HEILPFLANZEN
Lythrum salicaria - Blutweiderich
Blutweiderich, Roter Weiderich
Lythrum salicaria - Blutweiderich
Lythrum salicaria - Blutweiderich
Lythrum salicaria - Blutweiderich
VORKOMMEN
Heimisch in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika. Man trifft die Pflanze häufig an Seeufern, Flüssen, Riedwiesen und Flachmooren an. Sie wächst bevorzugt an feuchten Stellen, Wasserläufen, auf Wiesen und an Waldrändern
MERKMALE
Der Blutweiderich ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu zwei Metern und eine Breite von anderthalb Metern erreicht. Jeder ähren- oder trauben­förmige Blütenstand kann aus hundert und noch mehr Blüten bestehen. Von Juni bis September sind diese purpurroten Scheinähren zu sehen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Salicariae herba (syn. Herba Salicariae); Blutweiderichkraut, das getrocknete Kraut, bzw. die getrockneten, blühenden Zweigspitzen.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Gerbstoffe:
In den getrockneten Pflanzen wurde ein Tanningehalt von 12 % (Blätter), 10,5 % (Stengel) und 14 % (Blüte) gefunden. Andere Untersuchungen ergaben 24 % (Blätter), 6 % (Stengel) und 23 % (Blütenstände). In Blättern und Blüten liegen hauptsächlich Gallotannine vor. Nachweisbar sind Gallussäure, Ellagsäure, p-Cumarsäure und Spuren von Chloro­gen­säure

Flavonoide:
Im Kraut sind Vitexin, Isovitexin, Orientin und Isoorientin enthalten. C-Flavonoide liegen hauptsächlich in den Blättern und in Spuren auch in den Blüten vor. Von Anthocyanen werden im Kraut vorwiegend das 3,5-Diglucosid von Malvidin und in geringer Menge das 3-Monogalactosid von Cyanidin gefunden.

Alkaloide: In den Blättern sollen Alkaloide vorkommen.

Weitere Inhaltsstoffe.
Der Methanolextrakt des Krautes enthält Diisobutyl-, Butyl- und Isobutyl- sowie Dibutyl­phthalat, β-Sitosterin und Loliolid, weiterhin Dioctylphthalat, Diheptylphthalat und Dino­nylphthalat. In den Blättern findet man noch Ascorbinsäure, Pektin, Harz, Schleim, Stärke und wenig ätherisches Öl.
PHARMAKOLOGIE (Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen)
Wirkung auf den Blutzucker:
Etherextrakte aus Stengeln und Blüten wurden an normalglykämischen Ratten geprüft. Sie senkten nach 4 h signifikant den Blutzuckerspiegel um 19 % bzw. 10 % (Dos. 10 g, bezogen auf das getrocknete pflanzliche Ausgangsmaterial/kg KG, p.o.). Die zirku­lier­ende Insulinmenge wurde gesteigert, ebenso der Glykogengehalt in der Leber.

Anscheinend fehlen klinische Studien beim Menschen.
ANWENDUNG
Beschrieben wird die Anwendung bei Durchfall, Blutungen, z.B. auch Gebärmutter­blut­ungen, Amenorrhoe, Fieber, Stomatitis, Kolitis und Diabetes mellitus. Für die äusserliche Anwendung werden Scheidenentzündungen, Juckreiz in der Scheide, offene Krampf­adern und Hautkrankheiten wie Ekzeme genannt. Die Wirksamkeit der Droge bei den genannten Anwendungsgebieten ist gegenwärtig nicht oder nicht ausreichend belegt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Tee:
Eine handvoll getrocknete und zerkleinerte Blüten wird mit 1 L kochendem Wasser übergossen. Man deckt ab und lässt 30 min ziehen. Bei hartnäckigem Durchfall und Leibschmerzen werden 4 bis 5 Tassen am Tag empfohlen.

Abkochung:
Zwei handvoll getrocknete Pflanzen werden mit Wasser über­gossen. Man kocht 20 bis 30 min bei milder Hitze. Zur äusserlichen Anwendung für Umschläge, Waschungen und Kompressen.
SONSTIGES
Der Gattungsname Lythrum leitet sich vom griechischen lýthron (schmutziges Blut, Mord­blut) ab und ist wohl auf die dunkle Blütenfarbe und salicaria (salix = Weide) auf die an Weiden erinnernde Gestalt der Blätter zurückzuführen. Als Heilpflanze war Lythrum salicaria bereits im Altertum bekannt. So hat nach Plinius bereits Erasistrates die Pflanze als Mittel gegen Ekzeme benutzt.
Letzte Änderung: 27.03.2011 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Lythrum salicaria - Blutweiderich
Lythrum salicaria - Blutweiderich
Lythrum salicaria - Blutweiderich

  Ordnung
Familie
Gattung
Myrtales
Lythraceae
Lythrum
  Wiss. Bez. Lythrum salicaria

Blütenbesucher sind vor allem Schwebfliegen, aber auch Bienen und Schmetterlinge. Blutweiderich ist ein Nektarspender von besonderem Wert. Blutweiderich ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen aus der Gattung der Nachtpfauenaugen.
In Notzeiten ass man die jungen Sprosse, Laubblätter und die innen weisse Grundachse als Gemüse.

In einer Untersuchung zur Ernährung der mediterranen Landbevölkerung wurde festgestellt, dass die Pflanze eine gegen Diabetes (Typ2) schütz­ende Wirkung besitzt.