Mahonie - Mahonia aquifolium

Mahonia aquifolium (syn. Berberis aquifolium, Odostemon aquifolium).

Mahonie

Mahonia aquifolium - Mahonie

VORKOMMEN

Die Mahonie ist im pazifischen Nordamerika beheimatet. Sie wächst dort auf feuchten, fruchtbaren Böden, zwischen Felsen, besonders in Oregon. Dort ist die Gewöhnliche Mahonie die offizielle Staatsblume („Oregon grape“). In Europa wurde der robuste Strauch im 19. Jahrhundert eingeführt. Mahonien wachsen nahezu auf jedem Boden und sind auch verwildert anzutreffen, hauptsächlich aber in städtischen Garten- und Parklandschaften.

MERKMALE

Die Gewöhnliche Mahonie ist ein bis über 2 m hoher immergrüner Strauch ohne Dornen.
Die Zweigepidermis und die Wurzelrinde sind durch Berberin intensiv gelb gefärbt. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, lederig, oberseits dunkelgrün glänzend, mit 2–4 Paaren von lanzettlichen, ca. 5 cm langen, stachelig gezähnten, sitzenden Teilblättern und einem lang gestielten Endteilblatt. Die Blätter färben sich im Spätherbst oft rötlich (Einlagerung von Anthocyanen). Die Blüten stehen in dichten, 5 bis 10 cm langen Rispen, diese stehen oft zu mehreren (3 bis 6) in den Blattachseln. Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die Beeren sind dunkelblau, kugelig, mit einem Durchmesser von ca.1 cm.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Mahoniae cortex (syn. Cortex Mahoniae), Mahoniarinde, die Ast- und Zweigrinde sowie die Zweigspitzen.
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2. Mahoniae radix (syn. Radix Berberis aquifolii, Radix Mahoniae aquifolii); Mahoniawurzel (syn. Gemeine Mahonienwurzel), die getrockneten Rhizome und Wurzeln.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

1. Mahoniae cortex - Isochinolinalkaloide besonders vom Protoberberintyp, unter anderem Berberin, vom Aporphintyp, u.a. Magnoflorin sowie vom Bisbenzylisochinolintyp, u.a. Berbamin und Oxycanthin.
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2. Mahoniae radix - Alkaloide (u.a. Berberin, Oxyacanthin, Berbamin), Proteine. Am alkaloidreichsten ist mit Gehalten zwischen 7 und 16 % die Wurzelrinde.

Berberin und Berbamin - Inhaltsstoffe der Mahonie

PHARMAKOLOGIE

Für eine Reihe medizinischer Anwendungen scheint Berberin ein weitergehendes pharmakologisches Potential zu besitzen. Berberin und seine Verbindungen Berberinsulfat und -phosphat wurden vielfach im Orient als intestinales Antiseptikum in oraler Form angewendet. Andere systemische Effekte, wie blutdrucksenkend, die Bilirubin-Sekretion steigernd, inotrop, sedativ, antiinflammatorisch (entzündungshemmend), dilatierende Wirkung auf Koronararterien, antikoagulatorisch, mässige Senkung der Herzfrequenz, Beschleunigung der Reparatur der β-Zellen des Pankreas, Low Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) senkend, wurden beschrieben.

ANWENDUNG

In der Literatur finden sich Hinweise auf die medizinische Verwendung von Pflanzenextrakten, insbesondere des darin enthaltenen Berberins zur Bekämpfung von Haarschuppen und Schuppenflechte, möglicherweise auch Akne. Der Extrakt aus Rinde und Wurzel wird in der traditionellen Literatur und in der Homöopathie bei Hautausschlag empfohlen. Studien belegen einen positiven Effekt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Die innerliche Anwendung wird nicht mehr empfohlen. In Form von Salben zur Behand­lung von Psoriasis (Schuppenflechte).

STATUS

HOMÖOPATHIE

Mahonia aquifolium HAB 1, die getrocknete Ast- und Zweigrinde und die getrockneten Zweigspitzen.
Anwendungsgebiete: Trockene Hautausschläge, z.B. Schuppenflechte.

MAHONIE IM GARTEN

Mahonien sind häufig in Gärten und Parks anzutreffen, wegen ihres glänzenden Laubs, ihrer schönen Blütenstände sowie ihrer blauen, beerenartigen Früchte sind Mahonien immer eine Bereicherung. Mahonien werden an helle, jedoch nicht vollsonnige Standorte gepflanzt. An den Boden stellt die Pflanze keine besonderen Ansprüche, bevorzugt werden aber eher trockene Standorte. Mahonien brauchen keine besonderen Pflege also auch keine Düngung. sie gelten daher als sehr anspruchslose Pflanzen und werden deshalb gerne als Hecken angepflanzt. Die Gewöhliche Mahonie verträgt Temperaturen bis –25 °C.

Mahonie

SONSTIGES

Der Artname aquifolium setzt sich aus den lateinischen Wörtern acus = Spitze und folium = Blatt zusammen und weist so auf die Spitzen an den Blatträndern hin. Für die Gewöhnliche Mahonie wird auch manchmal das Synonym Berberis aquifolium benutzt.

Letzte Änderung: 09.11.2017 / © W. Arnold