Liebstöckel, Maggikraut - Levisticum officinale

Levisticum officinale (syn. Angelica levisticum, A. paludapifolia);
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Liebstöckel (syn. Badekraut, Bärmutter, Bergliebstöckel, Gebärmutterkraut, Gichtwurz, Labstockwurzel, Maggikraut, Nervenkraut, Sauerkrautwurz, Suppenlob, Wasserkräutel).

Maggikraut - Levisticum officinale

Liebstöckel

Gichtwurz, Liebstöckel - Levisticum officinale

Liebstöckel - Levisticum officinale

VORKOMMEN

Liebstöckel ist ursprünglich heimisch in Westasien, wahrscheinlich Persien. Von dort kam er vor über tausend Jahren in das Mittelmeergebiet und ins restliche Europa. Später auch in Nordamerika angebaut und z.T. verwildert. Wild findet es sich nur in warmen Gebieten.

MERKMALE

Liebstöckel ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu 2 m. Es wird ein Rhizom als Überdauerungsorgan gebildet. Der verzweigte Stängel ist intensiv grün, mit 2- bis 3fach gefiederten Blättern. Der doppeldoldige Blütenstand weist einen Durchmesser von 12 cm auf, besitzt sieben bis elf Hüllblätter mit weissen Rändern und enthält 12 bis 20 Döldchen. Die Döldchen besitzen acht bis elf Hüllchen und enthalten viele Blüten. Die gelblichen bis hellgrünen Blüten sind unscheinbar. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Levistici radix (syn. Radix Levistici, Radix Ligustici); Liebstöckelwurzel (syn. Gebärmutterwurzel, Gichtstockwurzel, Maggiwurzel, Sauerkrautwurzel), der ganze oder geschnittene, getrocknete Wurzelstock und die Wurzeln.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Ätherisches Öl:
Liebstöckelwurzel enthält bis 1,7 % ätherisches Öl. Dieses besteht bis zu 70 % aus Alkylphthaliden als charakteristischen Geruchsträgern der Droge vor allem Z-Ligustilid als Hauptkomponente, daneben unter anderm E-Ligustilid, 3-Butylphthalid. Weitere Komponenten des ätherischen Öls sind α- und β-Pinen, β-Phellandren sowie Pentylcyclohexadien.
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Cumarine:
In der Droge sind etwa 0.1 % Cumarine enthalten, insbesondere Cumarin, Umbelliferon und die Furanocumarine Bergapten und Psoralen.
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Sonstige Inhaltsstoffe: 0,06 % des ungewöhlichen Polyacetylens (+)-Falcarindiol, Hydroxyzimtsäure-Derivate und Phytosterole.

Liebstöckel - Inhaltsstoffe

PHARMAKOLOGIE

Eine angeblich diuretische Wirkung wird vor allem auf die Terpene des in den Wurzeln enthaltenen ätherischen Öls, nicht jedoch auf dessen Hauptkomponenten, die Phthalide, zurückgeführt.

ANWENDUNG

Die Anwendung zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie zur Durchspülungstherapie zur Vorbeugung von Nierengries ist von der Kommisssin E anerkannt.
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Liebstöckelwurzel wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt. Nach langjähriger Erfahrung kann Liebstöckelwurzel zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden eingesetzt werden.
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In der Volksheilkunde wird Liebstöckel bei Verdauungsbeschwerden wie Aufstossen, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Menstruationsbeschwerden sowie als schleimlösendes Mittel bei Katarrhen verwendet. Die Verwendung bei Magenbeschwerden kann auf den durch die Phthalide spezifischen Geruch und den schwach bitteren Geschmack zurück geführt werden, wodurch, reflektorisch bedingt, eine vermehrte Speichel- und Magensaft-Sekretion hervorgerufen wird. Für die genannten Indikationen ist die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Teebereitung : 2 - 4 g Droge werden mit einer Tasse siedendem Wasser übergossen und nach etwa 10 bis 15 min durch ein Teesieb gegeben. 2-3 Tassen pro Tag trinken.
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Die Wurzel wird in Kombinationspräparate verwendet, insbesondere von urologischen, oft in Kombination mit Hauhechel, Bärentraube, Birkenblätter, Wacholder, Katzenbart oder Pfefferminze.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - keine Bearbeitung
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

HOMÖOPATHIE

Levisticum officinale, äthanol. Decoctum HAB 1; Liebstöckel, die getrockneten, unterirdischen Teile.
Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.

LIEBSTÖCKEL IM GARTEN

Der Liebstöckel oder das Maggikraut bevorzugt einen nähstoffreichen, tiefgründigen Boden mit hohem Humusgehalt bei einem pH von 6 -7. Staunässe verträgt er nicht, aber eine gute Wasserversorgung ist notwendig. Liebstöckel muss in Trockenzeiten regelmässig bewässert werden. Die Pflanze ist vollständig winterhart und robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Wohl fühlt sich die Pflanzen an einem vollsonnigen Standort, hier entfaltet der Liebstöckel sein intensives Aroma am besten.
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Der Anbau kann unterschiedlich erfolgen. Entweder durch direkte Aussaat, vorkultivierte Jungpflanzen oder durch Teilung der Wurzelstöcke. Am besten kaufen sie in der Kräutergartnerei Jungpflanzen.
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Liebstöckel benötigt als stark zehrende Pflanze viele Nährstoffe, geben sie ihm ausreichend Kompost oder Flüssigdünger. Vor allem als Kübelpflanze muss das Maggikraut alle 2 Wochen mit herkömmlichen Flüssigdünger versorgt werden.

Liebstöckel

SONSTIGES

Die Blätter des Liebstöckels (Maggikraut) sind ein ausgezeichnetes Würzkraut für viele deftige Speisen und auch für Fleischgerichte wie Tafelspitz, Geflügel oder Fisch. Das Kraut passt sehr gut zu Knoblauch. Zum Kochen können getrocknete und auch frische Blätter verwendet werden.

Letzte Änderung: 17.01.2017 / © W. Arnold