlene Tagesdosis: 4,5 g Droge (oder Aquivalent), gewöhnlich als Tee. Die Droge ist Bestandteil vieler Fertigpräparate, die expektorierend und verdauungsfördernd wirken.
HOMÖOPATHIE
Marrubium vulgare HAB 1; Andorn, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen.

Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Atemwege.
SONSTIGES
Der Name Marrubium wird vom hebräischen mar (bitter) und rob (viel) abgeleitet und ist in gleicher Weise ins lateinische marrubius überführt worden. Die Bezeichnung Andorn wird auch mit "ohne Dornen" in Zusammenhang gebracht. Der Andorn zählt zu den äl­tes­ten Arzneipflanzen, die uns durch Überlieferung bekannt wurden.
Letzte Änderung: 20.08.2010 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn
Marrubium vulgare - Gemeiner Andorn

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Lamiales
Lamiaceae
Lamioideae
Marrubium
Gewöhnlicher Andorn
  Wiss. Bez. Marrubium vulgare

Bei hoher Dosierung kann Andorn möglicherweise Herz und Uterus stimulieren; deshalb muss Über­dosierung vermieden werden.

Traditionelle Medizin, Pharma
Kommission E: positive Bewertung