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HEILPFLANZEN |
Linum usitatissimum - Flachs, Lein |
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Botanische Familie: Linaceae. |
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| VORKOMMEN |
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Das 30-150 cm hohe, einjährige Kraut mit himmelblauen radiären Blüten ist im Mittelmeerraum, Vorderasien und Nordafrika beheimatet. Heute wird es angebaut in Gebieten mit gemässigtem Klima. |
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| MERKMALE |
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Aufrechte, bis zu 1 m hohe einjährige Pflanze mit schlanken Stängeln, die kleine unbehaarte Blätter und hübsche blaue Blüten tragen. Die Fruchtkapseln enthalten rötlichbraune, glatte Samen. Einige Sorten werden zur Flachsfaser - andere nur zur Leinsamengewinnung angebaut. |
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| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Die reifen, getrockneten Samen (Leinsamen; Lini semen). Auch das Öl und die Fasern werden genutzt. |
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| ANWENDUNG |
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Ganze oder gequetschte Leinsamen: als Quell- und Gleitmittel bei chronischer Darmträgheit und Symptomen von Reizdarm, krampfartigem Dickdarm und Divertikelentzündung. Die Schleimstoffe wirken bei Magendarmkatarrhen lindernd. Äusserlich: Leinsamen oder Leinsamenkuchen bei lokalen Entzündungen. |
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| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Ein Esslöffel ganze oder geschrotete (nicht gemahlene) Samen mit 150 ml Wasser, dreimal täglich; für eine Kompresse oder einen Breiumschlag: 30–50 g Leinkuchenmehl. |
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| WIRKSTOFFE |
| Die äussere Zellschicht der Samenschale enthält grosse Mengen an Schleimstoffen (6-10%). Der Samen selbst enthält 35–45% Öl (darunter Linolsäure und a-Linolensäure), ferner 20–25% Proteine und 25% Ballaststoffe, Sterole und Triterpene (Cholesterol, Campesterol, Stigmasterol und Sitosterol) sowie bis zu 1% cyanogene Di- und Monoglykoside (Linustatin und Neolinustatin bzw. Linamarin und Lotaustralin). |
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| PHARMAKOLOGIE |
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Die Schleimstoffe führen zu einer Volumenzunahme des Dickdarminhalts, stimulieren dadurch die Peristaltik und machen den Stuhl geschmeidig. Bei Einnahme von geschroteten Samen trägt das Öl zur Reizlinderung und Gleitverbesserung bei. Übergewichtige sollten nur ganze Samen einnehmen, um eine unnötige Kalorienzufuhr zu vermeiden. Aus den cyanogenen Glykosiden wird Blausäure freigesetzt, die im Körper rasch abgebaut wird; insbesondere bei Einnahme von ganzen Samen besteht keine Vergiftungsgefahr Leinsamen vermindern den Triglycerid- und Cholesterolspiegel. Antibiotische, blutzuckersenkende und antikarzinogene Effekte sind beobachtet worden. |
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| HOMÖOPATHIE |
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Linum usitatissimum HAB; die frischen,
oberirdischen Teile blühender Pflanzen. |
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| SONSTIGES |
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Lein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen und ist bereits im alten Ägypten verwendet worden. Die Hippokratiker benutzten die Pflanze zu medizinischen Zwecken, Theophrast beschreibt die Verwendung des Schleims im 4. Jh. v.Chr. und Hildegard von Bingen empfahl Lein zu Umschlägen. |
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