HEILPFLANZEN
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris L. (syn. Malva ambigua, M. elata, M. erecta, M. glabra, M. mauritiana, M. obtusa, M. ruderalis, M. vulgaris)

Grosse Käsepappel (syn. Rosspappel, Wilde Malve, Chäslichrut)
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve
VORKOMMEN
Heimisch in Europa und Asien, als Unkraut in anderen Teilen der Welt verbreitet.
MERKMALE
Zwei- bis mehrjährige, bis zu 1 m hohe Pflanze mit rundlichen, 3- bis 7-teilig gelappten Blättern. Die rosafarbenen Blüten besitzen je 5 Kronblätter mit charakteristischen dunklen Streifen an der Basis.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Malvae flos (syn. Flores Malvae, Flos Malvae, Malvae flores); Malvenblüten (syn. Blaue Pappelblumen, Käsepappelblüten, Rosspappelblüten, Waldmalvenblüten, Wilde Malvenblüten), die getrockneten Blüten.

2. Malvae folium (syn. Folia Malvae, Folium Malvae, Malvae folia); Malvenblätter (syn. Hasenpappelblätter, Käsekraut, Käsepappelblätter), die getrockneten Laubblätter.

Gelegentlich wird auch Blattmaterial von der Käsepappel (Malva neglecta) verwendet. Zur Gewinnung von Malvenblüten gelten beide Unterarten von Malva sylvestris (ssp. sylvestris und ssp. mauritiana) als geeignet. Nicht mit Schwarzen Malvenblüten (Malvae arboreae flos) verwechseln, die aus Alcea rosea (Stockrose) gewonnen werden (nicht aus Malva-Arten).

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Wie viele andere Arten der Malvenfamilie enthält die Wilde Malve Schleimstoffe, und zwar in Konzentrationen von 8-10% des Trockengewichtes. Die Schleimstoffe liefern bei Hydrolyse verschiedene Zucker (so Arabinose, Galactose, Glucose und Rhamnose) sowie Galacturonsäure. Wichtig ist der recht hohe Anthocyangehalt der Blüten (etwa 7% bezogen auf das Trockengewicht), dazu gehören Malvin (Malvidin-3,5-diglucosid), Malvidin-3-glucosid und Cyanidin-3-glucosid. Ferner sind geringe Mengen an Gerbstoffen (Rosmarinsäure) und Proanthocyanidinen enthalten.
PHARMAKOLOGIE
Die Schleimstoffe lindern Hustenreiz. Anthocyanine und die anderen phenolischen Verbindungen besitzen antioxidative Eigenschaften und bedingen die leicht adstringierenden und entzündungshemmenden Wirkungen.
ANWENDUNG
Die Droge wird hauptsächlich bei Schleimhautreizungen in Mund und Rachen angewendet, die zu trockenem Reizhusten führen. Die leicht adstringierende Wirkung gilt als günstig bei Magendarmentzündungen.
Traditionell: innerlich bei Blasenleiden und äusserlich als Umschlag bei Wunden.
HOMÖOPATHIE
Malva äthanol. Infusum HAB 1; Malve, die getrockneten Blüten.

Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.
SONSTIGES
Der Gattungsname Malva entspricht dem griechischen maláche. Das deutsche Wort Malve ist der lateinischen Bezeichnung entlehnt. Der hohe Schleimgehalt der Droge hat bereits im Altertum das Interesse der Ärzte auf die Droge gelenkt, die sie als einhüllendes Mittel innerlich und äusserlich einsetzten. So liess man auch bei Verstopfung Malvenblätter als Gemüse essen.
Letzte Änderung: 20.07.2010 / © W. Arnold

 

 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve
Malva sylvestris - Wilde Malve


  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Malvales
Malvaceae
Malvoideae
Malven (Malva)
Wilde Malve
  Wiss. Bez. Malva sylvestris


Gelegentlich werden die Blüten der wilden Malve in anderen Produkten als natürlicher Farbstoff zugesetzt; auch als Schmuckdroge in Tee­misch­ungen.


Die Aufnahme anderer Arzneistoffe kann durch Malvenpräparate herab­gesetzt werden. Deshalb sollte zwischen der Einnahme malven­haltiger Drogen und anderer Arznei­mittel mindestens eine Stunde Ab­stand liegen