HEILPFLANZEN
Mahonia aquifolium - Mahonie
Mahonia aquifolium (syn. Berberis aquifolium, Odostemon aquifolium);
Mahonie.
Mahonia aquifolium - Mahonie
Mahonia aquifolium - Mahonie
VORKOMMEN
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Mahonie liegt im westlichen Nord­amerika von Britisch-Kolumbien in Kanada bis zum US-Bundesstaat Oregon. Dort ist die Gewöhnliche Mahonie die offizielle Staatsblume („Oregon grape“). Heute findet man sie auch kultiviert und verwildert in Mitteleuropa; besonders in Frankreich ist sie als Neo­phyt weit verbreitet. Die Gewöhnliche Mahonie wächst sowohl in sonnigen als auch in halbschattigen Lagen, hauptsächlich in städtischen Garten- und Parklandschaften.
MERKMALE
Die Gewöhnliche Mahonie ist ein über 2 m hoher immergrüner aufrecht wachsender Strauch. Die ledrigen, dunkelgrün glänzenden Blätter sind unpaarig gefiedert. Die Teil­blätter sind breit-lanzettlich, bis 5 cm lang und stachelig gezähnt. Die paarigen Teil­blät­ter (2-4 Paare) sind sitzend, das Endteilblatt ist kurz gestielt. Die hellgelben Blüten sind in aufrechten vielblütigen Trauben angeordnet. Die Früchte sind dunkelblaue Beeren.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
1. Mahoniae cortex (syn. Cortex Mahoniae), Mahoniarinde, die Ast- und Zweigrinde sowie die Zweigspitzen.

2. Mahoniae radix (syn. Radix Berberis aquifolii, Radix Mahoniae aquifolii); Mahoniawurzel (syn. Gemeine Mahonienwurzel), die getrockneten Rhizome und Wurzeln.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
1. Mahoniae cortex - Isochinolinalkaloide (Wurzelrinde: 7 bis16 %, Zweigrinde: 2 bis 4,5 %), besonders vom Protoberberintyp, unter anderem Berberin, vom Aporphintyp, u.a. Magnoflorin sowie vom Bisbenzylisochinolintyp, u.a. Berbamin und Oxycanthin. In der Zweigrinde dominieren Berberin und Magnoflorin.

2. Mahoniae radix - Alkaloide (u.a. Berberin, Oxyacanthin, Berbamin), Proteine.
Berberin, Berbamin
ANWENDUNG
1. Mahoniae cortex - In der traditionellen Medizin der nordamerikanischen Indianer in­ner­lich als Bittermittel bei Verdauungsstörungen und Hautausschlägen. Wegen des da­mit verbundenen mutagenen Risikos sollte die Droge auf diese Weise nicht genutzt wer­den. Auf Grund ihrer antiproliferativen Eigenschaften wird sie in Salbenform, hergestellt mit einer homöop. Urtinktur, topisch zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt.

2. Mahoniae radix - In der amerikanischen Volksheilkunde bei Fiebererkrankungen, Durch­fällen, Dyspepsien, bei Gallenwegs- und Harnwegsentzündungen sowie bei Haut­er­krank­ungen.
PHARMAKOLOGIE
Protoberberinalkaloide interkalieren die DNA und hemmen verschiedene Enzyme und Neurorezeptoren. Sie besitzen eine breite Wirkung gegen Bakterien, Pilze, Amöben und sind zytotoxisch. Reines Berberin ist in einer Menge von 0,5 g toxisch. Berberis-Alkaloide zeigen blutdrucksenkende Eigenschaften und regen die Entleerung der Gallenblase an.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Die innerliche Anwendung wird nicht mehr empfohlen. In Form von Salben zur Behand­lung von Psoriasis (Schuppenflechte).
HOMÖOPATHIE
Mahonia aquifolium HAB 1, die getrocknete Ast- und Zweigrinde und die getrockneten Zweigspitzen.
Anwendungsgebiet: Trockene Hautausschläge, z.B. Schuppenflechte, zwischen den akuten Schüben sowie Leber- und Galleleiden.
SONSTIGES
Der Gattungsname Mahonia ist nach dem amerikanischen Gärtner und Botaniker B.M.M. Mahon (1775-1816) benannt. Der Artname aquifolium setzt sich aus acus (Spitze) und folium (Blatt) zusammen und weist damit auf die stachelspitzigen Blattzähne hin.
Letzte Änderung: 24.12.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia
M. Lampert: Beiträge zur phytotherapeutischen Behandlung der Psoriasis (PDF, 76 KB)
Ch. Bachmann: Neuere Studien mit Mahonia aquifolium bei Psoriasis (PDF, 89 KB)

Mahonia aquifolium - Mahonie

  Ordnung
Familie
Gattung
Ranunculales
Berberidaceae
Mahonia
  Wiss. Bez. Mahonia aquifolium

Der Alkaloid-Gehalt der Beeren liegt bei etwa 0,05 %; sie sind essbar und werden z. B. für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtweinen ver­wendet.

Die Wurzeln der Mahonie werden als giftig, die Beeren als kaum giftig an­ge­ge­ben. Kinder haben als durst­lösch­endes Mittel täglich bis zu 100 Beeren ohne Vergif­tungs­sympto­ma­tik verzehrt.

Traditionelle Medizin